Bözberg
Ein Ausflug in eine Welt, von der in den Geschichtsbüchern nichts steht

Der ehemalige Bezirksamtmann von Brugg, Alfred Loop, nahm am Buss- und Bettag rund 100 Interessierte mit auf den Bözberg seiner Kindheit und Jugend.

Hans Christof Wagner
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Buss- und Bettag auf dem Bözberg Am Sonntag nahm Alfred Loop rund 100 Interessierte mit auf den Bözberg seiner Kindheit und Jugend. 200 Jahre Bözberg-Geschichte: Anekdoten, Hintergründe, Namen und Beziehungen – der Vortrag von Alfred Loop, ehemaliger Bezirksamtmann von Brugg, im Bärensaal war gespickt mit alldem. Und beim anschliessenden Rundgang über Neustalden, Altstalden und Spannagel ging die Zeitreise weiter.
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Buss- und Bettag auf dem Bözberg Am Sonntag nahm Alfred Loop rund 100 Interessierte mit auf den Bözberg seiner Kindheit und Jugend. 200 Jahre Bözberg-Geschichte: Anekdoten, Hintergründe, Namen und Beziehungen – der Vortrag von Alfred Loop, ehemaliger Bezirksamtmann von Brugg, im Bärensaal war gespickt mit alldem. Und beim anschliessenden Rundgang über Neustalden, Altstalden und Spannagel ging die Zeitreise weiter.
Buss- und Bettag auf dem Bözberg Am Sonntag nahm Alfred Loop rund 100 Interessierte mit auf den Bözberg seiner Kindheit und Jugend. 200 Jahre Bözberg-Geschichte: Anekdoten, Hintergründe, Namen und Beziehungen – der Vortrag von Alfred Loop, ehemaliger Bezirksamtmann von Brugg, im Bärensaal war gespickt mit alldem. Und beim anschliessenden Rundgang über Neustalden, Altstalden und Spannagel ging die Zeitreise weiter.
Buss- und Bettag auf dem Bözberg Am Sonntag nahm Alfred Loop rund 100 Interessierte mit auf den Bözberg seiner Kindheit und Jugend. 200 Jahre Bözberg-Geschichte: Anekdoten, Hintergründe, Namen und Beziehungen – der Vortrag von Alfred Loop, ehemaliger Bezirksamtmann von Brugg, im Bärensaal war gespickt mit alldem. Und beim anschliessenden Rundgang über Neustalden, Altstalden und Spannagel ging die Zeitreise weiter.
Bettag Bözberg

Buss- und Bettag auf dem Bözberg Am Sonntag nahm Alfred Loop rund 100 Interessierte mit auf den Bözberg seiner Kindheit und Jugend. 200 Jahre Bözberg-Geschichte: Anekdoten, Hintergründe, Namen und Beziehungen – der Vortrag von Alfred Loop, ehemaliger Bezirksamtmann von Brugg, im Bärensaal war gespickt mit alldem. Und beim anschliessenden Rundgang über Neustalden, Altstalden und Spannagel ging die Zeitreise weiter.

Hans Christof Wagner

Rund 100 Mitglieder des Vereins Pro Bözberg fanden sich am Sonntagnachmittag zum traditionellen Buss- und Bettagsanlass im Bärensaal ein. Wirtin Maria Wirz hatte das seit März geschlossene Gasthaus eigens für den Anlass noch einmal geöffnet.

Vereins-Präsident Otto H. Suhner begrüsste die Geschichts-Enthusiasten und verriet, dass er und Alfred Loop in besonderer Weise verbunden sind: Lebt Suhner doch seit 42 Jahren in dem früheren landwirtschaftlichen Anwesen, in dem Loop 1942 auf die Welt kam und darin Kindheit und Jugend verbrachte. Wie der Bözberg ticke, könne man heute aus Loops Vortrag heraushören, kündigte Suhner an.

Loop berichtete, wie die Familie seinerzeit von Walensee (SG) auf den Bözberg gelangte, wohin der Vater seine braunen, «katholischen» Kühe brachte, die sich dort unter all die hellen, «reformierten» Simmentaler Rinder gemischt hätten. «Ich bin gerne in die Schule gegangen», bekannte der Referent, der berichtete, dass der Vater eigens ein Kalb habe verkaufen müssen, um dem Sohn den Bez-Besuch im nahen Brugg zu ermöglichen. Doch anstatt nach einer krankheitsbedingt längeren Absenz zu «repetieren», schmiss er dann doch die Schule hin, um ins Bezirksamt zu wechseln.

Einblick in eine kleine Welt

Loop: «Ich kann und darf heute nicht alles erzählen, was ich weiss.» Schliesslich wolle er die vielen Nicht-Bözberger unter den Mitgliedern ja nicht langweilen mit all den Namen, die den meisten ohnehin nichts sagten. Wobei der Vortrag dann aber doch sehr namenslastig geriet. Wer wohnte von wann bis wann in diesem Haus? Wer war mit wem verheiratet? Wer kam von wo und wer ging wohin? Und dann waren wohl doch viele ortskundige Bözberger im Saal. Denn immer, wenn Loop ein Name nicht mehr geläufig war, kam der entscheidende Hinweis, um wen es sich da handelt, aus den Zuhörerreihen.

«Ich könnte zu jedem Anwesen allein eine halbe Stunde referieren», gestand Loop, der «Heimweh-Bözberger» aus Remigen. So wurde sein Vortrag zu einer Zeitreise mit Protagonisten, von denen sonst nichts in den Geschichtsbüchern steht, die in den Archiven keine Spuren hinterlassen haben.

Mit den Ausführungen wurde eine Epoche gewahr, in der die Horizonte eng waren, eine kleine Welt, in der die Distanzen, von der Warte des modernen Menschen aus betrachtet, überschaubar blieben. Loop berichtete von skurrilen Menschen, von Knechten und Tagelöhnern, von schneereichen Wintern, von Menschen, die sich zu Hause als Posamenter (Bandweber) verdingten und vom Luxusgut Telefon, das seinerzeit nur ein einziger Haushalt besass. Dazu gab es Fotos – Zeugnisse einer längst untergegangenen Welt in schwarz-weiss, in der die Traktoren noch Marke Eigenbau waren. Sicher war es eine strenge Welt mit wenigen Freiräumen, dafür umso solidarischer und in sich ruhend.

Mannigfaltige Verstrickungen

Vortragsbesucherin Silvia Müller aus Freienwil: «Bemerkenswert, wie sich Alfred Loop das alles merken kann. Herzig auch, als von Auswanderung die Rede war. Man hätte Amerika meinen können, aber es war nur das Nachbardorf gemeint.» Auch Geri Hirt war begeistert: «Ich erforsche sonst die Ortsgeschichte von Linn, wo ich auch wohne. Da liegt es natürlich nahe, auch etwas über die Historie von Neustalden, Altstalden und Spannagel zu erfahren.» Hirt ist auch deshalb unter den Teilnehmern des Buss- und Bettagsanlasses, weil es eine weitere Verbindung gibt: Hirt engagiert sich in der Dokumentation des früheren Herznacher Eisenbergwerks. Darin war dazumal ein Geologe tätig, der wiederum mit dem Bözberger Gasthaus Bären verbunden war.

Die Vortrags- und Exkursionsteilnehmer nahmen am Sonntag eines mit: Die Welt ist klein und die Verstrickungen sind mannigfaltiger als erwartet. Auch Pro Bözberg-Präsident Suhner hat von Loops Berichten profitiert: «Jetzt wohne ich schon 42 Jahre hier oben, aber ich habe dennoch viel Neues erfahren.»