Entscheid
Das Fricktal erhält eine neue Mittelschule – das Rennen zwischen Lenzburg und Windisch geht in die Verlängerung

Bildungsdirektor Alex Hürzeler hat an einer Skype-Medienkonferenz über den Stand der Planung für die beiden notwendig werdenden neuen Mittelschulen im Aargau informiert. Im Fricktal ist eine gesetzt. Sowohl hier als auch im Aargauer Mittelland ist der Standort aber noch unklar.

Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Britta Gut

Um genügend Platz für alle künftigen Aargauer Mittelschülerinnen und Mittelschüler bieten zu können, plant der Kanton Aargau die Errichtung einer neuen Mittelschule im Fricktal. Die Standortsuche mit den Fricktaler Gemeinden und eine vertiefte Evaluation führten schliesslich zu drei geeigneten Standorten, wie Bildungsdirketor Alex Hürzeler an einer Skype-Medienkonferenz sagt. Alle drei Standorte seien geeignet.

Öffentlichkeit soll Standortwünsche angeben

Es sind die Areale Ebnet in Frick, Neumatt Ost in Stein sowie Engerfeld in Rheinfelden. Die Öffentlichkeit sei eingeladen, ihre Präferenz für einen der drei Standorte bekannt zu geben. Die Anhörung dazu dauert vom 26. März bis zum 26. Juni.

Das Mittelschulsystem des Kantons Aargau stösst bereits heute an die Grenzen seiner Kapazität. In den kommenden Jahrzehnten wächst die Zahl der Schülerinnen und Schüler aus rein demografischen Gründen voraussichtlich um fast ein Drittel. Im Fricktal besteht zusätzlicher Handlungsbedarf: Die Fricktaler Schülerinnen und Schüler werden künftig nicht mehr wie heute die Mittelschulen in Basel-Landschaft und Basel-Stadt besuchen können, da auch diese Kantone mit einem bedeutenden demografischen Wachstum zu rechnen haben.

Die Überweisung der entsprechenden Botschaft an den Grossen Rat ist auf den Spätsommer 2021 geplant. Übergangslösung für Fricktaler Schülerinnen und Schüler in Planung Die Kantone des Bildungsraums Nordwestschweiz, dem neben dem Kanton Aargau die Kantone Basel-Landschaft (BL), Basel-Stadt (BS) und Solothurn (SO) angehören, pflegen bezüglich der gegenseitigen Aufnahme von Mittelschülerinnen und -schülern einen engen Austausch.

Schrittweise weniger Schüler in BL und BS

Gemäss der gemeinsamen Absichtserklärung von Ende 2020 werden die Mittelschulen der Kantone BL und BS ab Mitte der Zwanzigerjahre schrittweise weniger Aargauer Schülerinnen und Schüler aufnehmen können. Für die Übergangsphase bis zur geplanten Inbetriebnahme einer mit genügend Kapazitäten für alle Fricktaler Mittelschülerinnen und -schüler ausgestatteten eigenen Mittelschule im Fricktal im Jahre 2029 werden verschiedene Varianten geprüft.

Die Fricktaler Schülerinnen und Schülern sollen laut Mitteilung jederzeit Zugang zum gleichen Angebot an Bildungsgängen an Mittelschulen haben wie in den übrigen Kantonsteilen. Zudem ist mit den Partnerkantonen vereinbart, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung dort abschliessen können, wo sie sie begonnen haben.

Standortsuche Mittelland noch im Gang, neue Optionen für Ausbau in Aarau

Mit der Durchführung einer Anhörung zur Standortfestsetzung einer neuen Mittelschule im Aargauer Mittelland wird laut Bildungsdepartement entgegen der ursprünglichen Planung noch zugewartet. Gründe dafür sind einerseits der höhere Zeitdruck im Fricktal und andererseits die aktuellen Entwicklungen im Mittelland. So haben sich im Westaargau mit dem Angebot der Stadt Aarau an den Kanton zum Abtausch der Bezirksschulanlage Zelgli gegen die Sportanlage Telli neue Optionen zum Ausbau der bestehenden beiden Kantonsschulen in Aarau eröffnet.

Lenzburg oder Windisch: Grösstes Schülerwachstum im Ostaargau

Gleichzeitig sei die Evaluation von potenziellen Standorten in Lenzburg und Windisch noch nicht ausgereift genug für eine Anhörung, heisst es weiter. Zudem zeigten die neusten Bevölkerungsprognosen von Statistik Aargau, dass das grösste Wachstum in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen im Ostaargau zu erwarten ist. Die Anhörung zum Standortentscheid für die neue Mittelschule im Mittelland wird daher erst im nächsten Jahr erfolgen, voraussichtlich im zweiten Semester 2022.

Ziel: eine neue Mittelschule im Fricktal, eine im Aargauer Mittelland

Das prognostizierte demografische Wachstum der nächsten Jahrzehnte führt an den Aargauer Mittelschulen zu zusätzlichem Schulraumbedarf. Zudem gibt es im Fricktal inzwischen genügend Mittelschülerinnen und -schüler, um einen eigenen Standort auszulasten. Der Grosse Rat hat 2019 den Planungsbericht zur räumlichen Entwicklungsstrategie für die Mittelschulen bis 2045 beschlossen. Der Bericht umfasst neun Leitsätze und beinhaltet nebst dem Ausbau bestehender Standorte (Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen) auch die Errichtung von zwei neuen Mittelschulen, je einer im Fricktal und einer im Aargauer Mittelland.

Reaktionen folgen