Ernstfall

Corona-Virus: 17 Verdachtsfälle im Kanton Aargau – fünf Fälle noch ungeklärt

Schutzbrille, Maske und Schürze: KSA-Chefarzt Christoph Fux zeigt, wie sich das Spitalpersonal schützen kann.

Schutzbrille, Maske und Schürze: KSA-Chefarzt Christoph Fux zeigt, wie sich das Spitalpersonal schützen kann.

Im Aargau gab es bisher 17 Verdachtsfälle – 5 sind noch ungeklärt.

Das Corona-Virus kommt der Schweiz und dem Aargau näher und näher. In Norditalien haben sich bereits über 200 Personen infiziert. Seit den jüngsten Meldungen sind im Kantonsspital Baden (KSB) die Vorsichtsmassnahmen für Patientinnen und Patienten und Mitarbeitende verschärft worden. «Alle Patienten mit respiratorischen Problemen müssen – auch aufgrund der Grippe-Welle – beim Eintritt ins Notfallzentrum oder in andere Abteilungen eine Mund- Nasenschutz-Maske überziehen, bis klar ist, was die Ursache des Hustens oder Schnupfens ist», sagt Sprecher Omar Gisler. Die Patienten würden zudem systematisch gefragt, ob sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten oder Kontakt mit Personen aus diesen Gegenden hatten.

Zu Hause statt im Spital in Quarantäne

Im Aargau blieb es bisher beim Verdacht. Laut Kantonsärztin Yvonne Hummel sind im Aargau bisher 17 Verdachtsfälle aufgetreten. «Zwölf Befunde waren negativ, bei fünf Personen ist das Resultat noch ausstehend», sagt sie. Der Kanton analysiere die aktuelle Lage täglich und spreche sich mit den zuständigen Stellen wie dem Bundesamt für Gesundheit und den Spitälern mehrmals wöchentlich ab. «Bisher hat sich für den Verdachtsfall nichts verändert», sagt die Kantonsärztin.

Die Corona-Verdachtsfälle werden im Aargau grundsätzlich an den beiden Kantonsspitälern abgeklärt und betreut sowie dem Kantonsärztlichen Dienst gemeldet. «Aktuell bestehen in den Kantonsspitälern genügend Kapazitäten, um die Verdachtsfälle abzuklären», sagt die Kantonsärztin. Hospitalisiert werden Personen mit Verdacht auf Corona-Erkrankung nur, wenn sie in schlechtem gesundheitlichem Zustand sind. «Sind die Personen in gutem Allgemeinzustand und benötigen keine stationäre Betreuung, werden sie nach Hause in Quarantäne entlassen. Das heisst, sie dürfen keinen Kontakt zu anderen Personen haben», erklärt Hummel. Diese Patientinnen werden auch zu Hause täglich durch spezialisierte Teams der Kantonsspitäler medizinisch überwacht.

Kantonsspital Aarau will Corona-Tests durchführen

Auch wenn es bisher beim Verdacht blieb, wären die beiden Kantonsspitäler im Aargau auf den Ernstfall vorbereitet. Im KSB seien Isolationsmöglichkeiten vorhanden und das Personal ausgebildet. «Sofern nötig, könnte ein ganzes Stockwerk in eine solche Station umgewandelt werden», sagt Omar Gisler. Im Kantonsspital Aarau (KSA) gebe es eine «designierte Abklärungsstation für hospitalisationspflichtige Verdachtsfälle sowie bestätigte Fälle», sagt Sprecher Ralph Schröder. Zudem würde das KSA die Proben künftig gerne selbst auf Corona-Viren testen können. Das Spital habe einen entsprechenden Antrag gestellt, sagt Schröder. Bisher schicken alle Schweizer Spitäler ihre Proben nach Genf ins Nationale Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen.

Wer den Verdacht hegt, mit dem Corona-Virus in Kontakt gekommen zu sein, wird gebeten, den Besuch im Spital telefonisch anzumelden, damit entsprechende Vorsichtsmassnahmen getroffen werden können.

Talk Täglich zum Corona-Virus: Am Dienstagabend um 18.30 Uhr wird auf Tele M1 diskutiert, wie der Kanton vorbereitet ist.

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