Brugg
Meinungsumschwung: Richard Fischer kandidiert doch als Stadtrat und vielleicht auch als Ammann

Der 70-jährige Parteilose stellt nach längeren Gesprächen mit Stadtammann Barbara Horlacher (Grüne) und FDP-Stadtrat Reto Wettstein Kommunikations- und Führungsdefizite in der Brugger Regierung fest. Deshalb tritt der ehemalige Unternehmer im Herbst entgegen gegenteiliger Ansage im März zu den Behördenwahlen an.

Claudia Meier
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Richard Fischer findet, dass der Brugger Stadtrat nicht teamfähig ist.

Richard Fischer findet, dass der Brugger Stadtrat nicht teamfähig ist.

Bild: Janine Müller
(25. September 2019)

Er werde nirgends mehr für ein Amt kandidieren, sagte Richard Fischer Ende März dieses Jahres auf die Frage der AZ, ob es Zufall sei, dass er jeweils in Wahljahren besonders aktiv ist. Damals berichtete diese Zeitung über die Verhaftung des ehe-maligen Unternehmers auf dem Bundesplatz in Bern, nachdem er wiederholt das Gespräch mit den Parlamentariern gefordert hatte. Es folgte eine Hausdurchsuchung in Brugg. Seine damals beschlagnahmte Pistole hat der 70-Jährige wieder zusammen.

Nicht ganz unerwartet hat Richard Fischer seine Meinung doch noch geändert, wie er der AZ persönlich mitteilte. Nach einem längeren Gespräch mit FDP-Stadtrat Reto Wettstein und ein paar Tage später mit Stadtammann Barbara Horlacher (Grüne) hat sich der Parteilose entschieden, «im Herbst für den Brugger Stadtrat und wenn nötig für das Stadtammann-Amt zu kandidieren». Letzteres hänge davon ab, wer alles Barbara Horlacher den Chefposten streitig mache.

Eine Gruppe von Einzelkämpfern, die Tagesgeschäfte abarbeiten

Für Richard Fischer steht fest, dass «der heutige Stadtrat kaum Führungserfahrung hat und nicht teamfähig ist». Deshalb könne die Stadtregierung keine gemeinsamen Visionen erarbeiten und vertreten sowie sich nicht gegenseitig unterstützen. Fischer, der vor vier Jahren schon als Stadtrat und Stadtammann kandidierte, spricht von Einzelkämpfern, die ihre Tagesgeschäfte abarbeiten und ungenügend kommunizieren.

Wie in einem Gedicht angekündigt, will Fischer eine Zukunftspartei lancieren, die wie er parteilos ist, «von besorgten Brugger Bürgern und Bürgerinnen unterstützt wird», aber keine Einwohnerratsliste stellt.

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