Brugg
IG Verkehrssicherheit: «Die schwächeren Verkehrsteilnehmer leiden»

Die IG Verkehrssicherheit macht sich dafür stark, dass der Verkehr auf der Laurstrasse in Brugg fussgängerfreundlicher gestaltet wird. Sie unterstützt die Motion von SP-Einwohnerrätin Karin Graf-Herde.

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Die Motion verlangt, die Bushaltestelle sei in die Strassenmitte zu verlegen und es sei ein behindertengerechter Zugang und ein Bushäuschen zu erstellen.

Die Motion verlangt, die Bushaltestelle sei in die Strassenmitte zu verlegen und es sei ein behindertengerechter Zugang und ein Bushäuschen zu erstellen.

zvg

Mit einer Motion setzt sich die Brugger SP-Einwohnerrätin Karin Graf-Herde für mehr Verkehrssicherheit auf der Laurstrasse ein. Zur Diskussion steht der Vorstoss an der Sitzung des Einwohnerrats vom 9. Mai.

Die IG Verkehrssicherheit Brugg unterstützt die Motion, die verlangt, die Bushaltestelle sei in die Strassenmitte zu verlegen und es sei ein behindertengerechter Zugang und ein Bushäuschen zu erstellen. Die IG Verkehrssicherheit ist der Meinung, «dass nur auf diese Weise ein angepasstes Tempo in diesem Bereich der Laurstrasse und die Übersicht für alle Verkehrsteilnehmer, vor allem auch für die querenden Schulkinder, gewährleistet sind». Eine behindertengerechte Bushaltestelle bedeute ausserdem eine bessere Erschliessung des Medizinischen Zentrums und des Alters- und Pflegezentrums, so die IG Verkehrssicherheit in einer Pressemitteilung.

«Kann noch Jahre dauern»

Sie erinnert daran, dass an der Laurstrasse diesen Frühling die Sofortmassnahmen umgesetzt werden, für die der Brugger Einwohnerrat im Januar 2013 einen Kredit gesprochen hat: Am Strassenrand werden breite, farbige Bänder markiert und bei der Schulwegquerung wird eine Trottoirnase erstellt. «Die Projektkommission ‹Sofortmassnahmen Laurstrasse› hat mit den vorgeschlagenen baulichen Massnahmen sehr gute Arbeit geleistet und ausserdem empfohlen, diese durch eine Reduktion auf Tempo 30 zu ergänzen», hält die IG Verkehrssicherheit fest. Eine Tempo-30-Signalisation sei aber für den Stadtrat erst im Zusammenhang mit dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) ein Thema. «Bis dieser umgesetzt wird, kann es noch Jahre dauern.»

Kurz: «Im unteren Bereich der Laurstrasse bleiben die Probleme ungelöst und vor allem die schwächeren Verkehrsteilnehmer leiden darunter», so die IG Verkehrssicherheit. Sie zitiert eine Bewohnerin des Pflegezentrums Süssbach, die eine Bushaltestelle in der Strassenmitte mit einem behindertengerechten Zugang begrüssen würde: «An der jetzigen Haltestelle kann ich nicht ohne fremde Hilfe einsteigen.»

Kein Verständnis für Stadtrat

Auch Postauto-Chauffeur/Fahrdienstleiter Franz Escher von der Voegtlin-Meyer AG befürwortet laut der IG Verkehrssicherheit eine solche Massnahme. «Alles, was mehr Sicherheit für unsere Fahrgäste schafft, ist begrüssenswert», wird Escher in der Pressemitteilung zitiert. «Die Verkehrssituation bei der Bushaltestelle an der Laurstrasse ist unbefriedigend. Es kommt oft vor, dass das Postauto, währenddem es auf der Haltestelle steht und Fahrgäste vor dem Postauto die Strasse überqueren wollen, von Personenautos überholt wird. Dies kann zu sehr gefährlichen Situationen führen.»

Kein Verständnis hat die IG Verkehrssicherheit dafür, dass – «trotz all dieser Vorteile» – der Stadtrat die Motion von Karin Graf-Herde nicht entgegen nehmen will. «Dies ist nicht nachvollziehbar und einmal mehr eine verpasste Chance, den Verkehr im Zentrum von Brugg sicherer und fussgängerfreundlicher zu gestalten.» (mhu)