Jugendorchester Freiamt
Die neue Dirigentin fürs Jugendorchester Freiamt ist Französin

Die neue Dirigentin Anne-Cécile Gross startet mit dem Orchester eine Tournee mit dem Titel «That’s all folk!». Gross wird als unkonventionelle Musikerin beschrieben. Die Französin interessiert sich für die unterschiedlichsten Arten von Musik.

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Anne-Cécile Gross, neue Dirigentin des Jugendorchesters Freiamt.ZVG

Anne-Cécile Gross, neue Dirigentin des Jugendorchesters Freiamt.ZVG

Seit Anfang März steht das Jugendorchester Freiamt (JOF) unter der Leitung von Anne-Cécile Gross. Ende Mai und Anfang Juni folgen die ersten Konzerte unter der neuen Orchester-Leiterin.

Oft wird Anne-Cécile Gross als unkonventionelle Musikerin beschrieben. Geboren in der Elfenbein-Küste und bis zu ihrem achten Lebensjahr dort aufgewachsen, interessiert sich die Französin für die unterschiedlichsten Arten und Vorstellungen von Musik.

Von ihrer ersten musikalischen Ausbildung her ist sie Cellistin. Das Cello lernte sie unter dem Einfluss von Künstlern aus verschiedensten Ländern und mit ganz unterschiedlichem Hintergrund kennen.

Musik jedes Mal neu entdecken

Das Jugendorchester Freiamt ermöglicht 12- bis 17-jährigen Musikerinnen und Musikern erste Orchestererfahrungen. Seine Heimat ist das Künstlerhaus Boswil.

Gross in der Musikwelt

Anne-Cécile Gross hat 2012 im Rahmen eines speziellen Stipendiums der Carnegie Mellon University in Pittsburgh als Assistentin des internationalen Dirigenten Ronald Zollman gearbeitet. Sie dirigierte die CMU Philharmonischen und Symphonischen Orchester, das Orchester der Musikakademie von Sofia (Bulgarien), im Radio ausgestrahlte Konzerte und mehrere Musikschulorchester in der Schweiz. Sie hatte auch die Gelegenheit, mit der Leitung des Opernstudios Biel/Bern zusammenzuarbeiten. Ausser bei R. Zollman nahm sie Unterricht beim israelischen Dirigenten U. Segal, studierte an der Hochschule der Künste Zürich bei I. Wassilevski und entdeckte das Dirigieren mit M. Kissoczy.

«Wir möchten zusammen mit unserem Publikum die Musik mit einem frischen und enthusiastischen Blick erkunden. Wer weiss, vielleicht inspirieren wir dabei auch neue Musik-Entdecker?», sagt Anne-Cécile Gross.

Beim JOF gibt es keine Programme, die das Publikum am Rand des klassischen Musik-Urwalds im Stich lassen. «Je mehr Leute, umso besser die Stimmung! Wir wollen für die Region unseren Beitrag leisten.

Dass die Musik den Menschen verändert, der sie spielt, klingt wie ein überholtes Klischee. Hinter diesem Klischee versteckt sich dennoch eine faszinierende und berührende Realität.

Die Musiker befassen sich mit einer Welt, die trotz ihrer Gesetze und Sitten, genauso wie im Leben, jedes Mal neu zu verstehen, neu zu erfinden und neu zu gestalten ist», so Gross. Zwei jährliche Projekte, im Frühsommer und Winter, führen das Jugendorchester an verschiedene Konzertorte im Freiamt.

Volksmusik prägt Programm

Was war zuerst? Volksmusik oder klassische Musik? Ist klassische Musik ernst und Volksmusik nicht ernst zu nehmen? Die Grenzen sind nicht klar. Es gibt eine jahrhundertelange Tradition gegenseitiger Durchdringung, Imitation und Bereicherung.

Aus dieser Tradition führt das JOF einige Werke des 20. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende auf. Mit der Komposition «Thema und Variationen» interpretiert Alexander Glazunow ein russisches volkstümliches Lied.

Das Jugendorchester Freiamt spielt zudem Gershwin und begleitet bei dessen Titeln die Opernsopranistin Christa Fleischmann. Hierzu wurden einige Lieder für Streichorchester umgeschrieben.

Die Sopranistin singt drei Schweizer Hits aus den Vierzigerjahren. Auch Tango findet Platz im Programm. Enden wird das Konzert mit einem Monument der amerikanischen minimalistischen Musik: «in C» von Terry Riley. (AZ)

Freitag, 31. 5., um 19.30 Uhr in der Kirche Gnadenthal

Samstag, 1. 6., um 19.30 Uhr im Kellertheater Bremgarten

Sonntag, 2. 6., um 18.00 Uhr in der Alten Kirche, Künstlerhaus Boswil

Eintritt frei, Kollekte