Schinznach-Dorf
Hier kann man sich austoben: Die «Küferei»-Betreiber stellen ihr Lokal allen Tanzfreudigen gratis zur Verfügung

Wer die Musik, das Tanzen und das Dampfablassen vermisst, darf sich im Schenkenbergertal bei Sybel Stadelmann und Marco Hagenbuch während einer Stunde austoben. Um das Schutzkonzept einzuhalten, müssen die Partygänger ein paar Spielregeln beachten.

Claudia Meier
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Sybel Stadelmann und Marco Hagenbuch haben in Schinznach-Dorf am Warmbachweg die Kulturbühne in der alten Küferei gegründet.

Sybel Stadelmann und Marco Hagenbuch haben in Schinznach-Dorf am Warmbachweg die Kulturbühne in der alten Küferei gegründet.

Chris Iseli
(10. Mai 2019)

Ihr Aufruf auf Facebook und Instagram ist unmissverständlich: Sybel Stadelmann und Marco Hagenbuch vermissen die Musik und das Tanzen. Weil die Betreiber der «Kulturküferei» in Schinznach-Dorf ziemlich sicher sind, dass es momentan vielen anderen auch so geht, haben sie sich etwas Besonderes einfallen lassen.

Das Paar stellt ihr Kulturlokal Tanzfreudigen für eine Stunde gratis zur Verfügung, stellt die Konzertanlage an und lässt die Discokugel funkeln. Wer sich für ein solches Erlebnis im Schenkenbergertal interessiert, darf zusätzlich maximal vier Personen mitnehmen. Das Ganze gilt als privates Treffen. Die insgesamt fünf Personen dürfen aus maximal zwei Haushaltungen kommen. Möglich ist auch eine Familie mit Kindern.

Die Betreiber des Kulturlokals sind in der Nähe erreichbar

Über einen Doodle-Link sind Zeitfenster aufgeschaltet, beispielsweise unter der Woche am 4. oder 17. Februar jeweils von 18 bis 19 Uhr. Nach dem Eintragen beim gewünschten Datum muss die vollständige Adresse mit Handynummer an info@kutlturkueferei.ch geschickt werden. Die Betreiber erklären:

«Wenn ihr an eurem Datum kommt, dann zeigen wir mit Maske einer Person von euch mit Maske die Musikanlage.»

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die eigene Playlist auf dem eigenen Gerät mit Aux-Eingang mitzubringen oder eine Playlist vom iPad (Spotify) auszuwählen. Getränke gibt es vor Ort und dürfen in Selbstbedienung konsumiert werden. «Ihr dürft bezahlen, was euch lieb ist», heisst es im Aufruf. Die Betreiber sind während des Aufenthalts der Gäste nicht in der «Küferei», aber erreichbar und in der Nähe. Nach der Benutzung des Lokals werden alle Flächen desinfiziert.

Unter Einhaltung des Schutzkonzepts können Interessierte die Tanzfläche und die Soundanlage für eine Stunde nutzen.

Unter Einhaltung des Schutzkonzepts können Interessierte die Tanzfläche und die Soundanlage für eine Stunde nutzen.

Chris Iseli
(10. Mai 2019)

Von den vorerst vier aufgeschalteten Terminen ist laut Marco Hagenbuch bereits eine definitive Buchung erfolgt. Zwei Interessierte klären gerade ab, wann sie kommen möchten.

Bei grosser Nachfrage gibt es zusätzliche Termine

«Das Echo auf den sozialen Medien ist recht gross, unser Aufruf wird kommentiert und geteilt», stellt Hagenbuch fest. Es sei gut möglich, dass bei entsprechender Nachfrage noch weitere Daten dazukommen.

Mit der Umnutzung der einstigen Küfereiwerkstatt in ein Kulturlokal hat sich das Paar im Frühling 2019 einen Traum erfüllt. Hagenbach hat einen besonderen Bezug zu diesem Ort, denn sein Grossvater Jakob, «Chüefer-Köbi», war hier als letzter Küfer von Schinznach-Dorf tätig.