Leitung
Das Wasser in Wohlen kommt aus Lenzburg

Die Wohler ibw Energie AG bezeichnet die Wasserleitung aus Lenzburg als Aorta. Wegen der Baustelle am A1-Zubringer muss sie nun beim Hornerfeld auf einer Länge von 600 Meter um 20 bis 30 Meter verlegt werden.

Janine Gloor
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Die alten und die neuen Wasserleitungen sind aus Eternit.

Die alten und die neuen Wasserleitungen sind aus Eternit.

zvg

Das Wasser in Wohlen kommt aus Lenzburg. Genauer gesagt aus der Fassung Hard II in Niederlenz. Die Wohler ibw Energie AG nennt die Wasserleitung aus Lenzburg ihre Aorta. Nun steht der Lebensader eine grössere Operation bevor: Im Bereich des Hornerfelds wird die Leitung auf einer Länge von 600 Metern um 20 bis 30 Meter verlegt. Grund dafür ist die Baustelle am A1-Zubringer. Die Hendschikerstrasse wird mit einem Tunnel versehen und verbreitert. Weil sie mit der neuen Breite über die Wasserleitung geführt hätte, musste sie verlegt werden. «Zum einen wegen der Zugänglichkeit für den Unterhalt», sagt Peter Lehmann, Vorsitzender der ibw-Geschäftsleitung. Zum anderen, weil die Leitung unter der Strasse zu hohen Vibrationen ausgesetzt wäre. «Die Leitungen sind aus Eternit», sagt Lehmann. Der Name dieses Material ist abgeleitet von lateinisch aeternitas, die Ewigkeit. Zu Recht. «Eternit altert praktisch nicht», sagt Lehmann. Doch die Leitungen seien anfällig für Schaden durch Vibrationen. Die Leitung von Lenzburg nach Wohlen wurde 1960 erstellt, das Wasser fliesst immer noch durch die gleiche Röhre. Putzen muss man sie nicht und gemäss Lehmann halten sich auch die Kalkablagerungen im vernachlässigbaren Bereich.

Wasser bis 2050

Die neue Leitung im Hornerfeld wurde im letzten halben Jahr erstellt. In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober wird sie an die bestehende Wasserleitung angeschlossen. Dafür wird zuerst auf einer Länge von 1,5 Kilometern Wasser entleert. Bis die 190 000 Liter Wasser abgeflossen sind, vergehen bis zu acht Stunden. Danach wird das neue Stück Leitung angeschlossen. Bis in Wohlen wieder Wasser aus dem Pumpwerk Hard II fliesst, vergehen zirka 24 Stunden. «Während der Arbeiten wird die Wohler Wasserversorgung über Reservoire und übrige Wasserfassungen und Quellen abgedeckt», sagt Lehmann. Der Durchmesser der neuen Leitung beträgt 500 statt wie bisher 350 Millimeter und ist damit vorsorglich an das Projekt Wasser 2035 angepasst worden. Das Projekt soll den steigenden Wasserbedarf bis 2050 mit einer Ringleitung von Lenzburg durch das Bünz- und Reusstal die Versorgung von 23 Gemeinden und 2 Wasserverbänden abdecken.