Bremgarten
Bamert verpasst absolutes Mehr nur um 45 Stimmen – andere vier Stadtratskandidaten abgeschlagen

Bei der Ersatzwahl in den Bremgarter Stadtrat kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Keiner der fünf Kandidatinnen und Kandidaten erreichte das absolute Mehr. Claudia Bamert distanziert die Konkurrenz stimmenmässig aber deutlich.

Marc Ribolla
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Die Entscheidung um die Nachfolge von Monika Briner (parteilos) im Bremgarter Stadtrat ist auf den 13. Juni vertagt. Im ersten Wahlgang gestern Sonntag schaffte keiner der fünf angetretenen Kandidatinnen oder Kandidaten das absolute Mehr.

Bei einer Stimmbeteiligung von knapp 46 Prozent und 2425 gültigen Wahlzetteln schrieben 1168 Personen den Namen von Claudia Bamert (Läbigs Bremgarte) auf. Damit verpasste die 45-Jährige die Wahl lediglich um 45 Stimmen. Das absolute Mehr betrug 1213 Stimmen.

Weit abgeschlagen folgt das weitere Kandidatenquartett. Auf dem zweiten Platz landet mit beinahe dreimal weniger Stimmen Stefan Hausherr (parteilos, 422). Dahinter folgen Sandro Schmid (GLP, 311), Norbert Joller (parteilos, 295) und Cyril Lilienfeld (FDP, 187).

Bamert mahnt: «Ich bin noch nicht gewählt.»

Mit dem unerwarteten Glanzresultat ist Claudia Bamert mehr als zufrieden. «Ich freue mich extrem. Es ist ein starkes Zeichen, dass die Wählerinnen und Wähler gesetzt haben, wozu ich mich bedanken möchte. Es zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin», sagt sie zur AZ.

Trotz des klaren Resultats möchte sie betonen, dass «ich noch nicht gewählt bin. Es bleibt auf jeden Fall spannend im zweiten Wahlgang.» Weshalb sie soviel Vorsprung auf die anderen habe, sei etwas Kaffeesatzlesen. Vielleicht habe die Frauen-Frage auch mitgespielt oder dass sie als langjähriges Schulpflegemitglied und Co-Präsidentin hinsichtlich der möglichen Ressortverteilung im Stadtrat Erfahrung aus dem Bildungsbereich mitbringe.

Mit diesem Argument kann Stefan Hausherr nicht viel anfangen. Er sagt: «Man kann sich fragen, ob bei der Überführung der Schulpflege in die neue Führungsstruktur nicht eher Management- und Organisationsfähigkeiten gefragt sind.»

Er habe sich zwar etwas mehr Stimmen erhofft, aber dass er als Parteiloser auf dem zweiten Platz lande, sei ansehnlich. «Man muss neidlos anerkennen, dass Claudia Bamert einen guten Wahlkampf gemacht hat. Leider haben sich die Bürgerlichen nicht auf einen Kandidaten einigen können», sagt Hausherr, der von der SVP unterstützt wurde.

«Ich habe mein Bestes gegeben»

«Ich bin natürlich enttäuscht. Ich habe mir innerhalb der Kandidierenden ein besseres Abschneiden erhofft und dass alles etwas näher zusammen liegt. Dass Bamert so weit nach oben ausschwingt, hätte ich nicht erwartet», sagt Cyril Lilienfeld (FDP), der den letzten Platz belegt. Er habe im Wahlkampf sein Bestes gegeben und «ich kann mir diesbezüglich nichts vorwerfen.»

Mit dem starken Resultat im Rücken geht Bamert als absolute Topfavoritin in den zweiten Wahlgang. Wer und wie viele ihre Rivalen sein werden, ist noch offen. Die Kandidaten haben nun zehn Tage Zeit, ihre Anmeldung offiziell einzureichen.

Von einer Formsache zu Gunsten Bamerts am 13. Juni will Lilienfeld trotz des klaren Ergebnis gestern nicht reden, «aber sie hat sicher eine sehr gute Ausgangslage für den zweiten Wahlgang.» Ob er selbst nochmals antritt, entscheidet der Parteivorstand am nächsten Donnerstag.