Region Brugg
Mehr Ausleihen als im Jahr zuvor: Lesen ist auch im digitalen Zeitalter noch beliebt

Viele Bibliotheken im Bezirk verzeichneten 2016 mehr Ausleihen als noch im Jahr zuvor.

Désirée Ottiger
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In vielen Bibliotheken der Region machen die Kinder den grössten Anteil der Kundschaft aus (Symbolbild).iStockphoto

In vielen Bibliotheken der Region machen die Kinder den grössten Anteil der Kundschaft aus (Symbolbild).iStockphoto

Getty Images/iStockphoto

Lesen, ist im digitalen Zeitalter nicht mehr so beliebt? Falsch, Zahlen der Bibliotheken aus der Umgebung beweisen, dass sich das Lesen noch immer grosser Beliebtheit erfreut. In der Bibliothek Windisch steigen die Ausleihzahlen laut Leiterin Iva Riniker pro Jahr um gut ein Prozent. In Zahlen heisst das 53 207 Transaktionen im vergangenen Jahr, rund 1500 Transaktionen mehr als noch 2015. Bei den Downloads von digitalen Medien kann die Bibliothek Windisch gar einen Anstieg von 20 Prozent verbuchen.

Die Stadtbibliothek Brugg vermeldet ebenfalls einen Anstieg. Von Jahr zu Jahr steige die Zahl um einige 100 Ausleihen, vergangenes Jahr waren es 44 300, sagt die Leiterin der Bibliothek, Cécile Bernasconi. In Auenstein gab es 2016 über 800 Ausleihen mehr als noch im Vorjahr.

Gleich gross geblieben ist die Ausleihzahl in der Bibliothek Lupfig. Die Leiterin Joséphine Erne-Anrig sagt: «Einen deutlichen Anstieg gab es bei den E-Books und E-Medien. Auch die Ausleihzahl für CDs bei den Kindern und Jugendlichen ist angestiegen.» Etwas anders sieht es in der Bibliothek Birr aus. Im letzten Jahr seien weniger Bücher ausgeliehen worden als im Jahr davor, gibt das Bibliotheksteam an.

Viele Kinder als Kunden

In den Bibliotheken Lupfig, Birr und Windisch machen Kinder im Primarschulalter den grössten Anteil der Kundschaft aus. Der Grund dafür ist simpel, alle diese drei Bibliotheken sind kombinierte Schul- und Gemeindebibliotheken. In Brugg, wo die Bibliothek eine Stadtbibliothek ist, machen die Erwachsenen den grössten Anteil aus, gefolgt von den Kindern und den Jugendlichen. In der Gemeindebibliothek Auenstein sind es wiederum die Kinder, die am meisten ausleihen.

Digitale Medien im Trend

Bibliotheken sind also immer noch beliebt, doch was leihen die Leute überhaupt aus? Iva Riniker von der Bibliothek Windisch sagt beispielsweise, dass sich der Geschmack der Leute in den letzten Jahren kaum verändert habe, einzig die Nachfrage an digitalen Medien habe zugenommen. In Auenstein stelle man einen zunehmenden Trend zu Krimis und Thrillern fest, meldet Hans Andres Frei, Mitglied der Bibliothekskommission.

Joséphine Erne-Anrig von der Bibliothek Lupfig betont: «Geändert hat sich, dass die Kunden heute mehr mitbestimmen wollen, welche Medien es in der Bibliothek geben soll.» Auch sieht sie eine Veränderung bei den Kinderbüchern. Während früher oft die Autoritätsperson das Buch für das Kind wählte, darf das Kind heute vermehrt selbstständig entscheiden. Daher spielt das Buchcover heute eine deutlich wichtigere Rolle. Bei den Jugendlichen mache der Spassfaktor viel aus. Auch merkt Erne-Anrig, dass zum Teil starke Lesekompetenzschwächen dazu führen, dass vermehrt Comic-Romane wie «Gregs Tagebuch» ausgeliehen werden.

Weiter führt Joséphine Erne-Anrig aus: «Erwachsene haben vor allem den Wunsch nach Neuigkeiten, Klassiker sind selten gefragt.» Neuigkeiten wie zum Beispiel «Tessiner Abgrund» von Michael Moritz aus dem Jahr 2015.

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