AZ-Leserwandern
Die echten Wanderer lernt man erst bei Wind und Wetter kennen

Ein bisschen gemein war der 13. az-Leserwandertag schon. Er war vor allem das: feucht und kalt. Andererseits erkennt man an trostlosen Tagen die mutigen Menschen. Es waren 70 Frauen und Männer, die von Bürensteig nach Schwaderloch wanderten.

Denise Battaglia
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Schöne Blumen zwischen Wil und Schwaderloch
11 Bilder
Impressionen von der Lesewanderung von Bürensteig nach Schwaderloch
Von Bürensteig nach Schwaderloch Die 70 Wanderer liessen sich vom Regen nicht verdriessen
Die Wanderer durften von der Damhirschwurst probieren
Die Gemeinde Schwaderloch spendiert zum Abschluss Bier und Sandwich
Von Bürensteig nach Schwaderloch Bauer Peter Pfrunder aus Gansingen erklärt seine Damhirschzucht
Von Bürensteig gegen Schwaderloch Gegen Mittag besserte sich das Wetter
Ein sonderbarer Birnbaum in Wil
Schöne Blumen zwischen Wil und Schwaderloch (2)
Auf dem Laubberg offerierte die Gemeinde Gansingen den ersten Apéro
Von Bürensteig nach Schwederloch Ein sonderbarer Birnbaum in Wil

Schöne Blumen zwischen Wil und Schwaderloch

AZ

Sie alle liessen sich nicht vom garstigen Wetter abschrecken und bewiesen damit, dass sie nicht nur Schönwetterwanderer sind, sondern fähig, den inneren Schweinehund zu überwinden. Echte Wanderer eben. Und sie waren sogar gut gelaunt.

Von Leckerei zu Leckerei

Bei strömendem Regen startete die Truppe auf der Passhöhe Bürensteig. Von dort ging es über gut zehn Kilometer und in knapp fünf Stunden - inklusive Boxenstopps - via Laubberg und Wil nach Schwaderloch. Jürg Meier, Landschaftsführer Jurapark Aargau, wies die Truppe zwar immer wieder auf die Schönheiten des Tafeljuras hin - lange mochte aber niemand stehen bleiben. Gestern hielt nur die Bewegung den Körper warm. Zudem schienen die versprochenen Leckereien viele anzutreiben. Gleich viermal wurde die Truppe mit Speis und Trank verwöhnt (vgl. Texte unten) und die Degustations-Teller waren ratzfatz leer.

Mit dabei war auch Joël Mesot, der Direktor des Paul Scherrer Instituts. Für ihn war es sozusagen ein Heimspiel. Er wohnt in Gansingen und marschiert mehrmals wöchentlich auf den Laubberg und zurück. Das brauche er, um den Kopf auszulüften und von der Arbeit abzuschalten erklärte er. Auch Peter Weber, Schweizer Meister im Senioren-Hochsprung und Gemeindepräsident von Mettauertal braucht regelmässig Bewegung. Wandern sei aber eigentlich nicht sein Ding. Das Tempo sei ihm zu langsam. Er geht lieber joggen.

Vorteile von Regenwanderungen

Wandern bei Regen und Kälte hat auch Vorteile, wie die frohe Truppe beim Feierabendbier feststellte:

• Die Wege sind frei, es sind weniger Leute unterwegs und damit auch weniger Walkingstöcke.
• Man schwitzt nicht so schnell.
• Man ist stolz auf sich, weil man den inneren Schweinehund überwunden hat.
• Nur wer bei Regen wandert, entdeckt die schöne Melancholie einer Landschaft in Tropfen.
• Unterwegs trennt sich die Spreu vom Weizen - die Jungs mit den Stoffschuhen geben auf. Die richtigen Wanderer sind nun unter sich.