Windisch/Hausen
Stiftung Domino setzt künftig auf Freiwilligenarbeit

Der Bau des neuen Wohnheims verzögert sich weiter. Dafür konnte die Stiftung Domino das vergangene Jahr besser abschliessen als erwartet.

Désirée Ottiger
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Bewohner und Betreuer in der Küche des «Mikado». Die 35-jährige Küche wird bei der Generalüberholung des Gebäudes wieder auf den neusten Stand gebracht.

Bewohner und Betreuer in der Küche des «Mikado». Die 35-jährige Küche wird bei der Generalüberholung des Gebäudes wieder auf den neusten Stand gebracht.

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Bereits seit 2012 möchte die Stiftung Domino, eine Organisation für Behinderte, den Bau eines neuen Wohnheims in Hausen realisieren. 2015 wurde ein Wettbewerbsprojekt ausgewählt und beim Kanton eingereicht. Zwei Monate später folgte seitens des Kantons ein Moratorium für zwei Jahre für Bauten im Bereich Sonderschulung, Heime und Werkstätten. Dies infolge von Sparmassnahmen.

Davon ist auch der Neubau der Stiftung Domino betroffen. «Der Neubau ist unser Hauptprojekt, aber er ist nach wie vor im Dornröschenschlaf», sagt der Präsident des Stiftungsrats, Peter Müller, an der Jahresmedienkonferenz. Zurzeit laufen deshalb Gespräche mit dem Kanton, in denen die Stiftung Domino abklärt, ob das Projekt noch angepasst werden kann. Allenfalls könnten Betreuungsplätze für Menschen mit anspruchsvollem Verhalten integriert werden, denn für solche Plätze besteht im Kanton eine grosse Nachfrage. Bis im Herbst sollen laut Peter Müller erste Ergebnisse vorliegen und es soll klar sein, ob so das neue Wohnheim nach Ablauf des Moratoriums möglichst schnell realisiert werden kann.

Abschluss besser als erwartet

Der Neubau ist nicht das einzige Bauprojekt der Stiftung Domino. Im vergangenen Jahr wurde die Gastroküche im Wohnheim in Hausen erneuert, um wieder den kapazitätsmässigen und hygienetechnischen Standards zu entsprechen. Der Umbau konnte 20 Prozent unter dem Kostenvoranschlag realisiert werden, kostete also rund 120 000 Franken weniger als erwartet. Dies führe zu einem kleinen Ertragsüberschuss in der Betriebsrechnung von rund 10 000 Franken. Unter Berücksichtigung der Spenden ergibt dies ein Gesamtergebnis von rund 86 000 Franken. Seit dem Jahresende ist die Stiftung Domino zudem schuldenfrei, die verbliebene Hypothek von 200 000 Franken konnte 2016 zurückbezahlt werden. Das Geld, das aus Spenden generiert wird, fliesst in Lager, Ausflüge oder Anlässe. Neu kommt es auch der Ausbildung von Freiwilligen zugute. Mit freiwilligen Mitarbeiten will die Stiftung Domino vermehrt persönliche Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner erfüllen. Zum Beispiel sollen die Freiwilligen künftig als Begleitung bei Ausflügen oder im Fahrdienst im Einsatz sein. Auch bei einem Zirkusprojekt, dass in der ersten Oktoberwoche gemeinsam mit der Schule Hausen durchgeführt wird, sollen bereits einige Freiwillige mithelfen. Die Freiwilligen sind da, um den Klienten und Klientinnen Zeit zu schenken und sollen kein Ersatz für professionelle Betreuung sein, betont Geschäftsführer Rainer Hartmann.

Im Herbst erwartet die Stiftung Domino auch eine weitere Projekt- und Baugenehmigung des Kantons und der Gemeinde. Denn, wieder steht die Stiftung vor einem Bauprojekt, diesmal in Windisch. Am Gebäude, worin sich Werkateliers und die Räume für Kunsthandwerk sowie das Café Mikado und ein Shop befinden, sollen verschiedene Anpassungen vorgenommen werden.

Baubeginn ist auf 2018 geplant

«Mit seinen 35 Jahren ist das Gebäude nun etwas in die Jahre gekommen», erklärt Peter Schmidlin, Präsident der Baukommission. Bei einer Generalüberholung werden unter anderem die Fenster ausgewechselt, das Dach besser gedämmt und die Haustechnik erneuert. Ausserdem wird die Küche, die ebenfalls schon 35 Jahre auf dem Buckel hat, den heutigen Anforderungen angepasst. «Der Charakter des Gebäudes soll bleiben, die Erkennbarkeit wird gesteigert, indem wir das Haus in farblicher Hinsicht besser präsentieren», ergänzt Peter Schmidlin das Vorhaben.

Die Kosten für das Sanierungs- und Anpassungsprojekt betragen rund 2,8 Millionen. Das Vorprojekt wurde Ende 2016 durch den Kanton genehmigt. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Projekt im zweiten und dritten Quartal 2018 realisiert werden.

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