Wohlen
15 Monate bedingt für Raserfahrt: Gericht verurteilt Vizeammann Huwiler

Der Wohler Vizeammann Paul Huwiler ist vom Bezirksgericht Bremgarten für seine Fahrt mit 144 km/h in der 80er-Zone mit 15 Monaten bedingt und 5000 Franken Busse bestraft worden. Weil er das Verdikt schon vorgängig akzeptiert hat, konnte die Verhandlung im abgekürzten Verfahren durchgeführt werden.

Toni Widmer
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Paul Huwiler

Paul Huwiler

Tele M1

Der Wohler Vizeammann Paul Huwiler ist vom Bezirksgericht Bremgarten für seine Fahrt mit 144 km/h in der 80er-Zone mit 15 Monaten bedingt und 5000 Franken Busse bestraft worden. Weil er das Verdikt schon vorgängig akzeptiert hat, konnte die Verhandlung im abgekürzten Verfahren durchgeführt werden. Sie dauerte lediglich eine knappe halbe Stunde.

Mit 144 km/h gemessen

Der Fall ist bekannt: Paul Huwiler, bis Ende Jahr Vizeammann von Wohlen, ist am Freitagnachmittag, 23. Juni, bei einer Fahrt im Kelleramt zwischen Oberlunkhofen und Arni mit 144 km/h von der Laserpistole der Kantonspolizei gemessen worden. Nach Abzug der üblichen Sicherheitsmarge entsprach das einer Geschwindigkeitsübertretung von 60 km/h. Damit war der Rasertatbestand laut Strassenverkehrsgesetz erfüllt. Huwiler musste seinen Führerausweis sofort abgeben, und auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten wurde vorübergehend auch sein Auto beschlagnahmt.

Jetzt hat das Bezirksgericht Bremgarten Paul Huwiler im abgekürzten Verfahren zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten, bedingt erlassen bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie einer Busse von 5000 Franken verurteilt. Huwiler muss weiter auch die Verfahrenskosten – unter anderem die Untersuchungskosten von 316 Franken sowie eine Anklagegebühr von 1950 Franken – übernehmen.

Das vorerst beschlagnahmte Auto hat ihm die Staatsanwaltschaft mittlerweile wieder zurückgegeben. Es steht ungenutzt in Huwilers Garage, denn seinen Fahrausweis wird er wohl erst in rund zwei Jahren wieder erhalten. Huwiler ist seit dem letzten Frühsommer mit öV und E-Bike unterwegs.

Die Gerichtsverhandlung im abgekürzten Verfahren war möglich, weil Paul Huwiler den Tatbestand anerkannte und sich der Staatsanwalt mit ihm und seinem Verteidiger über das Strafmass einigen konnte. Das Bezirksgericht unter dem Vorsitz von Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf hatte lediglich noch die getroffene Vereinbarung auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen.

Die Befragung von Huwiler durch die Gerichtspräsidentin war dementsprechend kurz. Der Beschuldigte gab zu, unter Zeitdruck zu stark aufs Gaspedal gedrückt zu haben. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er mit einer so hohen Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei: «Ich kenne die Strecke. Es herrschte kein Verkehr, es gibt dort keine gefährlichen Einmündungen, und ich habe nach dem Ortsausgang in Oberlunkhofen zu stark beschleunigt.» Es sei eine Fehlleistung gewesen, die ihm leidtue.

«Eine vernünftige Erklärung dafür gibt es nicht», sagte Huwiler. Er anerkenne Schuld und Strafe und sei froh, wenn die leidige Sache mit dem Gerichtsurteil endlich abgeschlossen werden könne.

Das Gericht segnete die von Staatsanwalt und Angeklagtem getroffene Vereinbarung nach kurzer Beratung ab. Das Vergehen von Huwiler sei keineswegs leicht, hielt Gerichtspräsidentin Wipf in der Urteilsbegründung fest: «Sie sind mit ihrer Fahrt das hohe Risiko eines schweren Unfalls mit verletzten Personen eingegangen. Die Strafe von 15 Monaten Gefängnis erachtet das Gericht deshalb als angemessen.»