Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat beim Bundesamt für Energie (BFE) vor gut einem Jahr vier Standorte für ein allfälliges geologisches Tiefenlager im Bözberg eingereicht.

Hauptthema der zweiten Etappe des Sachplanverfahrens ist die Suche nach geeigneten Standorten für Oberflächenanlagen (die az berichtete).

Die Regionalkonferenz Jura Ost sowie der Kanton Aargau befassen sich mit der Bewertung dieser Vorschläge und haben auch alternative Standorte zur Überprüfung vorgeschlagen.

Der Kanton Aargau respektive die Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt beauftragte die Nagra mit der Überprüfung des stillgelegten Bahnhofs Effingen.

In Bezug auf das Grundwasser sei dieser Standort idealer als der Nagra-Vorschlag (JO-2) neben der Autobahn im Grenzgebiet zwischen Effingen, Bözen und Zeihen, begründete der Kanton im vergangenen Herbst seinen Vorschlag.

Grundeigentümer informiert

Diese Variante wurde in Absprache mit dem BFE mit der Bezeichnung JO-2a versehen. Ausbaupläne für einen neuen Bözberg-Eisenbahntunnel sowie die Topografie waren für die Analyse ausschlaggebend.

Die Nagra sei jetzt zum Schluss gekommen, dass die engen Platzverhältnisse bei der Station Effingen höchstens für eine Oberflächenanlage zur Einlagerung von schwach- und mittelaktivem Atommüll ausreichen würden, schreibt der Gemeinderat Effingen im neusten Mitteilungsblatt.

Anders gesagt: Sollte im Bözberg ein Tiefenlager für hochaktiven Atommüll entstehen, wäre das Areal bei der Station Effingen nicht für die Erstellung einer Oberflächenanlage geeignet.

In den letzten Tagen habe man die vier Eigentümer informiert, dass ihre Grundstücke allenfalls von einer Oberflächenanlage betroffen sein könnten, schreibt der Effinger Gemeinderat abschliessend.