Niederwil
92 Prozent fühlen sich wohl: Reusspark wird für gute Arbeitsplatzkultur ausgezeichnet

Der Reusspark im Niederwiler Gnadental erhält gleich zwei Zertifikate für seine gute Arbeitsplatzkultur. Rund 326 Festangestellte und 63 Lernende wurden zu ihren Erfahrungen befragt.

Melanie Burgener
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Die Geschäftsleitung bemüht sich um viele Wohlfühlfaktoren.

Die Geschäftsleitung bemüht sich um viele Wohlfühlfaktoren.

Melanie Burgener

Dass sich die Geschäftsleitung des Reussparks im Gnadental um ein gutes Arbeitsklima kümmert, ist bekannt. Mit ihrem Label «Familie und Beruf» beispielsweise schreiben sie sich die gute Vereinbarung von Geschäfts- und Privatleben der Mitarbeitenden gross auf ihre Fahne. Jetzt wurde das Kompetenzzentrum für Langzeitpflege auch für sein Engagement in der Arbeitsplatzkultur ausgezeichnet – und das gleich zweifach.

Als erstes Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen in der Zentralschweiz und im Kanton Aargau hat der Reusspark von der Firma «Great Place to Work» das gleichnamige Zertifikat für seine gute Arbeitsplatzkultur sowie das «Great Start»-Zertifikat für einen hervorragenden Lehrbetrieb verliehen bekommen.

Die Angestellten sollen stolz auf ihren Arbeitgeber sein

«Wir unterstützen Organisationen bei der Entwicklung einer guten Arbeitsplatzkultur», erklärt Cornelia Schättle, Co-Owner und Consultant von «Great Place to Work». Ihren Anforderungen nach sollen die Angestellten stolz auf ihren Arbeitgeber und ihre Arbeit sein und Spass an ihrem Beruf haben. Bei der Befragung im Reusspark erreichten sie in beiden Bereichen, dem der Angestellten und dem der Lernenden, eine Rücklaufquote von über 70 Prozent. Laut Schättle ist das sehr hoch.

Für diese Analyse mussten die 326 Festangestellten und die 63 Lernenden zu 66 Aussagen in den Bereichen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Teamgeist und Stolz Stellung beziehen. Bei der Auswertung haben sich dann die Stärken und Schwächen des Betriebes herauskristallisiert.

«Es war in diesem Fall für uns schwierig, die Stärken herauszuheben, weil der Reusspark ein so guter Arbeitgeber ist», lobt Schättle. Gerade im Gesundheitsbereich sei das nicht selbstverständlich, fügt sie an. «Der Reusspark hat es wirklich geschafft, dass 92 Prozent der Angestellten gesagt haben: Ja, an diesem Arbeitsplatz fühle ich mich wohl.»

Gesundheitssektor kämpft um besseres Image und höhere Löhne

Doch auch der Reusspark hat eine Schwäche: Mehr als die Hälfte der Befragten empfinden ihren Lohn als zu niedrig. Direktor Thomas Peterhans ist sich dieser Problematik bewusst. Sie betreffe nicht nur den Reusspark, sondern die Berufe im Gesundheitssektor allgemein. «Zum Glück steht der Lohn bei der Berufswahl heute nicht mehr an erster Stelle.»

Im Fokus seien viel mehr Faktoren wie die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit oder die Mitsprache in einem Betrieb. «Wir haben daran gearbeitet, diese Faktoren zu verbessern», so Peterhans. Und es habe funktioniert: «Die Mitarbeiter identifizieren sich mit uns und sind motiviert. Ihr Engagement geht häufig über das Verlangte hinaus.» Er hofft, dass sich auch andere Unternehmen für eine gute Arbeitsplatzkultur einsetzen und so mithelfen, das Image der Berufe im Gesundheitssektor zu verbessern.

Mit seiner guten Bewertung nimmt der Reusspark im April am Wettbewerb um den «Besten Arbeitgeber der Schweiz» teil.