Bremgarten
Nach Massentestablehnung: Mitte-Grossrätinnen verlangen von Regierung Antworten zur Teststrategie an Schulen

Vergangene Woche lehnte der Kanton der Bremgarter Bezirksschule nach einem Corona-Ausbruch einen Massentest der 350 Schülerinnen und Schüler ab – mangels Kapazitäten. Für die beiden Mitte-Grossrätinnen Karin Koch Wick und Rita Brem-Ingold Anlass, der Regierung einen offenen Brief mit Fragen zu senden.

Marc Ribolla
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In der Bezirksschule Bremgarten traten in den letzten Wochen Coronafälle auf.

In der Bezirksschule Bremgarten traten in den letzten Wochen Coronafälle auf.

Marc Ribolla (11.3.2021)

An der Bremgarter Bezirksschule trat Ende März ein weiteres Mal wie schon einige Wochen zuvor eine Häufung von Coronafällen auf. Grund genug für Schulleiter Guido Brändli, beim Contact-Tracing Aargau einen Antrag auf eine Massentestung des Schulpersonals und der Schülerschaft zu stellen.

Dieser wurde jedoch aus logistischen Gründen abgelehnt, es gebe schlicht keinen Ort, an dem 350 betroffene Personen getestet werden könnten, hiess es. Auf Empfehlung des Contact-Tracing bat die Bez-Schulleitung aber alle Eltern, dass sie ihre Kinder bei Anzeichen einer Covid-19-Symptomatik selbst zum Test anmelden sollten.

Mitte-Grossrätin Karin Koch Wick (Bremgarten).

Mitte-Grossrätin Karin Koch Wick (Bremgarten).

zvg

Mit diesem Argument können die beiden Mitte-Grossrätinnen des Bezirks Bremgarten, Karin Koch Wick und Rita Brem-Ingold, aber wenig anfangen. Deshalb haben sie am Mittwoch den zuständigen Regierungsräten Jean-Pierre Gallati (Gesundheit) und Alex Hürzeler (Bildung) einen offenen Brief geschickt, der der AZ vorliegt. Dort stellen Koch Wick und Brem-Ingold mehrere Fragen und verlangen Antworten zur Coronatest-Strategie an den Aargauer Schulen.

«Zwei Monate sind vergangen, wo stehen wir heute?»

«Testen, testen, testen – so heisst (oder hiess?) das Gebot der Stunde», leiten die Politikerinnen das Schreiben ein. Sie erwähnen, dass das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) Anfang Februar mitgeteilt hat, dass mit Pilotversuchen für systematische Covid-19-Tests an den Schulen begonnen werde. Von rund 100 Klassen und 3000 bis 4000 wöchentlichen Tests sei die Rede gewesen.

«Seither sind zwei Monate vergangen. Wo stehen wir heute?», fragen die Mitte-Politikerinnen und verweisen auf die Ablehnung des beantragten Massentests an der Bremgarter Bez. Sie schreiben weiter:

«Für uns, als Parlamentarierinnen und Mütter, ist diese Strategie und Haltung seitens des Kantons nicht nachvollziehbar.»

Sie bitten um die Beantwortung ihrer gestellten Fragen. Unter anderem lauten diese: «Weshalb können im Rahmen des Pilotversuchs bis zu 100 Klassen gleichzeitig getestet werden und eine Schule wie Bremgarten mit 350 Schülern übersteigt die Testkapazitäten?» oder «Erachtet der Regierungsrat eine privat organisierte Testung von Schulkindern als ausreichend?»

Mitte-Grossrätin Rita Brem-Ingold (Oberwil-Lieli).

Mitte-Grossrätin Rita Brem-Ingold (Oberwil-Lieli).

zvg

Ebenso möchten sie wissen, wie die Regierung die Frühlingsferien nutzen werde, um die Teststrategie voranzutreiben, damit Anfragen wie aus Bremgarten nicht mehr abgewiesen werden müssen. Eine Auskunft verlangen Koch Wick und Brem-Ingold auch bezüglich Stand der Pilotversuche.

Antworten der Regierung brauchen noch Zeit

Auf Anfrage der AZ kann das DGS die Antworten noch nicht konkret ausführen. Die Ausarbeitung brauche Zeit. Vergangene Woche erklärte Michel Hassler, Leiter Kommunikation des DGS, aber bezüglich des Bremgarter Falls: «Am Kantonsspital Baden waren zu diesem Zeitpunkt nicht genügend Kapazitäten zur Übernahme des gesamten Massentestings vorhanden. Das Testen ausserhalb des Kantonsspitals Baden wurde von der Schule als nicht umsetzbar betrachtet.»

Ein Massentest wurde für die Bez Bremgarten abgelehnt.

Ein Massentest wurde für die Bez Bremgarten abgelehnt.

Britta Gut (26.2.2021)

Die flächendeckenden Tests seien möglich gewesen, hätten aus Kapazitätsgründen aber mindestens in zwei Testcentern durchgeführt werden müssen. «Alle Personen, die sich testen lassen wollten, konnten sich direkt beim Kantonsspital Baden melden», sagte Hassler.

Anders sah es bezüglich Massentests noch Anfang Februar aus. Damals fand an der Schule Mellingen-Wohlenschwil vor Ort ein kurzfristig angesetzter Massentest mit rund 200 Schülern statt, wozu die Turnhalle praktisch über Nacht in ein Testcenter des KSB verwandelt worden war.