Rebberg
2020 soll der erste neue Wohler Dorfwein probiert werden können

Beim Rebenbänkli wachsen seit Dienstag gut 100 Reben. Somit hat der Rebberg seinen Namen wieder verdient.

Andrea Weibel
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Der neue Rebberg des Gemeinnützigen Ortsvereins wächst: Weinbauer Stefan Weber, die Vorstandsmitglieder Ernst Hochstrasser, Andrea Fuchs und Peter Isler, Weinbauer Hannes Bigler und Önologe Bruno Hartmann (von links) beim Pflanzen.

Der neue Rebberg des Gemeinnützigen Ortsvereins wächst: Weinbauer Stefan Weber, die Vorstandsmitglieder Ernst Hochstrasser, Andrea Fuchs und Peter Isler, Weinbauer Hannes Bigler und Önologe Bruno Hartmann (von links) beim Pflanzen.

Andrea Weibel

Von der Abendsonne golden beschienen, strahlt der kleine Rebberg beim Wohler Rebebänkli und reckt seine noch winzigen Triebe in den blauen Himmel. Schafe und Lämmer blöken vom Feld nebenan, als wollten sie die Pflänzchen in ihrer Nachbarschaft willkommen heissen und ihnen viel Glück beim Wachsen wünschen. «Es ist ein perfekter Platz für Trauben», attestiert Önologe Bruno Hartmann dem kleinen Fleckchen Land. Jetzt kann der Rebberg seinem Namen endlich wieder alle Ehre machen, wie er es zuletzt 1910 getan hat: Der Gemeinnützige Ortsverein (GOV) konnte seinen neuen, winzigen, mit etwas über 100 Traubenstöcken bestandenen Rebberg am Dienstag feierlich einweihen. «Wir sind glücklich, dass Wohlen endlich wieder zu den Weindörfern gehört», sagte GOV-Präsident Peter Isler feierlich. Noch vor einem Jahr sass er mit dem Remiger Weinbauern, Önologen und Kellermeister Hartmann auf genau diesem Platz und fragte: «Sei ehrlich, ist das eine dumme Idee?» Hartmann erinnert sich: «Ganz und gar nicht, der Platz ist geradezu prädestiniert für den Weinbau.»

«Ich habe ein gutes Gefühl»

Mit den beiden Wohler Hobby-Winzern Stefan Weber und Hannes Bigler, die selber im Sunnezyt eigene Reben bewirtschaften und sich nun auch ums GOV-Rebbergli kümmern, ist dem Verein zudem ein Glücksgriff gelungen. «Als Winzer muss man ein gewisses Gespür für Pflanzen und Natur haben. Ich habe mit den beiden gesprochen, und ich habe ein gutes Gefühl», so Experte Hartmann. «Nun muss nur das Wetter stimmen, die letzten zwei Jahre waren bitter, hoffen wir auf Besserung.»

Dann könne der erste Wohler Souvignier gris schon 2019 geerntet und 2020 als fertiger Weisswein degustiert werden. «Wie süss man ihn keltern will, werden wir noch besprechen», erklärte Isler schmunzelnd, nachdem er zur Feier des Tages einen sehr süssen Souvignier gris aus der Ostschweiz kredenzt hatte. Doch nicht nur Weinliebhaber können sich freuen, die Trockensteinmauern des Rebbergs bieten auch einer Vielzahl von Tieren wunderbaren Unterschlupf, das war dem GOV ebenfalls ein wichtiges Anliegen.

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