Oftringen

Erste Aargauer Gemeinde fordert ein Dach über der Autobahn

Die Autobahn A1 auf der Höhe der Gemeinde Oftringen.

Die Autobahn A1 auf der Höhe der Gemeinde Oftringen.

In Zürich wird aktuell die Autobahn in Schwamendingen eingehaust. Im Aargau ist die A1 in Neuenhof auf einem kurzen Stück ganz überdacht worden (in Lenzburg und bei Zofingen nur teilweise). Jetzt fordert Oftringen eine Einhausung auf einer Länge von gegen einem Kilometer.

In der Gemeinde Oftringen liegt seit Ende letzter Woche eine Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) auf, die es in sich hat. Der Gemeinderat möchte mit höheren Qualitätsanforderungen die Wohnqualität in Oftringen steigern, will das Gebiet entlang der Kantonsstrasse K104 (Luzerner- und Baslerstrasse) konsequent verdichten und hat klare Pläne für eine Zentrumentwicklung und die Autobahn. «Wir wollen nicht eine reine Schlaf-Gemeinde mit vielen Billigwohnungen werden», sagt Gemeindeammann Hanspeter Schläfli.

Ein grosses Gebiet wird explizit von der Neugestaltung mit dieser BNO-Gesamtrevision ausgenommen: Die Areale um den Autobahnanschluss A1 mit den Fachmarktcenteren (Obi, Bauhaus etc). Denn dafür hat man grössere Pläne. Parallel zu dieser BNO-Revision hat der Gemeinderat beschlosssen, eine Überdeckung der Autobahn anzustreben. «Wenn das Bundesamt Astra die Autobahn auf sechs Spuren ausbauen will, fordern wir eine Überdachung von der Eisenbahnbrücke bis mindestens zur Kirchstrasse», sagt Schläfli. So könnten die beiden Ortsteile wieder zusammenwachsen. «Mit dem Bau der Autobahn wurde damals unser Dorf ja zerschnitten.» Das war in den Sechzigerjahren.

Auf der Überdachung wäre dann Platz für eine architektonische Landmarke wie das Westseide in Bern-Brünnen, meint Bauverwalter Peter Göldi. «Ganz so gross müsse es ja nicht zwingend sein», ergänzt Schläfli, «aber eine Überdachung schafft schon Raum für einen grösseren Wurf und mehr Freiraum mit Begegnungszonen.»

Oftringen wird sich allerdings noch etwas gedulden müssen, bis die beiden Ortsteile wieder zusammenwachsen. Als erstes ist im Aargau der 6-Spur-Ausbau der A1 von Aarau Ost bis zur Verzweigung Birrfeld vorgesehen – mit einem Realisierungshorizont 2030. Erweiterungsprojekte für den Abschnitt Aarau-Ost-Wiggertal sind gemäss Bundesrat erst für die Zeit nach 2040 geplant. (jow/az)

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