Ein Trio fast auf Augenhöhe

Oberrohrdorfs Gemeinderatskandidaten verpassen das absolute Mehr – Thomas Heimgartner wird Ammann.

Andreas Fretz
Merken
Drucken
Teilen
Severine Jegge (CVP), 551 Stimmen. Thomas Schneider (FDP), 519 Stimmen. Angela Kaiser (parteilos), 464 Stimmen.
3 Bilder
Severine Jegge (CVP), 551 Stimmen. Thomas Schneider (FDP), 519 Stimmen. Angela Kaiser (parteilos), 464 Stimmen.
Severine Jegge (CVP), 551 Stimmen. Thomas Schneider (FDP), 519 Stimmen. Angela Kaiser (parteilos), 464 Stimmen.

Severine Jegge (CVP), 551 Stimmen. Thomas Schneider (FDP), 519 Stimmen. Angela Kaiser (parteilos), 464 Stimmen.

Die drei Kandidierenden um den freiwerdenden Gemeinderatssitz in Oberrohrdorf lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Auszählung der Stimmen herrscht nahezu eine Pattsituation. Severine Jegge (CVP) erhielt 551 Stimmen, Thomas Schneider (FDP) 519 und die parteilose Angela Kaiser-Michel 464. Die Stimmbeteiligung lag bei 59,1 Prozent. Da im ersten Wahlgang niemand das absolute Mehr von 776 Stimmen erreicht hat, wird am 29. November ein zweiter Wahlgang nötig.

Die Chancen, dass nach dem Rücktritt von Ammann Kurt Scherrer (FDP) zum ersten Mal in der Geschichte des Dorfes die Frauen die Mehrheit im Gemeinderat innehaben, sind weiterhin intakt. Severine Jegge schnitt im ersten Durchgang am besten ab. «Dass das Resultat so eng ausfallen würde, habe ich nicht erwartet», sagt die 47-jährige Personalfachfrau. Auch nicht erwartet habe sie, dass sie die meisten Stimmen erhalte. «Es freut mich, dass ich einen kleinen Vorsprung erarbeiten konnte. Das enge Feld zeigt aber auch, dass Oberrohrdorf über drei sehr gute Kandidaten verfügt.» Für Jegge ist klar, dass sie im zweiten Wahlgang wieder antreten wird. «Die erste Hürde habe ich gemeistert, darauf kann ich nun aufbauen», sagt sie.

Etwas zurückhaltender zeigt sich der einzige Mann im Feld der Kandidierenden. «Dass es einen zweiten Wahlgang geben wird, habe ich erwartet», sagt Thomas Schneider. Der 58-jährige Geophysiker macht aber keinen Hehl daraus, dass er sich ein bisschen mehr Stimmen auf seinem Konto erhofft ­hatte. «Eine leichte Enttäuschung schwingt mit», sagt er. Vor allem, weil er sich in Oberrohrdorf über dreissig Jahre in verschiedensten Ämtern und Funktionen engagiert habe. «Ich dachte, das wird mehr gewichtet. Aber als einziger Mann gegen zwei Frauen war es vielleicht schwerer.» Ob er zum zweiten Wahlgang antreten wird, will Schneider noch mit seiner Partei, der FDP, besprechen. «Aber ich gehe davon aus, dass ich wieder dabei sein werde», sagt er.

«Sehr zufrieden» mit ihrem Ergebnis ist Angela Kaiser-Michel. «Viel Bekanntheit, Erfahrung und einen grossen Leistungsnachweis auf dem politischen Parkett mag ich nicht mitbringen», sagt sie, «umso mehr bedanke ich mich bei den Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen.» Sie habe klarere Abstände erwartet, sagt die parteilose Kandidatin. «Zumal die FDP und die CVP im Dorf stark verankert sind und mit Kurt Scherrer ein FDP-Mitglied den Gemeinderat verlässt.» Ob sie im zweiten Wahlgang antreten wird, darüber will sie noch eine Nacht schlafen.

Ammann: Thomas Heimgartner folgt auf Kurt Scherrer

Klar und deutlich war das Ergebnis bei der Ersatzwahl des Gemeindeammanns. Gemeinderat Thomas Heimgartner (CVP) war der einzige offizielle Kandidat und erreichte 1283 von 1461 gültigen Stimmen. Er wird somit Anfang 2021 die Nachfolge von Kurt Scherrer antreten. «Ich bin sehr dankbar und zufrieden», sagt Heimgartner. «Das Amt ist eine grosse Verpflichtung, ich hoffe, ich kann dem Vertrauen gerecht werden.» Gespannt ist auch er, wer im zweiten Wahlgang um den Gemeinderatssitz obenaus schwingen wird. «Ein so ausgeglichenes Resultat habe ich nicht erwartet. Aber es zeigt, dass die Demokratie in unserem Dorf lebt», sagt der neu gewählte Ammann.