Brugg

Auto- und Töff-Fahrer missachten Fahrverbot – nun solls eine Videokamera richten

Wie lange die mobile Videokamera beim Feuerwehr-Magazin am Stahlrain installiert bleibt, steht laut Regionalpolizei noch nicht definitiv fest.

Wie lange die mobile Videokamera beim Feuerwehr-Magazin am Stahlrain installiert bleibt, steht laut Regionalpolizei noch nicht definitiv fest.

Das Fahrverbot am Stahlrain in Brugg ist bisher von vielen Fahrzeuglenkern missachtet worden. Jetzt hat die Polizei ihre mobile Videokamera installiert. Die Massnahme sorgt für Zündstoff bei den Berufsschülern.

Berufsschüler Danny Senn macht seinem Ärger Luft: Er spricht von Abzocke, stellt die Frage in den Raum, ob das Vorgehen der Polizei überhaupt zulässig und der Datenschutz gewährleistet ist.

Was ist geschehen? Beim Feuerwehr-Magazin am Stahlrain in Brugg befindet sich ein Fahrverbot. Auto- und Töfffahrer, die aus Richtung Sportanlage Mülimatt kommen, müssen auf der Fahrt zum Zentrum den Weg via Bahnunterführung über die Gaswerkstrasse zum Bachthalen-Kreisel nehmen. Das ist bekannt. Neu ist allerdings, dass dieses Fahrverbot videoüberwacht wird.

Die Massnahme sorgt für Zündstoff bei den Berufsschülern. Für Senn, der an der Höheren Fachschule die Ausbildung zum Pflegefachmann absolviert, ist die Videoüberwachung weder sinnvoll noch verhältnismässig, sondern vielmehr eine Schikane, mit der sich die Polizei eine goldene Nase verdient. Gerade die ortsunkundigen Lenker seien betroffen. Auch er selber sei schon erwischt worden und er kenne Lehrlinge, die mehrere hundert Franken zahlen mussten. «Das ist doch gemein», enerviert er sich. «Da ist auf einen Schlag der halbe Lehrlingslohn weg.» Ungerecht sei überdies, dass Motorräder, respektive deren Kontrollschilder, von der Videokamera gar nicht erfasst werden könnten. Sowieso: Das Fahrverbot an dieser Stelle sei nicht nur schlecht zu sehen, sondern grundsätzlich fragwürdig, stellt Senn fest. Denn als Fahrzeuglenker sei er gezwungen, einen Umweg in Kauf zu nehmen, was nicht ökologisch sei und auf den Hauptstrassen für noch mehr Verkehr und damit für Stau sorge.

Aus Gründen der Sicherheit

Das Fahrverbot bei der Bahnunterführung an der Ecke Gaswerkstrasse/Stahlrain unmittelbar an der Grenze zwischen Brugg und Windisch wurde schon vor 20 Jahren verfügt, bestätigt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg. Damals angebracht wurde vor der Bahnunterführung aus Richtung Zürcherstrasse ebenfalls ein Linksabbiege-Verbot als sogenanntes Vorsignal zum Fahrverbot.

Im September des letzten Jahres platzierte die Polizei ihre mobile Videokamera beim Feuerwehr-Magazin und ersetzte die alten Signalisationsschilder, «damit das Verbot wirklich gut ersichtlich ist», so Hossli. Angebracht wurde ebenfalls der Zusatz «Dieser Bereich wird videoüberwacht». «Die Massnahme erfolgte für die Verkehrssicherheit», sagt Hossli. Denn seit der Inbetriebnahme der Sportanlage Mülimatt und des Mülimattstegs sei das Verkehrsaufkommen stark angestiegen. Unterwegs seien auch viele Fussgänger und Velofahrer.

Weil der Stahlrain häufig als Stauumfahrung dient, um den Neumarkt-Knoten im Zentrum zu meiden, seien in einer ersten Phase vermehrt Kontrollen durch Polizeipatrouillen durchgeführt worden, fährt der Repol-Chef fort. «Diese brachten aber nicht den gewünschten Erfolg.» Anders ausgedrückt: Von etlichen Autofahrern sei das Fahrverbot über längere Zeit einfach nicht beachtet worden.

Mehrere Dutzend Bussen

Jetzt werden die fehlbaren Verkehrsteilnehmer zur Kasse gebeten: 100 Franken beträgt die Busse, wenn das Fahrverbot missachtet wird. Mehrere Dutzend Fahrzeuglenker seien bereits gebüsst worden, sagt Hossli. Natürlich, fügt er an, seien viele nicht erfreut. Trotzdem: «Wie die Mehrheit müssen sich die Betroffenen einfach an die Regeln halten.» Auch die Töfffahrer müssen übrigens aufpassen. Sie werden bei zusätzlichen Polizeikontrollen angehalten.

Wie lange die mobile Videokamera installiert bleibt, steht laut Hossli noch nicht definitiv fest. «Die Dauer ist unbestimmt und hängt mit der künftigen Einhaltung des Fahrverbots zusammen.» Der Repol-Chef ergänzt im gleichen Atemzug, dass nicht generell Videoaufnahmen gemacht würden, sondern nur solche von durchfahrenden Fahrzeugen.

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