Bremgarten
Statt vor die Türe muss der Abfall in der Unterstadt neu zum Container – das läuft aber noch nicht ganz rund

In der Bremgarter Unterstadt wurde vor einem Monat das Kehrichtsystem umgestellt. Die Stadt ist mit der Anfangsphase, abgesehen von kleinen Startschwierigkeiten, zufrieden.

Marc Ribolla
Merken
Drucken
Teilen
Am Kornhausplatz in Bremgarten gab es Probleme mit verstopften Einwurfsäulen bei den Unterflurcontainern.

Am Kornhausplatz in Bremgarten gab es Probleme mit verstopften Einwurfsäulen bei den Unterflurcontainern.

Bild: Silvano De Matteis – Fotograf Bremgarten

Den Anwohnern rund um den Bremgarter Kornhausplatz und Spaziergängern bot sich Mitte Februar ein unschönes Bild. Rund ein Dutzend gefüllte Kehrichtsäcke lagen rund um die neue Unterflurcontainersammelstelle. Ein Anblick, den keiner gerne sieht.

Und ein Anblick, den die Stadt mit dem neuen Entsorgungssystem eigentlich verhindern wollte. Denn vergangenes Jahr stimmte das Volk der Einführung von drei zentralen Sammelstellen in der Unterstadt zu. Die Gassen sollten komplett von herumstehenden Kehrichtsäcken, Grüngutkübeln und Abfallcontainer befreit werden.

Am 1. Februar erfolgte nun der Wechsel. Seither müssen die Bewohner der Unterstadt ihren Abfall entweder zum Kornhausplatz, zur Pfarrgasse an der Stadtmauer oder zum Parkplatz am Hermannsturm bringen. Welchen Eindruck haben die Verantwortlichen einen Monat nach dem Start?

Einwurfsäulen wegen zu grossen Säcken verstopft

Dass noch nicht alles ganz rund gelaufen ist, ist Stefano Righetti, dem Leiter Tiefbau der Stadt, natürlich bewusst. Das Bild der überfüllten Sammelstelle machte in den sozialen Medien die Runde. Righetti sagt:

«Es gab kleine Startschwierigkeiten, die wir nun am Ausmerzen sind. Grundsätzlich sind wir aber zufrieden. Wir haben erwartet, dass es sich noch einspielen muss.»

Die überfüllte Sammelstelle ist laut Righetti auf die falsche Handhabung zurückzuführen. «Es gab Probleme mit den Einwurfsäulen, die verstopft waren, weil die Leute zu grosse Kehrichtsäcke reinwerfen wollten», sagt er. Zudem sollten nun auch die Sensoren im Container funktionieren.

Die Unterflurcontainer beim Herrmansturm in Bremgarten.

Die Unterflurcontainer beim Herrmansturm in Bremgarten.

Bild: rib

Im Vorfeld der Umstellung wurden alle betroffenen Haushalte in der Unterstadt mit einem Flugblatt mit zahlreichen Informationen versorgt. Obwohl es drei verschiedene Einwurfstellen gibt, wurde jede der rund 100 Liegenschaften mit total rund 500 Einwohnern einer Containersammelstelle zugeteilt. Diese Bewohnerinnen und Bewohner dürfen nur an der ihnen zugewiesenen Sammelstellte ihren Abfall und das Grüngut entsorgen.

Stefano Righetti betont deshalb: «Es ist wichtig, dass die Leute am richtigen Ort entsorgen. Denn die Unterflurcontainer sind für eine bestimmte Menge Kehricht oder Grüngut konstruiert.» Kontrollieren liesse sich dies aber nicht, ebenso wenig, dass ausschliesslich gebührenpflichtige Kehrichtsäcke eingeworfen werden.

Grüngutcontainer ist nicht für Gartenabfall geeignet

Einer der Anwohner am Kornhausplatz ist Fotograf Silvano de Matteis. Er hat das Foto mit der überfüllten Kehricht-Sammelstelle geschossen. Dass die Leute einfach ihre Säcke trotzdem deponierten, kann er nicht verstehen. «Es ist eine Haltung des Menschen, dass irgendjemand dann schon wieder aufräumt», sagt er.

Schnittgut wie hier Äste gehören nicht in den Grüngutcontainer.

Schnittgut wie hier Äste gehören nicht in den Grüngutcontainer.

Bild: Silvano De Matteis – Fotograf Bremgarten

Auf Facebook sorgte De Matteis mit einem ironischen Beitrag zum überquillenden Grüngutcontainer und dem Angebot eines Workshops «Wie benütze ich die Unterflurcontainer?» für viele Lacher. «Die Leute haben einfach das viel zu grosse Schnittgut reingestopft», sagt De Matteis. Zu diesem Zweck sind die Grüngutbehälter jedoch nicht da. Stadttiefbauleiter Stefano Righetti erklärt und gibt einen Tipp:

«Diese sind nur für normale Grünabfälle aus Küche oder Haushalt gedacht. Grössere Äste oder Gartengrüngut wird auf Anmeldung direkt vom Abfuhrunternehmen Vögtlin Meyer bei der Liegenschaft abgeholt.»

Vögtlin Meyer ist es auch, die die Unterflurcontainer leeren. Im Normalfall wird dies bei einem Füllstand von rund 70 Prozent in die Wege geleitet. im Schnitt sei dies mit einer wöchentlichen Tour zu bewerkstelligen.

Wenn sich die Anwohner an die Vorgaben halten, sollte ein Bild einer überfüllten Sammelstelle zukünftig kein Thema mehr sein. Righetti sagt: «Ansonsten müssten wir die Leute nochmals darauf sensibilisieren.»

Was darf in die Grüngut-Unterflurconatiner entsorgt werden?

  • Zugelassen sind: Rüstabfälle von Gemüse, Obst und Nüssen – Eierschalen – Speisereste – Kaffeesatz, Teesatz – Schnittblumen und Topfpflanzen (ohne Topf) – verbrauchte Topfpflanzenerde – Heu und Stroh – kleine Äste und Stauden, Heckenschnitt – Rasenschnitt, Laub
  • Nicht zugelassen sind: Plastik aller Art – Steine und Blähton – Kaffee- und Teekapseln - Textilien - Staubsaugersackinhalt – Asche – Papier und Karton – Kot von Tieren inkl. Katzensand/Katzenstreu – Knochen sowie Fleisch- und Fischreste – Neophyten (Schnittgut von invasiven Pflanzen wie Ambrosia, Japanknöterich, Goldrute, Sommerflieder, Einjähriges Berufkraut usw.)