JOURNALISTEN KOCHEN
Aus dem Garten direkt in die Pfanne

Die Freiämter Redaktion präsentiert ihre Festtagsmenüs. Statt den traditionellen Gerichten wie Fondue chinoise oder Rollschinkli mit Kartoffelsalat haben sie sich etwas Besonderes ausgedacht.

Andrea Weibel
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Wer kennt es nicht: Ausgerechnet dann, wenn man einmal ein paar Tage frei hat, fällt dem Körper ein, dass er wieder einmal krank sein könnte. Genau so erging es mir zu Weihnachten. Deswegen kommt hier nicht mein grosses Weihnachtsgelage, das ich vorgesehen hatte.

Eine ganz spezielle Roulade hätte es werden sollen mit Apfelsauce. Tja, ich musste wohl oder übel einige Gänge runterschalten. Aber auch mit wenig Energie und ein bisschen Fantasie lässt sich ein festliches Mal zubereiten.

Ich persönlich finde es schön, wenn immer ein paar der Zutaten aus dem eigenen Garten stammen. Ja, das geht auch im Winter. Bei der Roulade wären es die Äpfel gewesen, zwar nicht aus meinem Garten, aber ich darf sie immer bei meiner Nachbarin pflücken gehen.

Beim neuen Gericht sind es stattdessen Randen, Räben und Kartoffeln - nur Letztere aus dem Keller, die anderen beiden direkt aus dem Beet. Irgendwie sorgen genau diese Zutaten für noch mehr Liebe und Freude auf dem Teller - oder zumindest bei der Köchin.

So, und nun kommt das, was meine Mutter mir beigebracht hat, nicht mit Worten, sondern Taten: Egal, wie einfach ein Gericht auch sein mag, man kann es immer, wirklich immer festlich und ausgefallen daherkommen lassen, wenn man nur ein kleines Bisschen Fantasie walten lässt.

Fantasie und kleine Chrömli-Förmchen. Rüebli, Rettich und Randen eignen sich am Besten dafür: Ob gekocht oder roh, wenn man sie in Rädchen schneidet und dann mit den Förmchen Herzen, Elche oder Schneesterne aussticht, wie man gerade Lust hat, zaubert man ganz schnell ein fröhliches, liebevolles und alles andere als langweiliges Menü, selbst wenn man eigentlich gar nicht mehr kochen mag.

So, ich werde mich jetzt wieder hinlegen und auskurieren. Ihnen wünsche ich eine schöne Zeit zwischen den Jahren, alles Liebe im 2017 und ganz viel Fantasie beim Kochen.

Rezept

Ich wähle die vegane Variante, Sie können das vegane natürlich ganz einfach durch Milchprodukte ersetzen, ich mache das mit den normalen Rezepten auch immer, nur eben andersrum.

Für den Salat: Diverse Salate, am besten bunt mischen, wenn möglich auf saisonal, regional und bio achten. Mit Rüebli, Randen und Rettich garnieren, mit (selbstgezogenen oder gekauften) Sprossen und gerösteten Samen überrieseln, Sauce nach Belieben.

Für den Hauptgang:

  • Kartoffelstock spezial: Kartoffel und Räben in Salz- oder Bouillonwasser kochen, mit dem Passe-vite (oder dem Mixer) zu Brei zerkleinern, Hafermilch und vegane Margarine unterrühren, mit Muskatnuss, Pfeffer und Salz würzen.
  • Beigemüse: Broccoli, weissen und violetten Blumenkohl und Romanesco in Salz- oder Bouillonwasser kochen.
  • Pilzsauce: verschiedene Pilze (am liebsten selbst gesuchte und getrocknete Steinpilze und Totentrompeten, eine halbe Stunde im Wasser eingelegt. Da das Pilzjahr aber schlecht war, gabs bei mir eben gekaufte Steinpilze und Champignons) in Zwiebeln und Knoblauch andünsten, Mehl dazugeben, mit Wasser und Sojarahm ablöschen, mit Bouillonwasser zu einer schönen Sauce verrühren.
  • Lupinenschnitzel: Es ist das Filet unter den veganen Produkten und enthält viel Eiweiss und andere wichtige Stoffe. Kurz anbraten und mit allem anderen schön auf dem Teller servieren. Dekoration nicht vergessen! E Guete!