Bremgarten
Jahrelange Vorarbeit für nichts – das eidgenössische Scheller- und Trychlerfest fällt endgültig aus

Es wäre ein Grossanlass im Freiamt mit nationaler Ausstrahlung gewesen: das eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen im August in Bremgarten. Doch nun muss das OK den Anlass wegen der unsicheren Coronaaussichten definitiv absagen. Eine weitere Verschiebung sei nicht möglich.

Marc Ribolla
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Die Trychlergruppe Rottenschwil bei einem Umzug durch die Altstadt von Bremgarten.

Die Trychlergruppe Rottenschwil bei einem Umzug durch die Altstadt von Bremgarten.

mzm (28.8.2020)

«Urchig, gsellig, traditionell – im nächsten Jahr.» So lautete das Motto auf der Website des geplanten 14. eidgenössischen Scheller- und Trychlertreffens 2020 in Bremgarten. Seit vergangenem April, als der Anlass zum ersten Mal um ein Jahr ins 2021 verschoben wurde.

Gross war die Hoffnung, dass die Veranstaltung heuer vom 13. bis 15. August stattfinden würde und beste Werbung fürs Reussstädtchen macht. Doch dies hat sich nun zerschlagen. Das OK hat das Treffen endgültig abgesagt.

Die Trychlergruppe Rottenschwil, die zusammen mit Trychler und Chlaus Buttwil Teil des Trägervereins Trychlerfründe Freiamt ist, erklärt auf Facebook: «Das OK ist zusammen mit dem Wahlausschuss der Scheller und Trychler zum Schluss gekommen, dass das 14. eidg. Scheller- und Trychlertreffen auch im Jahr 2021 nicht durchgeführt werden kann. Schweren Herzens müssen wir den Grossanlass wegen Covid-19 absagen.»

Rund 2500 Teilnehmer und 15'000 Zuschauer wurden erwartet

In Bremgarten wären voraussichtlich rund 150 Gruppen aus der ganzen Schweiz mit 2500 Schellern und Trychlern sowie über 15'000 Besucherinnen und Besucher erwartet worden. «Trotz der hohen Fallzahlen waren wir auch Anfang 2021 noch zuversichtlich. Die Impfungen versprachen die lange ersehnte Entspannung. Wir hofften auf Lockerungen im täglichen Leben. Leider scheint sich dieses Wunschszenario nicht zu erfüllen», schreiben die Trychler.

Die herrschende Unsicherheit für Veranstalter in dieser Coronakrise machte es für die Organisatoren schwierig. Kosten und damit das finanzielle Risiko bei einer späteren Absage wären angestiegen. Obwohl sie die Planung mehrfach anpassten und Konzepte entwickelten, «haben die Entwicklungen der Pandemie bei uns dennoch ein Wechselbad der Gefühle und Emotionen hinterlassen».

Das rund 30-köpfige OK war seit 2018 an der Arbeit – nun ist ihr Werk vergebens gewesen.

Das rund 30-köpfige OK war seit 2018 an der Arbeit – nun ist ihr Werk vergebens gewesen.

zvg (2018)

Ein allenfalls reduziertes Fest hätte nicht ihrem Wunsch entsprochen und wäre dem Anspruch eines «Eidgenössischen» nicht gerecht geworden, so die Trychler weiter. Auch eine erneute Verschiebung ins Jahr 2022 stellte keine Option dar, da 2023 schon das nächste «Eidgenössische» in Menzingen (Kanton Zug) ansteht. Der Anlass findet normalerweise alle drei Jahre statt.

Seit 2018 bereitete das 30-köpfige OK den Anlass vor

Bitter ist die Absage für die jahrelange intensive Vorarbeit mit viel Herzblut, die das rund 30-köpfige Organisationskomitee in das Scheller- und Trychlertreffen gesteckt hat. Seit 2018 kümmerte sich das OK um den Anlass. Geplant waren unter anderem je ein Umzug durch die Altstadt und der Reuss entlang sowie ein Konzert von Kunz. Umrahmt hätten das Treffen mehrere kulinarische Angebote. OK-Präsident Josef Winiger sagt zur AZ:

«Der Absage ging ein längerer Prozess voraus, doch nun mussten wir den Entscheid treffen. Diesen müssen wir nun zuerst verdauen.»

Winiger schätzt, dass sich der Verlust des Trägervereins am Ende, wenn die Organisation aufgelöst ist, auf etwa 20'000 Franken belaufen könnte. Allerdings hätten bereits einige der Sponsoren, Partner und Gönner angekündigt, auf eine Rechnungsstellung zu verzichten. «So könnte sich das Minus noch etwas verbessern», zeigt sich Winiger optimistisch.