Schinznach-Bad

Diese Aargauer Gemeinderäte verzichten auf 1.-August-Spesen

Schinznach-Bads Gemeinderat Valentin Trentin will keine 1.-August-Spesen.

Schinznach-Bads Gemeinderat Valentin Trentin will keine 1.-August-Spesen.

Das Entschädigungs- und Spesenreglement von Bözberg und Schinznach-Bad sorgt für Kopfschütteln. Gemeinderäte können sich für ihre 1.-August-Teilnahme im Stundenlohn entschädigen lassen. Einige wollen das nicht tun.

Im Entschädigungs- und Spesenreglement von Bözberg steht, dass Gemeinderäte für den reinen Besuch der Bundesfeier separat mit einem Stundenlohn von 40 Franken entschädigt werden. Auch in der Gemeinde Schinznach-Bad mit 1300 Einwohnern ist der Besuch von Anlässen wie der 1.-August-Brunch nicht in der ordentlichen Gemeinderatsbesoldung enthalten. Die AZ schrieb in ihrem Kommentar dazu, es sei kontraproduktiv, wenn für den Besuch einer 1.-August-Feier Spesen aufgeschrieben würden und empfahl den Gemeinderäten deshalb: «Warum nicht an der Augustfeier kurz das Wort ergreifen und einen Spesenverzicht verkünden? Das schafft Goodwill, wenn es an der nächsten Gemeindeversammlung darum geht, die wirklich wichtigen Anliegen durchzubringen – zum Beispiel die generelle Erhöhung des Gemeinderatslohnes.»

Auf diesen Vorschlag angesprochen, sagt der 23-jährige Gemeinderat Sandro Wächter (SVP) aus Schinznach-Bad: «Ich bin neu im Gemeinderat. Sehr wahrscheinlich werde ich an diesem Event teilnehmen.» Aber auch wenn das Thema von der Zeitung nicht angesprochen worden wäre, hätte er diese Zeit/Spesen nicht aufgeschrieben. «Ich habe mir nie gross Gedanken darüber gemacht. Für mich ist es selbstverständlich, so etwas wie die 1.-August-Feier nicht aufzuschreiben.»

Neo-Gemeinderat Valentin Trentin (parteilos) bläst ins gleiche Horn: «Am 1. August beanspruche ich doch keine Spesen. Zudem tun wir das nur dann, wenn wir dafür auch arbeiten.» Bereits seit neun Jahren in der Exekutive ist Boris Charpié (SVP). Er sagt: «Ich bin regelmässig Gast an der Feier und habe noch nie einen Rappen für den 1. August kassiert, obwohl ich das könnte.»

Gemeindeammann Angela Lunginovic muss sich die Spesen-Frage dieses Jahr nicht stellen, weil sie am 1. August im Ausland sein wird. Sie sagt: «Grundsätzlich finde ich es richtig, wenn man als geladener Gast der 1.-August-Feier keine Spesen aufschreibt.» Ob man dies der Bevölkerung mitteilen soll, sei dahingestellt. Sie ist überzeugt, dass es für die Bevölkerung viel wichtiger ist, ob man als Gemeinderat einen guten Job macht, als ob man Spesen aufschreibt. «Die Entschädigung ist ja ohnehin im Vergleich zur geleisteten Arbeit eher bescheiden.»

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