Bremgarten
Der General im Kellertheater

Am 4. November feiert die Koproduktion «Der unbekannte General» Premiere im Kellertheater.

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General Beaulieu und seine Frau im Stück «Der unbekannte General».

General Beaulieu und seine Frau im Stück «Der unbekannte General».

Bernhard Fuchs;zvg;

In Koproduktion mit Jean’s Theater führt das Kellertheater Bremgarten im November das Stück «Der unbekannte General» insgesamt fünf Mal auf. Die Premiere findet am 4. November statt, die Aufführung beginnt um 20.15 Uhr.

Das Stück erzählt von General Beaulieu und seiner Frau. Die Neun-Zimmer-Villa des Ehepaars hat sich auf eine behelfsmässige Küche in einem Atomschutzbunker reduziert. Herr Beaulieu, der als General mit der Luftverteidigung des Landes beauftrag ist, verzweifelt fast an dieser Aufgabe. Er wird von schrecklichen Endzeitvisionen heimgesucht. Seine Ehefrau versucht dem drohenden Schrecken, der Aussenwelt mit ihrem neu entdeckten Glauben entgegenzuwirken. Kraft schöpft sie auch aus ihrer Liebe zu ihrem Gatten und dem Wissen um sein Geheimnis. Auf diese Weise schafft sie es auch, dessen seltsame Spiele mitzumachen.

Zwischen den beiden steht jedoch der mysteriöse Hauptmann Kraspeck. Er ist undurchsichtig und macht dem General das Leben schwer. Wer ist dieser Kraspeck? Ist er Freund oder Feind? Diese und andere Fragen bewegen Darsteller und Zuschauer in diesem Stück. Geschrieben wurde es von René de Obaldia im Jahr 1964. Es ist auch heute noch von bestürzender Aktualität. Die Hauptfiguren versuchen, einer täglichen Bedrohung mit Humor und absurden Mitteln beizukommen.

Vom Krieg in die Académie

René de Obaldia gehört zu den meistgespielten französischen Theaterautoren der jüngeren Zeit. Er wurde 1918 in Hongkong als Sohn eines panamaischen Diplomaten und einer Französin geboren und ist der Urenkel des zweiten Präsidenten der Republik Panama. Aufgewachsen ist er in Amiens und Paris. 1940 wurde er zum Wehrdienst einberufen und geriet dabei in Kriegsgefangenschaft. Vier Jahre später wurde er, schwer krank, wieder in seine Heimat zurückgebracht.

In der Nachkriegszeit arbeitete de Obaldia in einem kleinen Verlag. Seit 1999 ist er Mitglied in der Académie Française, in der er seit 2012 der Doyen ist. Sein «unbekannter General» darf als Neuinszenierung nun erstmals das Freiämter Publikum begeistern. (az)

Aufführungen 4., 7., 8. und 11. November (20.15 Uhr), 5. November (17.15 Uhr).Vorverkauf unter www.kellertheater-bremgarten.ch oder via 056 633 44 22.