Flüchtlinge
Bözen nimmt weniger Asylsuchende auf als ursprünglich geplant

Mit einer Verbundlösung wollte Bözen die Aufnahmepflicht für vier Gemeinden erfüllen. So weit kommt es nun aber nicht. Zeihen setzt auf eine eigene Asylunterkunft und hat bereits eine Wohnung gemietet. Dafür hat die Gemeinde gute Gründe.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Im Oberdorf 5 in Bözen ziehen nächstes Jahr sieben Asylsuchende ein.

Im Oberdorf 5 in Bözen ziehen nächstes Jahr sieben Asylsuchende ein.

Claudia Meier

Die Ankündigung des Kantons, die Ersatzabgaben aufs neue Jahr zu erhöhen, sowie die laufend steigende Aufnahmepflicht haben die Gemeinden zum Umdenken bewogen. Ende November informierte der Gemeinderat Bözen die Bevölkerung, dass in der gemeindeeigenen Liegenschaft im Oberdorf 5 bald Asylsuchende einziehen werden (die az berichtete). Mit dem Vorhaben – so die Absicht – könnte die Aufnahmepflicht für die vier Gemeinden Bözen, Elfingen, Hornussen und Zeihen erfüllt werden. Die Gemeinde Effingen hat sich für eine separate Lösung entschieden und die ehemalige Vorstandswohnung auf dem Bahnhofsareal als Asylunterkunft gemietet.

Nun geht auch Zeihen einen eigenen Weg: Dies, weil der Gemeinde neu vier Asylsuchende zugewiesen werden. «Um diese unterzubringen, konnte der Gemeinderat ab Januar 2016 eine 51⁄2-Zimmer-Wohnung mieten», heisst es im jüngsten Mitteilungsblatt. Gemeindeschreiber Gianni Profico erklärt: «Als wir mit Bözen die Kooperationslösung besprachen, gingen wir noch von zwei Asylsuchenden aus.» Der Kanton habe die Aufnahmepflicht für die Gemeinde Zeihen aber fürs vierte Quartal auf drei und ab 2016 auf vier Personen erhöht. Da damit zu rechnen ist, dass die Zahl weiter ansteigen werde, habe der Gemeinderat nach einer geeigneten Wohnung gesucht und sei im Dorf fündig geworden, so Profico weiter. Wann die Flüchtlinge in der Gemeinde eintreffen werden, ist zurzeit noch offen. «Wir bevorzugen eine Familie. Das haben wir dem Kantonalen Sozialdienst so mitgeteilt. Die Wünsche können aber nicht immer berücksichtigt werden», sagt der Gemeindeschreiber.

Grosse Resonanz in der Bevölkerung

Mit der eigenständigen Lösung sei die Gemeinde Zeihen im Gegensatz zu einer gemeinsamen Unterkunft in Bözen flexibler. Vorrang hätten in der Verbundlösung nämlich die Gemeinden der Verwaltung 3 plus gehabt, zu denen Zeihen nicht gehört. «Es kann daher auch nicht ausgeschlossen werden, dass wir noch eine weitere Wohnung mieten werden, falls der Kanton die Aufnahmepflicht nochmals erhöht», sagt Profico.

«Für die Gemeinde Bözen ist es nachvollziehbar, dass Zeihen eine eigene Lösung erarbeitet hat. Dies geht absolut in Ordnung», sagt Gemeindeschreiber Claudio Stierli. Statt wie ursprünglich geplant mit acht wird in Bözen mit sieben Asylsuchenden gestartet, was bei den am Infoabend gezeigten Berechnungen eine Korrektur nach unten bedeutet. «Diese Lösung ist immer noch günstiger, als wenn die Gemeinde Bözen Ersatzabgaben bezahlen müsste», betont Stierli. Er spricht von einer sehr erfreulichen Resonanz auf den Bevölkerungsaufruf, Möbel und Haushaltgegenstände für die geplante Unterkunft zur Verfügung zu stellen.