Effingen

Gemeindeschreiberin verlässt nach nur 19 Monaten die Aargauer Toskana – jetzt kommt ein Pensionär

Barbara Kastenholz.

Barbara Kastenholz.

Die Situation um die Gemeindeschreiber-Stelle in der 600-Seelen-Gemeinde Effingen ist verfahren. Vor eineinhalb Jahren trat Barbara Kastenholz die Nachfolge des langjährigen Gemeindeschreibers Stefan Treier an, als dieser in Pension ging, und arbeitete sich schnell in die verschiedenen Dossiers ein. Doch bereits Ende dieser Woche wird sie den letzten Arbeitstag haben, weil sie ihre Stelle im Fricktal per Ende Juli gekündigt hat und laut aktuellem Mitteilungsblatt schon bald in die Ferien reisen wird. Kastenholz kommt aus Oberlunkhofen und wird anschliessend ab 1. August neue Gemeindeschreiberin in Sarmenstorf.

Die freie Gemeindeschreiberstelle in Effingen – der Toskana des Aargaus, wie es im Stelleninserat heisst – ist nach wie vor ausgeschrieben. Gesucht wird eine kommunikative und lösungsorientierte Führungspersönlichkeit in einem 80-Prozent-Pensum. Zur Überbrückung springt nun ab kommendem Montag eine im Bezirk Brugg bekannte Persönlichkeit in die Bresche. Der 65-jährige Hans Peter Meier aus Othmarsingen war die letzten zwölf Jahre Gemeindeschreiber in Mülligen. Am 9. Februar hatte er dort seinen letzten Arbeitstag.

Der Allrounder konnte sich schon im Januar beim Gespräch mit der AZ vorstellen, dass er sich künftig aushilfsweise für Kurzeinsätze auf anderen Verwaltungen zur Verfügung stellen wird. Wie lange Hans Peter Meier in Effingen aushelfen wird, vermag heute niemand zu sagen. Klar ist erst, dass der Gemeinderat so mehr Zeit für das Aufgleisen einer Nachfolgeregelung hat. Diese Lösung gewährleiste zudem einen reibungslosen Übergang sowie eine fachmännische Einarbeitung des künftigen Gemeindeschreibers beziehungsweise der Gemeindeschreiberin, heisst es im Mitteilungsblatt weiter. Zwischen den vier Gemeinden Bözen, Effingen. Elfingen und Hornussen (BEEH) laufen derzeit bekanntlich Fusionsabklärungen (die AZ berichtete). Dabei kümmert sich die Arbeitsgruppe 1, in der auch Kastenholz mitarbeitete, derzeit in mehreren Workshops unter anderem um Behörden- und Verwaltungsthemen.

Hans Peter Meier kommt ad interim.

Hans Peter Meier kommt ad interim.

Gemeinderat hat einen Plan B

Mit der seit über vier Jahren gemeinsamen Verwaltung 3 plus beweisen Bözen, Elfingen und Hornussen bereits, wie gut sie zusammenarbeiten können. Beim damaligen Projekt unter dem Namen Ligado bekundeten zu Beginn zwar auch Zeihen und Effingen Interesse an einer gemeinsamen Verwaltung. Sie stiegen allerdings während des Prozesses aus, noch bevor es um die genaue Aufteilung der Verwaltungsstandorte ging.

Mit der fortgeschrittenen Fusionsabklärungen und der nicht ganz einfach zu besetzenden Gemeindeschreiber-Vakanz in Effingen stellt sich die Frage, ob die BEEH-Gemeinden nicht schon vor einer allfälligen Fusion die Verwaltung zusammenlegen könnten. Effingens Gemeindeammann Andreas Thommen sagt auf Nachfrage dazu: «Das wäre für uns Plan B, falls wir für die Stelle keinen geeigneten Kandidaten finden.» Doch um die Fusionsabklärungen nicht mit einem Präjudiz zu belasten und sich dem Vorwurf auszusetzen, der Gemeinderat würde dem Fusionsentscheid vorgreifen, würde es die Exekutive vorziehen, die Stelle regulär zu besetzen.

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