Birrfeld

Fahrwerk defekt – Notlandung im letzten Moment abgewendet

Diese Cessna versuchte zu landen, musste aber durchstarten, weil das Fahrwerk nicht funktionierte.

Diese Cessna versuchte zu landen, musste aber durchstarten, weil das Fahrwerk nicht funktionierte.

Feuerwehr, Ambulanz und Polizei wurden für eine Notlandung auf dem Flugplatz Birrfeld aufgeboten. Ein Pilot konnte nicht mehr normal landen, das Fahrwerk war defekt. Die Cessna musste eine Stunde über dem Birrfeld kreisen.

Der Notruf ging am Donnerstag um 9.30 Uhr auf dem Flugplatz Birrfeld ein: Zwei Piloten meldeten Probleme mit dem Fahrwerk, das sich nicht ausfahren liess. Sicher landen ist so unmöglich. Stattdessen müssen sie Runde um Runde drehen. Die motorisierte Cessna 177-RG ist auf dem Rückweg von einem Checkflug. Im Cockpit sitzen ein Pilot und ein Fluglehrer.

Alexander Prinz beobachtet die brenzlige Situation von unten. Der Kommandant der Feuerwehr auf dem Flugplatz Birrfeld leitet den Einsatz. «Wir haben uns auf eine Notlandung vorbereitet.» Das heisst: Das Flugzeug muss auf dem Bauch landen. Ambulanz, Rettungshelikopter, Feuerwehr werden aufgeboten. Auch die Kantonspolizei ist mit einem zehnköpfigen Team vor Ort. «Wir wären bereit gewesen, um einzugreifen», sagt Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Die umliegenden Strassen hätten sofort gesperrt werden können, um bei einer Notlandung eine Kollision zu verhindern. Doch solange das Kleinflugzeug in der Luft ist, kann die Polizei nicht eingreifen. Oder wie Graser sagt: «Zuschauen und hoffen, dass es gut geht.»

Flugplatz Birrfeld: Cessna konnte nicht mehr ordnungsgemäss landen.

Flugplatz Birrfeld: Cessna konnte nicht mehr ordnungsgemäss landen.

Gefordert ist das Team um Alexander Prinz – und allen voran die beiden Piloten. Mit verschiedenen Flugfiguren versuchen sie, das Fahrwerk doch noch auszufahren. Vergeblich. Das Schütteln verfehlt den Zweck. Panik sei trotzdem nie aufgekommen, sagt Prinz. «Sie sind beide ruhig geblieben, das war am Funk zu hören.» Zu diesem Zeitpunkt kreisen sie schon fast eine Stunde über dem Birrfeld. Ein waghalsiges Manöver bringt dann doch noch die Erlösung: Mit einem Überbrückungskabel, das aus der geöffneten Tür gelassen und um das Fahrwerk gewickelt wird, kann dieses doch noch eingerastet werden. Nach einer Stunde setzt die Cessna sanft auf der Landebahn auf.

Die Erleichterung ist riesig. Prinz: «Zwei glückliche Piloten sind mit etwas weichen Knien ausgestiegen und wurden mit Applaus empfangen.» Der Fluglehrer zähle zu den erfahrensten Piloten auf dem Flugplatz Birrfeld. «Die beiden haben super reagiert. Das braucht eine gewisse Coolness», sagt Prinz. Sein Fazit: «Die beiden Piloten haben grosses Glück gehabt.»

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