Windisch
Gemeinderatswahlen im Herbst: Das Kandidatenkarussell dreht sich weiter

Ohne klassische Ochsentour: Den meisten Gemeinderatskandidaturen in Windisch fehlt die politische Erfahrung auf kommunaler Ebene. In den nächsten Wochen sind weitere Kandidaturen zu erwarten, teilweise gibt es schon Anhaltspunkte, wer noch infrage kommt.

Claudia Meier
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Im Gemeindehaus Windisch kommt es zu Verändrungen: Im Herbst treten drei der fünf Gemeinderäte nicht mehr zur Wiederwahl an.

Im Gemeindehaus Windisch kommt es zu Verändrungen: Im Herbst treten drei der fünf Gemeinderäte nicht mehr zur Wiederwahl an.

Bild: mhu (18. Juni 2018)

Als Dieter Egli (SP) Ende Oktober 2020 im Einwohnerrat für die Wahl in den Regierungsrat des Kantons Aargau Geschenke entgegennehmen durfte, versprach er, man werde in seiner Politik immer spüren, dass er aus dem Bezirk Brugg komme und ein Windischer sei. Ob er damals auch schon an die Gesamterneuerungswahlen 2021 in Windisch gedacht hat, ist nicht bekannt.

In der Zwischenzeit ist durchgesickert, dass Regierungsrat Egli in seinem Departement den leitenden Oberstaatsanwalt, Philipp Umbricht, zurückpfiff und ihm eine Kandidatur als FDP-Gemeinderat am Wohnort der beiden in Windisch untersagte. Das hatte zur Folge, dass die FDP nach Anita Bruderer in einer zweiten Versammlung den in der Gemeinde weitgehend unbekannten Conrad Gerhardt als Kandidat für die Wahl am 26. September nominierte.

Der neue SVP-Kandidat ist im Windischer Wahlbüro engagiert

Im Gegensatz zu Umbricht, der sich in Windisch seit vielen Jahren im Einwohnerrat sowie in Kommissionen und Arbeitsgruppen engagiert, haben die FDP-Neulinge keine politische Erfahrung in der Wohngemeinde. Auch der neue SVP-Kandidat Novica Vidic, der sich neben der bisherigen Gemeindepräsidentin Heidi Ammon von der Partei hat aufstellen lassen, ist bisher einzig im Windischer Wahlbüro aktiv.

Gespannt darf man also sein, ob die CVP wie beabsichtigt tatsächlich mit einer eigenen Kandidatur aufwarten kann oder nicht. Das sollte sich in den nächsten Wochen zeigen.

SP-Frau sagt nichts und Kleinparteien evaluieren weiter

Noch etwas mehr Zeit braucht die SP, die Anfang Mai entscheiden will. Nach dem Rücktritt von Vizepräsidentin Rosi Magon und der Wiederkandidatur von Gemeinderat Bruno Graf erheben die Sozialdemokraten Anspruch auf einen zweiten Sitz in der fünfköpfigen Exekutive. Ob die Kandidatin oder der Kandidat dereinst politische Erfahrung auf kommunaler Ebene vorweisen kann, steht noch in den Sternen.

Bekannt ist, dass Fraktionschefin Luzia Capanni aktuell nicht zur Verfügung steht. Mit der Auflösung der Schulpflege per Ende Jahr, wäre Schulpflegepräsidentin Isabelle Bechtel eine denkbare Kandidatin. Sie äussert sich nicht dazu.

Bei den Grünliberalen, die bisher nicht im Einwohnerrat Windisch vertreten sind, zeichnet sich keine Kandidatur für den Gemeinderat ab. Noch am Laufen ist die Suche nach einer geeigneten Kandidatur bei der EVP. Die Grünen sind in Windisch noch nicht als eigene Partei aufgetreten.