Schinznach-Dorf
Zusammenspiel von Musikgesellschaft und Ballettschule begeisterte

Die Musikgesellschaft Schinznach-Dorf trat mit Tänzerinnen der Ballettschule Graf-Weissbarth aus Hausen und Brugg auf.

Irene Hung-König
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Die Musikanten waren für einmal im Hintergrund und überliessen den Ballerinas die Bühne. Irene Hung-König

Die Musikanten waren für einmal im Hintergrund und überliessen den Ballerinas die Bühne. Irene Hung-König

Von Irene Hung-König

«Musik trifft Ballett» – unter diesem Schlagwort kamen die Gäste am Samstagabend in den Genuss eines abwechslungsreichen und wohl auch einmaligen Konzerts. Die Idee dahinter stammte von Dirigent Davide Bazzochi. Er war schon für den Besuch seiner ehemaligen «Banda Musicale Gioacchino Rossini di Ponderano» im März vor einem Jahr verantwortlich. Rund 80 Musikantinnen und Musikanten standen damals auf der Bühne.

Mit der Ballett-Idee kam Davide Bazzochi im letzten Sommer an. Diese wurde zunächst etwas skeptisch entgegengenommen, wie Neu-Präsident Michael Kopp berichtete. «Das ist in der 159-jährigen Geschichte der Musikgesellschaft so noch nie vorgekommen», berichtete der Nachfolger von Simon Baldinger. «Doch dann stellten wir uns bei der Ballettschule vor und stiessen auf offene Ohren.» Die Tänzerinnen begannen im Oktober unter der Leitung ihrer Lehrerinnen Katharina Wettstein-Graf, Sara Fisler-Weissbarth und Patricia Hirschi mit ihren Proben. «Wir starteten hingegen etwas später», gestand Kopp.

Zu seiner allerersten Amtshandlung auf der Bühne bat er seinen Vorgänger Simon Baldinger nach vorne. Für seine elf Jahre als Präsident erhielt dieser eine Urkunde überreicht, zudem wurde er mit dem Titel «Ehrenpräsident» ausgezeichnet.

Mädchen mit langen Kleidern

Beim Thema «Musik trifft Ballett» verwunderte es nicht, dass im Publikum auffallend viele Mädchen in langen, glitzernden Kleidern sassen, die es kaum erwarten konnten, die Tänzerinnen auf der Bühne zu sehen. Der erste Teil des Abends gehörte jedoch noch ganz der Musikgesellschaft, die mit «La Muchacha», dem «Santana à Portrait» oder «Besame Mucho» drei Latino-Stücke aus dem Kirchenkonzert 2017 spielten.

Vor der Pause erschien Moderatorin Petra Kull im weissen, glitzernden Tutu auf der Bühne und gestand: «Darauf freue ich mich, seit ich von der Zusammenarbeit mit der Ballettschule weiss.»

Fliessend und anmutig

Im zweiten Teil agierte die Musikgesellschaft, nun ganz in schwarz gekleidet, nur noch vom hinteren Teil der Bühne aus. Die jungen Ballettélèven in ihren rosé und roten Kleidern tanzten zur «Fireworks Selection» von Georg Friedrich Haendel, zur rassigen «kleinen ungarischen Rhapsody» oder dem «Andante».

Das Zusammenspiel mit den anmutigen, fliessenden Bewegungen, den synchron ausgeführten Pirouetten, lösten bei den Gästen wahre Begeisterung aus. Auch zum Musical «the beauty and the beast» aus dem Jahre 1991 passten die abgestimmten Choreografien. Die Konzentration war den Tänzerinnen anzusehen, ab und zu war ein Lächeln auszumachen. Die Gäste hatten nach den vier Stücken noch nicht genug und klatschten die Tänzerinnen heraus. Ob es derartig spezielle Konzerte weiter geben wird, ist unklar. Denn Dirigent Davide Bazzochi verlässt die Musikgesellschaft diesen Sommer in Richtung Heimat.

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