Effingen
Er beobachtet Hundeprüfungen mit Block, Stift und strengem Blick

Roland Mägerli aus Villigen ist seit 15 Jahren als Richter bei Hundeprüfungen im Einsatz – an diesem Morgen in Effingen. Er weiss, was Tier und Halter mitbringen müssen.

Karin Pfister
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Roland Mägerli hat Hunde und Hundehalter stets genau im Blick.

Roland Mägerli hat Hunde und Hundehalter stets genau im Blick.

Karin Pfister

Es ist ein kalter, aber wunderschön sonniger Morgen in der Regionalen Schiessanlage Talmatte in Effingen. Der Boden ist leicht gefroren und es liegt etwas Schnee. Wo normalerweise geschossen wird, ist es jetzt ganz ruhig. Hochkonzentriert treten Hundehalter und Hunde zu ihren Prüfungen an, auf die sie sich monatelang vorbereitet haben.

Die Hunde müssen Fährten erschnüffeln und Gegenstände finden, apportieren, Befehle ausführen und Hindernisse überspringen. «Am wichtigsten ist die Harmonie zwischen Hund und Hundehalter», sagt Roland Mägerli aus Villigen, der die Prüfungen mit Block und Stift und mit strengem Blick beobachtet. Seit 15 Jahren ist er viele Wochenenden pro Jahr als Richter im Einsatz. «Ich finde es immer spannend, die Hunde und ihre Führer bei ihrer Arbeit zu beobachten.» Er kann sich gut in die Teilnehmer hineinfühlen, da er auch mit seinem Hund Ditta von MaKeRa regelmässig an Prüfungen mitmacht.

Genau vorgegebenes System

Auf dem Programm in Effingen stehen eine Prüfung für Begleithunde, eine Vielseitigkeitsprüfung, eine Prüfung für Fährtenhunde und die IPO (Internationale Prüfungsordnung). Nicht ideal für den Wettkampf ist, dass der Boden im Laufe des Tages immer weicher und matschiger wird. «So rutschen die Hunde nach einem Sprung und können nicht mehr so genau arbeiten», so Roland Mägerli, der an diesem Morgen nicht nur das Hunde-Mensch-Gespann, sondern auch einen Richteranwärter im Auge behalten muss.

Bewertet werden Hunde und Hundehalter nach einem genau vorgegebenen Punktesystem. Eine erste Rückmeldung erhalten die Teilnehmer von Roland Mägerli bereits auf dem Platz, bevor sie den verdienten Applaus der Zuschauer entgegennehmen dürfen.

Ziel Schweizer Meisterschaft

Die Prüfung für Begleithunde und die Vielseitigkeitsprüfung werden nur in der Schweiz durchgeführt, die Fährtenhundeprüfung und die IPO – zu der unter anderem auch die Schutzhundeprüfung gehört – unterliegen der internationalen Prüfungsordnung. Wer an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen möchte, muss an drei IPOs in der höchsten Stufe starten und jedes Mal mindestens 270 Punkte erreichen. «Mir ist das heute gelungen», erzählt Gabi Meister aus Zeihen, die mit ihrem Hund Quicky Airport Hannover im Einsatz steht und mit 271 Punkten den zweiten Rang in ihrer Kategorie erreicht. Ihr Ziel ist die Schweizer Meisterschaft, die im Herbst in Grenchen durchgeführt wird.

Neben Gabi Meister sind über 20 weitere Hundehalter mit Hunden der verschiedensten Rassen aus der näheren und weiteren Umgebung auf dem Platz. «Die meisten haben das anvisierte Ziel erreicht», erklärt Roland Mägerli nach dem Wettkampf. «Wer es nicht geschafft hat, muss weitertrainieren und darf dann wieder antreten.» Das Wichtigste für ihn sei immer, dass am Schluss alle zufrieden seien und das sei heute mehrheitlich der Fall.