Birrfeld

Bund verlängert die Konzession für den Flugplatz nur um ein Jahr

Auf dem Flugplatz Birrfeld ist seit 2013 ein TCS-Heli stationiert.

Auf dem Flugplatz Birrfeld ist seit 2013 ein TCS-Heli stationiert.

Der Aero-Club Aargau hat bis Ende 2016 Zeit, TCS-Heli-Nachtflüge in einem neuen Betriebsreglement aufzunehmen. Derweil hat die Bevölkerung Bedenken, dass bald mehr als nur ein TCS-Heli im Birrfeld abheben könnte.

Auf dem Flugplatz Birrfeld steht einerseits die Verlängerung der Konzession für die nächsten 30 Jahre und andererseits die Erneuerung des Betriebsreglements an. Die Nachtflüge des TCS-Helis sind nämlich im aktuellen Betriebsreglement aus dem Jahr 2012 noch nicht geregelt.

Unter Zeitdruck musste der Aero-Club Aargau dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) ein provisorisches Reglement abgeben. Noch vor knapp einem Jahr bestätigte das Bazl dem Aero-Club Aargau allerdings, dass die Konzession und das Reglement zwei verschiedene Geschäfte seien und separat behandelt würden. «Erstaunlicherweise kam dann in den Sommerferien die Aufforderung, innerhalb von zwei Wochen das neue, überarbeitete Betriebsreglement einzureichen», so der Vorstand des Aero-Clubs Aargau. Die interne Vernehmlassung dazu stehe bei den Birrfelder Fluggruppen kurz vor dem Abschluss.

Am vergangenen Freitag erhielt der Aero-Club Aargau vom Bazl einen Verfügungsentwurf, zu dem er bis Ende Oktober Stellung nehmen kann. Darin ist unter anderem festgehalten, dass die geltende Betriebskonzession – auf der Basis des heute geltenden Betriebsreglements für den Flugplatz Birrfeld – provisorisch um ein Jahr bis Ende 2016 verlängert wird. Konkret heisst das, dass der Aero-Club Aargau das heute gültige Betriebsreglement überarbeiten und nun erst im Laufe des Jahres 2016 einreichen muss. Anschliessend geht es beim Kanton und den umliegenden Flugplatzgemeinden noch im 2016 in die Vernehmlassung.

Kein weiterer Helikopter geplant

In der Bevölkerung werden Bedenken geäussert, wonach über den Köpfen der Anwohner hinweg entschieden werden könnte. Auch wird befürchtet, dass aufgrund grosser Nachfrage bald mehr als ein TCS-Heli im Birrfeld abheben könnte. Bisher hat die Firma Alpine Air Ambulance (AAA) die Bewilligung, einen einzigen TCS-Heli im Birrfeld zu betreiben. Weitere Helikopter sind im Birrfeld in Zukunft nicht vorgesehen, stellt der Aero-Club Aargau klar. So seien denn auch im neuen Reglement – abgesehen von der Regelung der Rettungsflüge – keine grösseren Anpassungen vorgesehen.

In der Nacht sollen auch in Zukunft explizit nur Rettungs- und Organtransportflüge durchgeführt werden dürfen. Nachtflüge mit Flächenflugzeugen oder anderen Helikoptern sind nicht vorgesehen. Der Heli-Rettungsbetrieb wird gemäss Aero-Club Aargau in der ganzen Region positiv wahrgenommen. Lärmreklamationen wegen Einsätzen des TCS-Helis seien weder auf dem Flugplatz Birrfeld noch in den Nachbargemeinden eingegangen. Was den Einbezug der Bevölkerung angeht, so würden die Behördenmitglieder der umliegenden Gemeinden mindestens einmal pro Jahr zu einer ausführlichen Informationsveranstaltung eingeladen, betont der Aero-Club. Ihnen biete sich so die Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Kritik auszusprechen.

Im vergangenen Jahr leistete der TCS-Heli 213 Einsätze vom Aargau aus. Seit Anfang 2015 wird er zudem im Landkreis Waldshut als subsidiäres Rettungsmittel eingesetzt. Wie sich das grössere Gebiet auf die Einsatzzahlen auswirkt, lässt sich gemäss AAA-Mediensprecherin Petra Seeburger erst Ende Jahr genau sagen, da es im Jahresverlauf immer grosse Schwankungen gebe. Nur so viel verrät sie: «Das Einsatzaufkommen 2015 im Kanton Aargau bewegt sich mehr oder weniger auf dem Niveau des Vorjahres.»

«Sehr demokratischer Prozess»

Auch die AAA bestätigt, dass kein weiterer Rettungsheli auf der Basis im Eigenamt stationiert werden soll. Seeburger ergänzt, dass das An- und Abflugverfahren des TCS-Helis auf dem Flugplatz Birrfeld – sowohl am Tag als auch in der Nacht – so festgelegt wurde, dass möglichst kein bewohntes Gebiet überflogen und somit die Lärmimmissionen für die Anwohner so gering wie möglich gehalten werden.

Der Vorstand des Aero-Clubs Aargau erachtet die durch das Bazl vorgegebenen Abläufe als «einen sehr demokratischen Prozess». Das angepasste Betriebsreglement bedürfe gemäss Luftfahrtgesetz einer öffentlichen Auflage und Anhörung.

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