Birrfeld

Aargauer Polizei verhaftet amerikanischen Falsch-Flieger auf dem Flugplatz

Flugplatz Birrfeld aus der Vogelschau

Flugplatz Birrfeld aus der Vogelschau

Ein amerikanischer Pilot ist ohne Erlaubnis auf dem Flugplatz Birrfeld gelandet. Weil er mit seiner Cessna ohne Bewilligung auch durch die Lufträume des Flughafens Kloten flog, musste der Flugverkehr unterbrochen werden.

Am 10. April kurz nach Mittag landete ein amerikanischer Pilot auf dem Flugplatz Birrfeld - ohne Erlaubnis. Über den Piloten weiss man nur, dass er in Süddeutschland gestartet war. Dort hatte er das letzte Mal Kontakt zu einer Flugsicherungsstelle. Das sagt Roger Trüb, Flugplatzchef und Leiter der Flugschule Birrfeld dem SRF-Regionaljournal.

Der Pilot sei offenbar davon ausgegangen, dass er sämtliche Lufträume durchqueren darf. So flog er in der Folge ohne Erlaubnis quer über den Flughafen Kloten.

Flughafen zehn Minuten gesperrt

Der Flughafen konnte keinen Kontakt mit ihm aunehmen. «Die Absichten des Eindringlings konnte man nicht einschätzen», so Trüb. Der Flughafen Kloten sei deshalb für zehn Minuten gesperrt worden. 

Schliesslich landete der Pilot seine Cessna auf dem Flugplatz Birrfeld, wo ihn die Polizei bereits erwartete und mitnahm. Ob ihm die Fluglizenz entzogen wurde, weiss Trüb nicht. «In der Schweiz ist es auf jeden Fall möglich, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eingreift.»

Bundesamt für Zivilluftfahrt prüft den Fall

Das BAZL wurde über den Vorfall informiert und prüft ihn, heisst es auf Anfrage. «Sollte sich herausstellen, dass der Pilot in erheblicher Weise gegen geltendes Recht verstossen hat, wird sich das BAZL an die amerikanischen Behörden wenden», sagt Mediensprecherin Nicole Räz. 

Dies sei nötig, weil eine Fluglizenz nur von derjenigen Behörde entzogen werden kann, die sie ausgestellt hat. «In diesem Fall ist die amerikanische Behörde zuständig», sagt Räz.

Regelmässige Schulungen wirken präventiv

Luftraumverletzungen werden in der Schweiz gemäss Flugplatzchef Trüb seltener. Die Piloten würden regelmässig geschult.

Trotzdem habe es in der Umgebung des Flugplatzes viele andere Lufträume: vom Flughafen Zürich, Basel oder Bern. Und auch das Militär benutze die Lufträume in der Region teilweise.

«Für einen Piloten ist es deshalb schwierig, einen Flug zu planen», sagt Trüb im Interview mit dem SRF-Regionaljournal. Wetterwechsel könnten ihn zum Beispiel zu einem Umweg zwingen. So könne es schnell geschehen, dass ein Pilot ohne Erlaubnis in einen Luftraum fliege. (nla)

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