Dottikon
17-Jähriger starb auf Zebrastreifen: Bundesgericht spricht Autolenker sieben Jahre später frei

Mehr als sieben Jahre nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Dottikon ist ein in den Unfall involvierter Autolenker vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei gesprochen worden. Das Bundesgericht wies eine Beschwerde der Eltern gegen den Freispruch des Obergerichts ab.

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Zum tödlichen Unfall auf dem Fussgängerstreifen kam es im Dezember 2010. Bild: Michael Spillmann
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Zebrastreifen in Dottikon
Der Fussgängerstreifen sieht heute so aus. Nach dem tödlichen Unfall reagierten Gemeinde und Kanton, indem Markierung und Beschilderung des Fussgängerstreifens auf der Bahnhofstrasse verbessert wurden. Dazu wurde der Warteraum für Passanten gesichert und ein Aufmerksamkeitsfeld für Sehbehinderte aufgetragen. Auch die Beleuchtung wurde angepasst. Zirka zwei Jahre später kam es zu einem weiteren schweren Unfall auf dem gleichen Fussgängerstreifen. Dabei wurde eine 83-jährige Frau von einem Auto angefahren und schwer verletzt. (pz)  
Zirka zwei Jahre nach dem tödlichen Unfall kam es beim selben Fussgängerstreifen zu einem zweiten schweren Unfall: Eine 83-Jährige wurde von einem Auto erfasst und schwer verletzt.

Zum tödlichen Unfall auf dem Fussgängerstreifen kam es im Dezember 2010. Bild: Michael Spillmann

AZ

Der Unfall hatte sich am 22. Dezember 2010 kurz nach 7 Uhr morgens ereignet. Der 17-jährige Vincent überquerte auf dem Fussgängerstreifen die Bahnhofstrasse in Dottikon, als er von einem Fahrzeug erfasst wurde. Das Auto hatte sich ihm von links genähert.

Der 17-Jährige wurde auf die Gegenfahrbahn geschleudert, wo er von einem entgegenkommenden Fahrzeug erfasst und mitgeschleift wurde. Dabei erlitt er tödliche Verletzungen.

Mehrere Beschwerden

Das Bezirksgericht Bremgarten sprach den Viano-Lenker vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Anders sah es das Aargauer Obergericht. Dieses verurteilte den Lenker des zweiten Fahrzeugs 2016 wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 50 Franken und einer Busse von 2000 Franken.

Dieses Urteil fällte das Obergericht nach der ersten Rückweisung durch das Bundesgericht. Es blieb bei seinem ursprünglichen Strafmass. Zudem wurde der Lenker zu einer Genugtuungszahlung an die Eltern und den Bruder des Opfers von total 25'000 Franken verpflichtet.

Wiederum gelangte der involvierte Lenker ans Bundesgericht. Dieses hiess seine Beschwerde 2017 ein weiteres Mal teilweise gut, so dass der Fall zum dritten Mal beim Obergericht lag. Es sprach den Lenker im Mai 2017 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.

Eine Beschwerde der Familie des Opfers hat das Bundesgericht nun abgewiesen, soweit es auf die Rügen eingetreten ist.

(Urteil 6B_803/2018 vom 26.04.2018)

(sda/AZ)