Habsburg
Hier werden der Kopf, das Herz und die Hände geschult

Eine Theateraufführung sowie Spiel und Spass für Gross und Klein wurden am Brötliexamen zum Thema «grenzenlos» geboten. Im Zentrum steht der Bube Pepino, der von der Insel Elba in die Schweiz ziehen mus, weil sein Vater hier arbeitet.

Carolin Frei
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Pepinos Fluchtversuch wird entdeckt
16 Bilder
Die 14 Schüler beim Singen des Brötliexamenlieds
Die Eltern von Heidi beschliessen, zusammen mit Pepino auf die Insel Elba in Urlaub zu fahren
Viel Volk und gute Stimmung am Brötliexamen
Das Musik-Theater Pepino war gut besucht
Die traditionelle Brotübergabe am Brötliexamen
Pepino, mit Stoff-Eseli, an seinem ersten Schultag
Was da wohl drin ist, in diesem Päckli
Vor allem die Steaks gingen wie warme Semmeln weg
Die Musigwürm Windisch sorgten für den musikalischen Rahmen
Schauspielerin Heidi mit Hund Fujur, der zur Schule gehört wie die Schüler
Reinbeissen erlaubt
Souffleuse und Lehrerin Debora Müller geniesst zusammen mit Arbeitskollegin Esther Schmid den verdienten Apéro
Theater am Brötliexamen: Pepino zieht von Elba in die Schweiz
Nicht alle dürfen aufs Piratenboot
Der Schulleiter Beat Troller singt kräftig mit, beim Brötliexamenlied

Pepinos Fluchtversuch wird entdeckt

Carolin Frei

Schauspieler, die nicht nur spielen, sondern auch gleich noch für den Bau der Kulisse und das Umstellen derselben bei Szenenwechseln verantwortlich sind– das sieht man nicht alle Tage. Im 430-Seelendorf Habsburg schon. Alle 14 Habsburger Schüler haben am Brötliexamen am Samstag das Musik-Theater «Pepino» aufgeführt. «Und weil es mehr Rollen als Schüler gibt, haben einige von ihnen eine Doppelrolle», klärte Sabine Vos de Mooij, eine der vier organisierenden Lehrerinnen, das Publikum im Mehrzweckraum auf.

Von der Insel Elba in die Schweiz

Um was gehts im Stück Pepino eigentlich? Pepino muss von der Insel Elba in die Schweiz ziehen, da sein Vater hier arbeitet. Er bekommt die Vorurteile gegenüber Fremden zu spüren, auch in der Schule. Nur Moni ist anders. Fremdenfeindlichkeit wird durch gegenseitiges Verständnis und durch Freundschaft überwunden. Pepino betont denn auch: «Ech glaube, mer Chend sötted zämehebe.» Die Kinder überzeugten auf der Bühne. Kleine Hänger wurden dank der Souffleuse Debora Müller elegant umschifft.

Die Leistung der Schüler wiegt umso schwerer, als dass die Kinder nur ein paar Wochen Zeit hatten, um ihre Texte zu lernen. Nick, alias Pepino, nach der Aufführung: «Ich singe gerne, somit ist mir das Auswendiglernen nicht allzu schwer gefallen. Aber die Hilfe der Souffleuse brauchte ich schon auch.»

Spontan zum Essen eingeladen

«Zwischen Redner und Zuhörer besteht häufig eine Grenze. Heute wollen wir jedoch grenzenlos sein», sagte Schulleiter Beat Troller in seiner Rede. Mit Sprache könnten Grenzen überwunden werden. Dazu erzählte er eine Geschichte, die er als junger Mann erlebt hatte. «Ich war allein im Iran unterwegs. Zu Hause hatten mich alle gewarnt, vorsichtig zu sein, das seien alles Halsabschneider.» Die Erfahrung, die er dann machen durfte, war eine ganz andere. Spontan wurde er vom Friseur zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen.

Ein unvergessliches Erlebnis. «Wir haben die Worte des anderen nicht verstanden, unsere Herzen einander aber schon.» Und genau das wolle man den Habsburger Kindern mit auf den Weg geben – ein offenes Herz. Man lege an der Schule Habsburg Wert auf eine Bildung von Kopf, Herz und Händen. Nebst der Theateraufführung waren auch der Spielbus von Peter Löhmann und das traditionelle Päcklifischen beliebt. Die Päckli haben die Kinder im Vorfeld bei der Habsburger Bevölkerung gesammelt. Später am Abend verzauberte Rolf Züllig das Schulhaus mit einem Lichterspiel. Danach wurden die Fünftklässler mit einem Schlusslied verabschiedet. Am Sonntag stand ein Brunch auf dem Programm.

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