Coronavirus
Fehlende Spucktests: Aargauischer Lehrerverband fordert Maskenpflicht an Schulen nach den Ferien

Am Montag startet im Aargau wieder der Schulunterricht. Weil die Spucktests an den Kantonsschulen nicht durchgeführt werden können, schlägt der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband Alarm. Ab Sekundarstufe 2 solle weiterhin eine Maske getragen werden.

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Tele M1 Aktuell

In der nächsten Woche startet im Kanton Aargau wieder die Schule nach den Sommerferien. Da sich aber gerade an Feriendestinationen das Coronavirus – und allen voran die Delta-Mutation – erneut stark verbreitet hat, ist die Gefahr gross, dass Kinder und Jugendliche zum Schuljahresbeginn auch das Coronavirus mit in die Klasse bringen und so zu einem Anstieg der Infektionen unter den grösstenteils ungeimpften Schülern führen.

Ziel und Idee wäre es daher gewesen, grossangelegte Massenspucktests durchzuführen, um Infektionsketten schnell und gezielt unterbinden zu können. Da dies im Kanton Aargau auf den Semesterbeginn jedoch nicht funktionieren wird, fordert der Aargauischer Lehrerverband die Wiedereinführung der Maskenpflicht auf Stufe Sekundarschule 2 bis die Durchführung von Massentests wieder möglich ist, sagt Manfred Dubach, Geschäftsführer des Aargauischer Lehrerverbands.

Bei der Forderung des Lehrerverbands handelt es sich um eine Übergangslösung, da Spucktests Schweizweit frühestens ab Mitte August verfügbar sein werden. Zur Verzögerung kommt es, weil dringend benötigte Materialien für die Vollständigkeit der Testkits fehlen.

Keine «triftigen Gründe» für Maskenpflicht an Schulen gegeben

Der Kanton Aargau erteilt der Forderungen der Lehrerinnen und Lehrer derweil eine Abfuhr. Man wollte nichts von einer Maskenpflicht an Schulen auf Sekundarstufe 2 wissen, erläutert Simone Strub, Leiterin Kommunikation Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS): «Für die Wiedereinführung der Maskenpflicht an Aargauer Schulen müssten triftige Gründe gegeben sein, die auf eine spezielle Situation hinweisen würden.»

Die steigenden Corona-Infektionszahlen gepaart mit der sich immer weiter verbreitenden Delta-Mutation, den aus den Ferien zurückkommenden Kindern und das Fehlen einer Möglichkeit zur Durchführen von Massentests seien für den Kanton Aargau keine triftigen Gründe, so das BKS. Unterstützung erhält das Bildungsdepartement etwa von SVP-Grossrat Daniel Aebi.

Für ihn sei klar, dass die Schule kein Pandemietreiber sei: «Andere Massnahmen mit anderen Sachen genügen. Masken braucht es nicht.» Die Schutzmasken könnten auch allfällige Quarantäne-Massnahmen für einzelne Schüler oder ganze Klassen nicht verhindern. Zu Ansteckungen komme es so oder so, erklärt Aebi weiter.

«Müssen wohl ganze Klassen wieder schliessen»

Beim Aargauischen Lehrerverband, der von der Situation am meisten betroffen ist, stossen die Ausführungen des Kantons auf Unverständnis. Man sehe nicht nur die Gesundheit der Schüler, sondern sogar den Präsenzunterricht in Gefahr, warnt Manfred Dubach.

«Das Problem ist doch, dass es gerade bei Schülern im etwas ‹höheren Alter›, etwa auf der Stufe Sekundarschule 2, vermehrt zu Infektionen kommt.» Die Gefahr sei daher sehr real, dass wieder ganze Klassen geschlossen werden und temporär auf Fernunterricht umgestellt werden müsse.

Für Lehrerinnen und Lehrer gilt die bedingte Maskenpflicht indes weiterhin. Können Lehrpersonen Mindestabstände nicht einhalten, sind sie vom Kanton dazu verpflichtet, eine Maske im Unterricht zu tragen. (kca)

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