Imkerei
Der Film «More Than Honey» hat die Jungen zum Imkern inspiriert

Fritz Imhof spricht über die grosse Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen und sagt, wie er die Zukunft der Bienen sieht. Die Imkerei ist kein billiges Hobby: 150 Franken und mehr kostet ein Volk.

Barbara Schlunegger
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Imker Walter Weniger hat einen Schwarm wieder eingefangen.

Imker Walter Weniger hat einen Schwarm wieder eingefangen.

Peter Siegrist

Dazu kommt ein etwa gleich teurer Bienenkasten. Trotzdem: Die Nachfrage nach Imker-Ausbildungsplätzen und Kursen ist beinahe überbordend: «Wir hatten jahrzehntelang Nachwuchsprobleme, doch momentan können wir fast zu wenig Ausbildungsplätze anbieten», meint der Verbandspräsident Aargauischer Bienenzüchtervereine Fritz Imhof.

Dass die junge Generation wieder selber mit dem flüssigen Gold hantieren will, läge hauptsächlich an der medialen Präsenz des Themas, meint der Suhrer. Auch der Film «More Than Honey» von Markus Imhoof habe massgeblich dazu beigetragen, dass sich die Leute wieder für die Bienenzucht zu interessieren beginnen. Einmal angesteckt kämen die meisten Imker vom «Bienenzuchtvirus», wie Imhof das tierische Hobby bezeichnet, gar nicht mehr los.

Die böse Milbe aus Russland

Bienenzüchten ohne Bienen wird schwierig. Deshalb benötigt ein angehender Imker Bienenvölker. Die kauft er am besten bei einem Züchter in der Nähe. Danach ist es für den Bienenfreund unumgänglich, regelmässig eigene Völker heranzuziehen. Dies geschieht durch einen Bienenschwarm oder dadurch, dass einige der Nektarsammler von ihrem Volk getrennt werden und so ein neues Volk entsteht. Es wird eine Königin vom Volk herangezogen und aus dem Teil Bienen des vorgängigen Volkes entsteht ein neues, das dann eigenständig weiter besteht.

Anlaufstelle für Interessierte

Personen, die an der Imkerei interessiert sind, melden sich am besten bei: Fritz Imhof
Präsident Unteres Aaretal
Grubenweg 7
5034 Suhr
E-Mail: fritzimhof@bluewin.ch
Tel.: 062 844 09 03

Ein Bienenvolk zählt je nach Saison bis zu 40 000 Insekten, wobei die Lebensdauer eines Tieres zwischen sechs Wochen und sechs Monaten schwankt. «Im Sommer verausgaben sich die Tiere bei der Arbeit und sie sterben viel eher als im Winter, wenn sie praktisch nur im Nest bleiben», erklärt der Präsident.

Imhof blickt auf ein durchzogenes Imkerjahr zurück. Begonnen hatte die Saison mit einem praktisch ausbleibenden Frühling. «Dafür schenkte der Sommer richtig ein», meint er. Zu kämpfen hatten die hiesigen Züchter vor allem mit der Varroa-Milbe, die vor etwa 30 Jahren aus Russland in die Schweiz eingeschleppt wurde. Diese lässt die Tiere erkranken und ganze Völker sterben aus.

Als wäre das nicht genug, bringt diese zerstörerische Milbe noch sieben bis acht weitere Viren ins Volk. «Dagegen sind wir praktisch machtlos», sagt der Imker. Langfristig ist Imhof jedoch überzeugt, dass die Bienen überleben werden. «Es wird auch in 20 Jahren noch Bienenschwärme geben – die sterben nicht aus.» Bleibt nur zu hoffen, dass der Bienenzüchter recht behält.

Hier finden Sie weitere Informationen zu bienen-ag.

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