Brugg
Nach alter Tradition: Orchester spielt zum Tanz auf

Der Orchesterverein schaut im nächsten Jahr auf 200 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Dafür sind spezielle Auftritte geplant. Für diese fehlt es allerdings noch an Geld.

Carolin Frei (Text und Foto)
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Von links: Anne-Christine Rechsteiner, Bernadette Wiederkehr, Reto Wettstein, hinten Tilman Schildhauer und Markus Joho.

Von links: Anne-Christine Rechsteiner, Bernadette Wiederkehr, Reto Wettstein, hinten Tilman Schildhauer und Markus Joho.

Carolin Frei

«Ich bin zwar nicht im Orchesterverein, aber ich habe immer Musik gemacht, mache auch heute noch», sagt Reto Wettstein, Stadtrat und Präsident des OK 200 Jahre Orchesterverein Brugg. Und so habe er gerne zugesagt, als der Vorstand des Orchestervereins ihn ins OK-Boot holen wollte.

Reto Wettstein zeigte sich anlässlich der Pressekonferenz am Montagabend im Rathaussaal in Brugg zuversichtlich, die noch fehlenden 6000 Franken für die geplanten Anlässe 2017 über Sponsoren zu generieren. «Im Jubiläumsjahr haben wir bedeutend höhere Ausgaben als normalerweise. Gut 35 000 Franken sind budgetiert», sagt Bernadette Wiederkehr, Präsidentin des Orchestervereins Brugg.

Der Museumstag ist ein Thema

Nebst dem traditionellen Neujahrskonzert am 1. Januar im Salzhaus stehen drei weitere grosse Anlässe auf dem Jubiläumsprogramm: Am 6. Mai wird die Serenade «Dance! Dance!» im Campussaal gemeinsam mit der Band Sugar and the Josephines zelebriert. Im Anschluss ans Konzert darf zu den beschwingten Klängen der Band das Tanzbein geschwungen werden. «Früher hat das Orchester immer zum Tanz aufgespielt. Diese Tradition wollen wir im Jubiläumsjahr wieder aufleben lassen», sagt Anne-Christine Rechsteiner, Vize-Präsidentin des Vereins und zuständig für die Realisierung der Jubiläumsbroschüre. Am 6. Mai ist zudem der eidgenössische Orchesterverband zugegen, der diesen Anlass als Rahmenprogramm für seine Delegiertenversammlung nutzt.

Am Museumstag am 21. Mai wird sich der Orchesterverein beim Stadtmuseum Brugg ebenfalls einbringen. «In welcher Form, ist noch nicht definiert», sagt Wiederkehr und ergänzt: «Wir sind jedoch angefragt worden, ob wir nicht ein paar Gegenstände aus dem Gründungsjahr im Museum ausstellen könnten.» Am 18. November folgt im Reisezentrum Eurobus in Windisch das Jubiläumskonzert «Cinema» zusammen mit der Stadtmusik Brugg, der Solovioline von Konzertmeisterin Sonja Jungblut und Tanzeinlagen von Martina Wüst Brogli.

Vereine halfen sich aus

Es gebe nicht allzu viele Vereine, die auf eine 200-jährige Geschichte zurückblicken könnten, sagt Tilman Schildhauer, der für die Jubiläumsbroschüre alte Akten durchstöberte. Schon im 18. Jahrhundert gab es in Brugg wie auch in anderen Städten Musiker, die sich zum gemeinsamen, geselligen Musizieren – meist in Gaststätten – trafen. Bereits 1817, nach der Vereinsgründung, wurde das erste Konzert im Rathaus und 1818 eins im «Roten Haus» zum Besten gegeben.

Wegen allgemein kleiner Mitgliederzahlen halfen sich die verschiedenen Vereine der umliegenden Gemeinden bei Konzerten aus. Die ersten 70 Jahre seien jedoch auch von Unstimmigkeiten, mangelndem Einsatz und Mitgliederschwung geprägt gewesen. Heute besteht der Verein aus 40 Aktiv- und rund 150 Passivmitgliedern. Nicht wenige Mitglieder würden seit vielen Jahren dem Amateurorchester die Treue halten. So darf man denn gespannt sein – auf die nächsten 200 Jahre.