Ob Feuerkugel, Spint, Würfel, Schmetterling oder Wein-Ständer: Der Kreativität des Bruggers Dominik Bingisser sind keine Grenzen gesetzt. «Ich arbeite ausschliesslich mit Altmetall, nur hin und wieder kommt etwa Holz zum Einsatz», sagt Bingisser. Vor 20 Jahren hat er damit begonnen, Alteisen neues Leben einzuhauchen. Er erinnert sich gut daran, wie es dazu kam: «Ich sah in einem Geschäft einen Tisch-Weinständer und dachte mir, dafür bezahle ich doch kein Vermögen, sondern mache ihn selber.»

Gesagt, getan. So entstand sein erstes Objekt: ein Vogel-Weinständer. Und weil es ihm derart Spass machte, entstanden gleich zwei davon. Den einen bekam sein Cousin zu seinem 40. Geburtstag, den anderen hat Bingisser selber behalten.

Weitere Vögel, Fabelwesen, Feuerkörbe, Schränke, Würfel und anderes mehr nahmen Gestalt an. Darunter auch sein neuestes Werk, ein Spint, dessen Türe völlig neu gestaltet wurde. «Erst habe ich den mittleren Teil ausgeschnitten, um Platz für eine Collage aus ausgedienten Zangen, Schrauben und Kleinteilen zu schaffen.»

Bewusst habe er danach alles so arrangiert, dass sich die Teile berühren und dadurch verschweisst werden konnten. Die Form eines jeden Teils bleibt jedoch erhalten. Dasselbe beim Würfel, dessen sechs Seiten mit Werkzeug-Collagen gestaltet sind und der stolze 250 Kilo auf die Waage bringt. Beim Putzen etwa der Zangen würden häufig Verzierungen zum Vorschein kommen, die erahnen liessen, dass den Werkzeugen früher eine ganz andere Bedeutung zuteilwurde, sie etwas Wertvolles waren.

Dominik Bingisser ist in der glücklichen Lage, Betreiber des Schrottplatzes Brugg zu sein und somit über Material in Hülle und Fülle zu verfügen. Bis heute hat der Künstler zahlreiche Objekte kreiert. Ein paar davon können an der Vernissage am 3. Mai in der Galerie Immaginazione in Brugg bestaunt werden.

Vom Holz zum Eisen

Zu Beginn seiner Künstlerkarriere sei es ihm nicht leicht gefallen, sich von seinen Werken zu trennen. «Und ich musste lernen, mich selber nicht unter Druck zu setzen. Kreativität braucht Zeit und Raum, um sich entfalten zu können. Deshalb nehme ich Auftragsarbeiten erst seit ein paar Jahren an», sagt Bingisser.

Nicht immer hat sein Herz fürs Alteisen geschlagen. Als Bub und auch später, als er schon auf dem Schrottplatz arbeitete, habe er vieles aus Holz kreiert. «An die Arbeit mit Eisen musste ich mich erst herantasten», sagt er. Die Freude an diesem Hobby teilt er mit seinem Sohn Philipp. Er ist ebenfalls künstlerisch tätig. «Auch meine Frau Monika ist von meinem Hobby begeistert, gibt mir immer wieder wertvolle Anregungen für meine Eisen-Kreationen.» Mit ihr pflegt er ein weiteres grosses Hobby: Ausfahrten im Oldtimer. «Im Moment bin ich zudem daran, ein altes Töffli, einen Sachs, wieder fit zu machen.»

Viel Zeit verbringen die Bingissers auch mit ihren Enkelinnen, die eineinhalb und drei Jahre alt sind. Am 3. Mai müssen die Kleinen allerdings auf ihren Grosspapi verzichten, dann ist er an der Vernissage in der Galerie Immaginazione.