Verbot

Die Brugg Immobilien AG ärgert sich über Mahnwachen beim Ensi

Die Brugg Immobilien AG ist für freie Meinungsäusserung. Die Atomkraftgegner vor ihrem Gebäude mit dem Ensi-Sitz sind ihr trotzdem ein Dorn im Auge.

Für Atomkraftgegner Heini Glauser aus Windisch ist der Fall klar: Es wird alles versucht, die Mahnwachen vor dem Sitz des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) in Brugg loszuwerden. Trotz Verbot, das neuerdings das «längere Verweilen» auf dem Grundstück an der Industriestrasse untersagt, wollen Glauser und seine Mitstreiter weiter viermal pro Woche etwa eine Stunde am Abend an die Katastrophe von Fukushima erinnern und auf die Gefahren hinweisen, die ihrer Ansicht nach von den alten Atomkraftwerken ausgehen (die az berichtete).

Die Brugg Immobilien AG, die für die Bewirtschaftung der Ensi-Liegenschaft zuständig ist, spricht von einem unhaltbaren Zustand. Ihre Gebäude, in denen sich diverse Konferenz- und Aufenthaltsräume befinden, seien an verschiedene Firmen vermietet, erklärt Geschäftsführer Rolf Henggeler. «Und es tauchen immer wieder Fragen auf, warum wir diese Mahnwachen überhaupt akzeptieren», sagt er.

Bitte an Aktivisten blieb erfolglos

Die Gruppe Brugg sei überdies international ausgerichtet. «Regelmässig müssen wir den Kunden aus der ganzen Welt erklären, was diese Aktivisten wollen und warum solche Aktivitäten auf eigenem Gelände von uns geduldet werden.» Mit Heini Glauser sei die Angelegenheit besprochen worden, sagt Henggeler. «Wir haben ihn gebeten, bis spätestens Dezember 2014 unser Gelände für die Durchsetzung seiner Anliegen nicht mehr zu benutzen.» Allerdings ohne Erfolg: «Das Resultat ist offensichtlich.»

Auf der persönlichen Ebene, betont der Geschäftsführer, bestehe indes überhaupt kein Problem. «Im Gegenteil: Wir haben uns gegenseitig sogar ein gutes neues Jahr gewünscht!» Die Standpunkte und Überlegungen, die von den Atomkraftgegnern vertreten werden, seien für ihn nicht von Bedeutung, ergänzt Henggeler. «Wir sind offen für verschiedenste Ansichten, Meinungen und Geisteshaltungen. Aber auch wir haben gewisse Interessen und Rechte.»

Das Ensi hält sich mit Aussagen zu den Mahnwachen zurück. Die Aktivitäten finden – «unseres Wissens» – auf einem privaten Grundstück statt, sagt Sebastian Hueber, Leiter Kommunikation. Fragen seien deshalb an den Eigentümer zu richten. Das Ensi stehe für Auskünfte zur Sicherheit von Kernkraftwerken zur Verfügung.

Aber: Das Ensi pflege seit Beginn der Mahnwachen den Dialog mit deren Mitgliedern, fährt Hueber fort. Es seien bereits mehrere Fachgespräche mit den Teilnehmern durchgeführt worden und das Ensi habe auch schon an Anlässen der Mahnwachen teilgenommen.

Überdies hätten die Vertreter der Mahnwachen Einsitz im «Technischen Forum Kernkraftwerke», das vom Ensi geleitet werde. «Im Dezember 2013 fand beispielsweise eine Forumssitzung statt, in der ihre Fragen beantwortet wurden.» Hueber geht davon aus, dass dieses Forum auch weiter genutzt wird.

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