Stadt Brugg
Aus dem Kupperhaus wird ab Februar ein Künstlerhaus – diese Leute ziehen ein

Die Stadt Brugg vermietet den Bau an der Schulthess-Allee für maximal fünf Jahre. Er soll bis zum Abriss sowohl privat als auch öffentlich genutzt werden.

Maja Reznicek
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Das Kupperhaus an der Schulthess-Allee in Brugg wird befristet zum Künstlerhaus.

Das Kupperhaus an der Schulthess-Allee in Brugg wird befristet zum Künstlerhaus.

Bild: Michael Hunziker

Nach einem Besuch der Ausstellung «Kupper, Salz und Zimmermann» war Jacqueline Weiss begeistert – von den Räumen des Kupperhauses. Dieses soll im Rahmen des Projektes «Alte Post/Zentralisierung der Verwaltung» der Stadt Brugg abgerissen werden. Das Vorhaben sei zurzeit jedoch blockiert, da sich das Bewilligungsverfahren für den Gestaltungsplan «Alte Post» aufgrund von Einsprachen dahinzieht.

Wenn man das Gebäude inzwischen nur für Künstler nutzen könnte, dachte sich Weiss, die sich auch im Vorstand des Salzhauses Brugg befindet. Auf ihre Anfrage folgte schon bald ein Entscheid.

Jacqueline Weiss ist im Vorstand des Salzhaus Brugg.

Jacqueline Weiss ist im Vorstand des Salzhaus Brugg.

Bild: Ina Wiedenmann

Am Freitag veröffentlichte die Stadt Brugg eine Mitteilung, dass man sich im vergangenen Jahr aufgrund der beschriebenen Ausgangslage dazu entschieden habe, die abgeschriebene Heizung des Kupperhauses durch einen gebrauchten Kessel zu ersetzen. Sodann könne man den Bau bis zum Abriss für kulturelle Anlässe und öffentliche Zwischennutzungen ganzjährig zur Verfügung stellen.

Nach Absprache mit verschiedenen Interessenten sei es nun gelungen, «eine gute Mischung von privater und öffentlicher Nutzung vorzusehen, die Potenzial für eine gegenseitige Inspiration hat und das kulturelle Angebot in der Stadt bereichern soll.»

Die Freizeitwerkstatt bietet ein vielfältiges Konzept

Ab Februar 2021 vermietet die Stadt Brugg das Kupperhaus auf maximal fünf Jahre an folgende Parteien: Das erste und zweite Obergeschoss erhalten private Künstlergruppen, die dort eigene Ateliers einrichten werden. Laut Jacqueline Weiss ziehen im Februar folgende vier Personen in den zweiten Stock: Silja Dietiker, Maria Bänziger, Jonas Studer und Andrea Gsell. Im April wird dann der erste Stock von Kathrin Siebenhaar, Brigitte Pidoux und Jacqueline Weiss selbst übernommen.

Im Obergeschoss des Kupperhauses sollen private Künstler einziehen, im Erdgeschoss darf die Öffentlichkeit kreativ werden.

Im Obergeschoss des Kupperhauses sollen private Künstler einziehen, im Erdgeschoss darf die Öffentlichkeit kreativ werden.

Bild: Michael Hunziker

Das Erdgeschoss erhält gemäss Mitteilung die Freizeitwerkstatt Brugg. Brigitte Perren Henneck, Vertreterin des fünfköpfigen Vereins, erklärt das Konzept: «Unser Ziel ist es, das Erdgeschoss in eine Werkstatt zu verwandeln, in der zu bestimmten Zeiten mit Holz, Textilien, Metall und eventuell Analog-Fotografie oder anderen Techniken gestaltet werden kann.» Dies könne selbstständig, begleitet oder später auch in Kursen erfolgen. Das Angebot werde sich den Bedürfnissen entsprechend entwickeln.

Das Kupperhaus ist gemäss Perren ideal für ihr Vorhaben

Brigitte Perren Henneck engagierte sich schon für das Kulturhaus Odeon.

Brigitte Perren Henneck engagierte sich schon für das Kulturhaus Odeon.

Bild: Michael Hunziker

Den Verein Freizeitwerkstatt Brugg gibt es erst seit Juni 2020. Die Idee sei im Zuge des Partizipationsverfahrens rund um die Nutzung des Effingerhofs entstanden, sagt Perren Henneck. Sie fügt an:

«Wir freuen uns sehr über die Starthilfe, die wir vom Stadtrat erhalten haben. Das Kupperhaus liegt ideal im Zentrum der Stadt, das Erdgeschoss ist der perfekte Ort für unser Vorhaben: Es ist einsehbar, einladend und leicht zugänglich.»

Zudem werde die Gemeinschaft mit den Künstlerinnen sicher auch Synergien wecken und spannende Projekte ermöglichen.

Bis die Freizeitwerkstatt Brugg an der Schulthess-Allee eröffnet, dauert es noch. Ab Juni 2021 – im Anschluss an die Bilderausstellung von Frau Maria Maurer – wird der Verein das Erdgeschoss des Kupperhauses beziehen.