Windisch
Die neuen Zimmer der psychiatrischen Klinik "Königsfelden" verfügen über raffinierte Details

Ein Musterzimmer für den geplanten Neubau auf dem Areal Königsfelden in Windisch steht bereit – es verfügt über überraschende Möglichkeiten.

Michael Hunziker
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Königsfelden
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Gesamtsanierung PDAG Die Psychiatrischen Dienste Aargau PDAG präsentieren das Projekt zur Gesamtsanierung PDAG. Bereits jetzt steht ein Musterzimmer des neuen Hauptgebäudes "Magnolia" (Erwachsenenpsychiatrie) in einem der alten Gebäude. Im Bild CEO Jean-François Andrey und Gesamtprojektleiter Thomas Zweifel.
Gesamtsanierung PDAG Die Psychiatrischen Dienste Aargau PDAG präsentieren das Projekt zur Gesamtsanierung PDAG. Bereits jetzt steht ein Musterzimmer des neuen Hauptgebäudes "Magnolia" (Erwachsenenpsychiatrie) in einem der alten Gebäude. Im Bild CEO Jean-François Andrey und Gesamtprojektleiter Thomas Zweifel.
Gesamtsanierung PDAG Die Psychiatrischen Dienste Aargau PDAG präsentieren das Projekt zur Gesamtsanierung PDAG. Bereits jetzt steht ein Musterzimmer des neuen Hauptgebäudes "Magnolia" (Erwachsenenpsychiatrie) in einem der alten Gebäude. Im Bild CEO Jean-François Andrey und Gesamtprojektleiter Thomas Zweifel.
Gesamtsanierung PDAG Die Psychiatrischen Dienste Aargau PDAG präsentieren das Projekt zur Gesamtsanierung PDAG. Bereits jetzt steht ein Musterzimmer des neuen Hauptgebäudes "Magnolia" (Erwachsenenpsychiatrie) in einem der alten Gebäude. Im Bild CEO Jean-François Andrey und Gesamtprojektleiter Thomas Zweifel.

Königsfelden

Bedeutender Schritt für die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG): Verläuft alles nach Plan, erfolgt Ende dieses Jahres in Windisch der Start der Bauarbeiten für den Neubau «Magnolia». Unmittelbar nordöstlich des altehrwürdigen Hauptgebäudes entstehen auf vier Geschossen Räumlichkeiten für die stationäre Erwachsenenpsychiatrie sowie für die Notfallaufnahme und die Privatstationen. Die Rede ist von 10 Stationen mit je 18 bis 24 Betten. Gleichzeitig wird das denkmalgeschützte Hauptgebäude saniert und ein Teil der beiden Seitenflügel abgerissen.

"Magnolia"

Um einen Eindruck von den Räumen im «Magnolia»-Neubau zu erhalten – und um die Abläufe zu testen – ist ein Musterzimmer eingerichtet worden. Realisiert werden – das zeigt sich bei einem Augenschein – freundliche, hohe Räume, in denen weisse und sanfte braune Farbtöne dominieren. Die mit einem Parkettboden versehenen Zimmer verfügen über einen Eingangs- und Aufenthaltsbereich, über Nischen für zwei Betten, über Wandschränke sowie über ein Bad mit WC und Dusche.

Die Anforderungen an die Einrichtung seien sehr hoch, sagt Thomas Zweifel, Leiter Betriebe bei der PDAG. Nicht nur soll die Privatsphäre der Patienten gewährleistet werden, die Zimmer seien ebenfalls behindertengerecht und – für suizidgefährdete Personen – sicher ausgestattet. Zweifel erwähnt die raffinierten Details wie die Kleiderhaken, die ab einer gewissen Belastung nach unten klappen, den kippbaren Badezimmerspiegel oder die grosszügigen Fenster, die sich nur einen bestimmten Spalt weit öffnen lassen. Raffiniert ist auch die dimmbare Beleuchtung mit der grossen runden Deckenlampe in der Mitte. Nicht zu vergessen sei bei der Planung stets der finanzielle Aspekt, gibt Zweifel zu bedenken. «Das Geld soll bestmöglich für die künftigen Nutzer und ihre Bedürfnisse eingesetzt werden.»

Diverse Stellen sind involviert

Eine Aussage, die für das ganze Projekt «Gesamtsanierung Psychiatrie Königsfelden» der PDAG zutrifft. Das Kostendach von 130 Mio. Franken, lautet eine wichtige Rahmenbedingung, muss eingehalten werden, denn: «Wir müssen die Refinanzierung selber sicherstellen», betont CEO Jean-François Andrey.

Ein besonderes Augenmerk gerichtet wird ebenfalls auf die Termine sowie die Versorgungssicherheit. Will heissen: Es darf zu keinen Betriebseinschränkungen kommen. «Das ist schon fast ein Kunststück», sagt der CEO und verweist auf den Umfang der Tätigkeiten sowie die Grösse des Areals. Nicht zuletzt müssten die umfangreichen gesetzlichen Auflagen beachtet werden. Involviert sind diverse Stellen – von der Gemeinde Windisch über den Kanton bis zur Archäologie und zum Denkmalschutz. «Wir haben ein enges Korsett», fasst Andrey zusammen.

130 Millionen Franken

So viel beträgt das Bauvolumen der «Gesamtsanierung Psychiatrie Königsfelden». Die Bautätigkeit dauert bis 2020. Teilprojekt 1 umfasst den jetzt anstehenden viergeschossigen Neubau «Magnolia» sowie die Sanierung des 145 Jahre alten Hauptgebäudes. Mit dem Teilprojekt 2 bereits erstellt worden ist die neue Klinik für Kinder und Jugendliche. Teilprojekt 3 beinhaltet die teilweise schon erfolgte Sanierung von bestehenden Pavillons im östlichen Teil des Areals. (mhu)

Die Ziele sind klar: «Um auf dem Areal Königsfelden auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung in attraktiven, offenen Räumen bieten zu können, müssen bestehende Gebäude saniert und Neubauten errichtet werden», führt der CEO aus. In einem verstärkten Wettbewerb – Andrey erwähnt die Wahlfreiheit der Patienten sowie die einheitliche Finanzierung – sei es unumgänglich, die Wirtschaftlichkeit und die Qualitätsführerschaft zu erhalten und die Behandlungsprozesse zu optimieren. «Wir investieren, um im Markt weiterhin bestehen zu können», erklärt er. Ambulant vor stationär heisst die Devise, die Menschen mit Beeinträchtigungen dürften nicht stigmatisiert werden. Eine Kapazitätserweiterung in der stationären Versorgung mit den 350 Betten erfolgt übrigens nicht.

Die Planung ist aufwendig

Beim rund 24 Hektaren grossen Areal Königsfelden handelt es sich um eine geschichtsträchtige und wertvolle Parkanlage mit geschützten Gebäuden. Früher befanden sich in diesem Bereich Teile des römischen Heerlagers, am südöstlichen Rand des Geländes steht die markante Klosterkirche.

2009 begann der aufwendige Prozess für das Projekt «Gesamtsanierung Psychiatrie Königsfelden». Auf der Basis eines Masterplans wurde die Planung an die Hand genommen. Der Traum von einem neuen, grossen Zentralgebäude, stellte sich schnell heraus, lässt sich aus Kostengründen nicht verwirklichen. Unzählige Hürden mussten in der Folge übersprungen, unzählige Absprachen getroffen werden, stellen Jean-François Andrey und Thomas Zweifel fest. «Es sind intensive Diskussionen geführt, zig Überarbeitungen vorgenommen und Workshops durchgeführt worden.» Der Aufwand aber habe sich gelohnt.

Im Juni 2014 wählte der Verwaltungsrat der PDAG das Projekt «Magnolia» des Generalplaners und Architekten huggenbergerfries Architekten AG aus Zürich zum Sieger des Architekturwettbewerbs. Ab Februar des letzten Jahres wurden auf dem Gelände die archäologischen Grabungen durchgeführt. Zum Vorschein kamen unter anderem Scherben, Fibeln und auch Öllämpchen. Seit Ende 2016 liegt das Baugesuch auf. Verläuft alles reibungslos, erfolgt 2020 der Bezug. Jean-François Andrey und Thomas Zweifel sind zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Denn mit sämtlichen beteiligten Parteien seien tragfähige Lösungen gefunden worden. «Es herrscht ein gutes Einvernehmen.»

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