Im Studio
Heiri Müller arbeitet in Brugg an seinem neuen Album

Der frühere «Tagesschau»-Moderator Heinrich Müller spannt mit dem Brugger Produzenten und Multiinstrumentalisten Robbie Caruso zusammen.

Michael Hunziker
Drucken
Teilen
Die Single «Waiting for the summerwind» ist samt Video im Kasten: Robbie Caruso (links) und Heinrich Müller im Studio.

Die Single «Waiting for the summerwind» ist samt Video im Kasten: Robbie Caruso (links) und Heinrich Müller im Studio.

Warum soll der Regen der letzten Wochen und Monate auf die Stimmung schlagen? Die Musiker Heinrich Müller und Robbie Caruso haben sich vielmehr inspirieren lassen zum Lied «Waiting for the summerwind». Entstanden ist eine eingängige Nummer, die gute Laune macht, mit mitreissenden Rhythmen, einem charakteristischen Gitarrenriff sowie – über allem – einer rauchigen Stimme. Sie hätten kein trauriges Stück schreiben wollen, halten die Musiker fest. Im Gegenteil: Auch wenn es vom Regenwetter handle, stehe der Sommerwind für mehr Leichtigkeit im Leben.

Seit über einem Jahr arbeitet der frühere «Tagesschau»-Moderator Heinrich Müller mit dem Brugger Produzenten und Multiinstrumentalisten Robbie Caruso in dessen Carusounds-Studio am neuen, mittlerweile fünften Album. Zur brandaktuellen ersten Single «Waiting for the summerwind» ist jetzt auch ein Video erschienen.

Robbie Caruso stand im Einsatz als Kameramann, seine Tochter Nina war die Assistentin und Heinrich Müller bezeichnet sich selbst als «der singende Statist im Regen». Von Letzterem habe es ja im Überfluss gegeben. «Das wollten wir nutzen.» Gedreht wurde mit einfachsten Mitteln bei der Badi und bei der Strandbar in Villnachern sowie in der näheren Umgebung. «Das Wetter war uns hold – in diesem Fall», sagt Caruso. «Zu unserer Freude goss es trotz Schönwetterprognose wie aus Kübeln.»

Natur spielte die Hauptrolle

Der Dreh dauerte nur gerade etwa zwei Stunden. «Wir haben einfach drauflosgearbeitet – ohne Drehbuch. Die Natur übernahm die Hauptrolle.» Das habe richtig Spass gemacht. In rund vier Tagen schnitt Caruso die Sequenzen dann zusammen. Er habe schon mehrmals kleinere Videos produziert, so sei ihm diese Arbeit nicht ganz fremd gewesen. «Meine Tätigkeit beschränkt sich ja nicht nur aufs eigentliche Musikmachen», sagt er. Caruso komponiert und spielt live, nimmt im Studio auf und arrangiert oder organisiert verschiedene Anlässe.

Dass seine Tochter als Assistentin mit von der Partie war, sei eine spontane Entscheidung gewesen und habe sich als goldrichtig herausgestellt, fährt er fort. Nina habe Ideen eingebracht, sei sehr musikalisch und habe ein gutes Gefühl für den Bilder-Rhythmus bewiesen. «Auch ist es von Vorteil, jemanden dabei zu haben, der das Ganze aus einer anderen Warte beobachtet», schwärmt der Vater. Kurz: Es sei ein Drei-Generationen-Projekt geworden, was herauszuspüren sei. «Ich bin fast sicher, dass dies nicht die letzte Zusammenarbeit mit Nina war», fügt der Musiker mit einem Schmunzeln an.

Apropos Zusammenarbeit: Mit Heinrich Müller spannt Caruso seit der ersten Tour im Jahr 2004 zusammen. «So intensiv wie beim neuen Album war die Kooperation aber wohl noch nie», stellt er fest. «Auch eine so klare Arbeitsteilung hatten wir bisher nicht.» Die oft sehr persönlichen Texte stammen von Müller, die variantenreiche Musik grösstenteils von Caruso. Neben der ersten Single, Caruso spricht von einer «poppigen uptempo Nummer», werde es auf dem Album auch tiefgründige, ruhigere Momente haben. «Es wird auf jeden Fall sehr abwechslungsreich», verspricht der Brugger, der übrigens sämtliche Instrumente selbst eingespielt hat – mit Ausnahme von zwei Liedern, bei denen der Badener Musiker und Freund Hendrix Ackle den Piano-Teil beigesteuert hat.

Bis Ende August dauert die Arbeit im Studio. Veröffentlicht werden soll das Album – der Arbeitstitel lautet «As long as I can sing» – voraussichtlich Mitte Oktober.

Aktuelle Nachrichten