Birrfeld

Flugplatz-Hangar ist veraltet - Renovation und Umbau stehen zur Debatte

Der Werkstatthangar (quadratisches Gebäude vorne rechts neben der Handyantenne) ist in die Jahre gekommen und muss entweder saniert oder mit einem Neubau ersetzt werden.

Der Werkstatthangar (quadratisches Gebäude vorne rechts neben der Handyantenne) ist in die Jahre gekommen und muss entweder saniert oder mit einem Neubau ersetzt werden.

Die Werkstatt auf dem grössten Aargauer Flugplatz Birrfeld ist veraltert und zu klein. Sie soll einem neuen Hangar Platz machen, der auch mehr Flugzeuge aufnehmen könnte. Heute wird über einen Projektierungskredit entschieden.

Bereits 80 Jahre alt wird der Aargauer Aero-Club (AeCA) 2014. Sein Flugplatz Birrfeld – der grösste ohne Flugsicherung in der Schweiz – ist nur wenig jünger. In die Jahre gekommen ist auch die 1969 gebaute Werkstatt. Sie erfüllt die heutigen Ansprüche nicht mehr: zu wenig Platz, zu kleines Tor, veralterte Innenausstattung und ein undichtes Dach. 25 Jahre lang wurde kaum saniert. Die Fliegerschule FSB AG, ganz im Besitz des Verbandes AeCA, hat als Hauptmieter daher um Massnahmen gebeten.

Der Handlungsbedarf ist unbestritten – noch ist aber unklar, ob renoviert oder neu gebaut wird. Die 80. Generalversammlung des Verbands wird heute Freitag über einen Projektierungskredit von 150 000 Franken befinden, mit welchem der Vorstand die Varianten auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft. Nach der Erhebung möchte er im Herbst beschliessen, welches Projekt weiterverfolgt und geplant wird. Gebaut würde so oder so frühestens nach der GV 2015, denn sie hat das letzte Wort.

Brachliegendes Land nutzen

«Selbst bei einem günstigen Leichtbau rechne ich mit mindestens zwei Millionen Franken», sagt Verbandspräsident Ruedi Steiner. Trotz tiefer Kreditzinsen wäre eine Renovation einiges günstiger – allerdings macht sie nur wenig Sinn. Abklärungen des Verbands zeigten, dass das Gebäude wegen der drei innenliegenden Dachstützen «nicht bedarfsgerecht umgebaut» werden könne. Eine flexiblere Nutzung – sprich Platz für mehr und grössere Flugzeuge – wäre nicht möglich. Für Steiner ist klar: «Längerfristig drängt sich ein Neubau so oder so auf.»

Dadurch könnte auch brachliegendes Land genutzt werden. «Der Boden in Birrfeld ist rar», erklärt Steiner. «Heute haben wir eine teure Fläche, die keinen Ertrag bringt.» Diese würde bei einem Neubau mit zwei seitlich angebauten Hangars für je sechs Flugzeuge genutzt. Damit können zu einen auch die überfüllten Hangars entlastet, zum anderen Einnahmen generiert werden.

Die Anzahl Flugzeuge auf dem Birrfeld würde nur unmerklich ansteigen. Das Birrfeld bleibe, sagt Steiner bestimmt, was es sei. «Ein Vereins- und Sportflugplatz. Eine Kommerzialisierung und Vergrösserung wird es nicht geben.»

Die Fliegerschule ist als KMU allerdings auf moderne Infrastrukturen angewiesen. Das weiss auch Ruedi Steiner: «Mit der heutigen Werkstatt ist sie auf dem freien Markt und dem Arbeitsmarkt limitiert.» Die FSB hält sich als Hauptmieter und grösster Profiteur eines allfälligen Neubaus in der Diskussion jedoch zurück. Verwaltungsratspräsidentin Xenia Athanassoglou war gegenüber der az zu keiner Stellungnahme bereit.

Letztlich wird die Kosten-Nutzen-Rechnung respektive das Geld das Zünglein ab der Waage zwischen Neubau und Renovation ausmachen. Bei einer Renovation werde laut Verbandspräsident Steiner der Entscheid für eine Investition in die Zukunft nur um ein paar Jahre herausgezögert. «Aber manchmal muss man in Etappen arbeiten und vorwärtsgehen.»

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