Brugg
In Steinskulpturen steckt viel Bewegung

Der Künstler Daniel Strübi macht aus Steinen Kunstwerke. Seit diesem Sommer arbeitet er in seinem neuen Atelier.

Deborah Bläuer
Drucken
Teilen
In Steinskulpturen steckt viel Bewegung
5 Bilder
Daniel Strübi in seinem Atelier Bildhauer Daniel Strübi hat seit Sommer 2017 sein Atelier in Brugg. Seine Kunstwerke schlägt er vor allem aus Marmor.
Daniel Strübi in seinem Atelier Bildhauer Daniel Strübi hat seit Sommer 2017 sein Atelier in Brugg. Seine Kunstwerke schlägt er vor allem aus Marmor.
Daniel Strübi in seinem Atelier Bildhauer Daniel Strübi hat seit Sommer 2017 sein Atelier in Brugg. Seine Kunstwerke schlägt er vor allem aus Marmor.
Daniel Strübi in seinem Atelier Bildhauer Daniel Strübi hat seit Sommer 2017 sein Atelier in Brugg. Seine Kunstwerke schlägt er vor allem aus Marmor.

In Steinskulpturen steckt viel Bewegung

Deborah Bläuer

Wer an Stein denkt, dem kommt wohl kaum als Erstes Bewegung in den Sinn. Dabei ist es genau das, was den Bildhauer Daniel Strübi (54) zu seinen Steinskulpturen inspiriert.

Bewegungsmuster in der Natur und auch im alltäglichen Leben faszinieren den Künstler. Der Rauch einer Zigarette, die Spiralform der DNA, Regentropfen, die herunterfallen, sogar die Wanderung der Sterne in der Galaxie. «Ich befasse mich mit den Grundmustern der Bewegung und setze diese in grösstmöglich reduzierter Form um», erzählt Strübi. «Das gelingt besonders gut im Stein, denn dessen Härte und Dichte zwingen zur Klarheit.»

Die Skulpturen sind glatt und rund. Auf Schnörkel und Verzierungen verzichtet der Künstler. Er sagt: «Je nachdem von wo aus man sie betrachtet, sehen die Skulpturen ganz anders aus: Alles ist eine Frage der Perspektive.»

Künstler geben Einblicke

Mit Rosângela de Andrade Boss, Kaspar Ruoff und Daniel Strübi tun sich drei in der Brugger Altstadt tätige Künstler zusammen, um ihre Werke der Öffentlichkeit bei der Veranstaltung «Offene Ateliers» zu zeigen.
Der Anlass beginnt am Freitag, 22. September, um 17 Uhr, im Atelier von Daniel Strübi am Spitalrain 24. Nach einem Apéro sind alle drei Ateliers bis um 21 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Am Samstag, 23. September, können die Ateliers von 13 bis 19 Uhr besichtigt werden. Ab 18 Uhr bis in die Nacht hinein laden die Künstler zum Atelierfest, an dem Grilladen vom Feuer serviert werden. Bei guter Witterung findet das Fest auf dem Kirchplatz statt, ansonsten im und vor dem Atelier von Daniel Strübi. (BLA)

Eine neue Phase ist angebrochen

Als Material wählt er vornehmlich Marmor, am liebsten aus Laas und Carrara. Dieser Stein nehme aufgrund seiner kristallinen Struktur das Licht schön auf, erklärt der Künstler. Den perfekten Marmorblock sucht er direkt vor Ort aus.

Der Schaffensprozess beginnt aber schon früher, in seinem Atelier. Dort fertigt er zuerst Gipsmodelle an. So bekommt er eine Idee der Masse und kann sich die Form verinnerlichen, bevor er sich an die Bearbeitung des Blocks macht. Da dies viel Lärm und Staub verursacht, hat er im alten Steinbruch Steinmaur einen Werkplatz eingerichtet. Die Fertigstellung der Skulptur ist ein langer Weg, der über Monate dauern kann. Doch dieses längerfristige Arbeiten gefällt dem Künstler.

Genauso wie ihm auch der Kanton Aargau gefällt, in dem der gebürtige Zürcher seit nunmehr 19 Jahren lebt und arbeitet. Besonders gerne spaziert er mit seinem Hund am Aareufer entlang. Seit 2015 wohnt er mit seiner Lebensgefährtin in Brugg und seit Sommer dieses Jahrs hat er hier sein Atelier.

Mit dem Umzug ist für Strübi eine neue Phase seines Schaffens angebrochen. Er möchte die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit ins Auge fassen und auch Aufträge annehmen. Die vergangenen zehn Jahre konnte er vorwiegend vom Verkauf seiner Werke leben, was er als grosses Privileg bezeichnet. Der Grossteil seiner Kunstwerke befindet sich in privaten Kunstsammlungen. Strübi hat eine Weile lang gemalt und mit Materialien wie Gips und Holz experimentiert. Seine Vorliebe gilt jedoch dem Stein.

Das Elementare im Stein

Ihm gefällt das Elementare, das von einem Stein ausgeht, die Härte, der Staub und der Geruch. Wird der Stein aufgebrochen, riecht es immer wieder anders, je nachdem welche Mineralien darin sind. «Wenn im Stein Muschelablagerungen sind, riecht man das Meer», schwärmt der Künstler.

Er interessierte sich bereits als Kind für Dreidimensionales und für Skulpturen. Nach der Matur besuchte er kurzzeitig Vorlesungen zu Psychologie an der Universität Zürich. Die Mitarbeit an der naturwissenschaftlichen Ausstellung Phänomena brachte den Stein ins Rollen, denn dadurch wuchs sein Interesse an der Kunst und der Erscheinung der Dinge. Strübi machte einen Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich und verbrachte anschliessend drei Lehrjahre im Steinbildhaueratelier von Romano Fenaroli.

Seit dem Jahr 1992 arbeitet Strübi als freischaffender Bildhauer. Neben einer Einzelausstellung 2005 machte er immer wieder Gruppenausstellungen. Im Rahmen von «Offene Ateliers» können seine Werke nächstes Wochenende betrachtet werden. Gerade rechtzeitig dazu ist der Umbau seines Ateliers fertig geworden. Durch den Umzug hat er schon lange nicht mehr an seinen aktuellen Werken gearbeitet. Strübi will jedoch bald damit fortfahren. Der Künstler ist in Bewegung.

Aktuelle Nachrichten