Brugg

50-Jähriger soll für heikle Geschäfte eine saftige Geldstrafe erhalten

Ein ehemaliger Geschäftsführer wegen des Vorwurfs der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Urkundenfälschung zu verantworten. (Symbolbild)

Ungetreue Geschäftsbesorgung

Ein ehemaliger Geschäftsführer wegen des Vorwurfs der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Urkundenfälschung zu verantworten. (Symbolbild)

Vor dem Bezirksgericht Brugg hatte sich ein ehemaliger Geschäftsführer wegen des Vorwurfs der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Urkundenfälschung zu verantworten. Er soll eine bedingte Geldstrafe sowie eine Busse erhalten.

«Ich habe bei all diesen Aktionen die bestmögliche Lösung für meinen Arbeitgeber gesucht, und jetzt versucht man, mir daraus einen Strick zu drehen», meinte der Beschuldigte vor Gericht.

Vorgeworfen wurde dem knapp 50-jährigen Schweizer mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung sowie Urkundenfälschung.

Zugrunde lagen diesen Vorwürfen Verkäufe von Firmenfahrzeugen, die er in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer eines Pneukran- und Transportunternehmens getätigt hatte.

Nachdem man auf Ungereimtheiten beim Verkauf von zwei Personenwagen gestossen war, hatte die Firma Strafanzeige erstattet und die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

«Ziemlich abenteuerlich»

«Es war nicht so, dass da einfach Gerätschaften verkauft wurden, weil das lustig war», erklärte der Beschuldigte in der Befragung durch Bezirksgerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven. «Hinter den Verkäufen standen immer ein Ersatz oder die Optimierung des Fahrzeugparks.»

Auf die Frage nach dem Ablauf des Verkaufs der Personenwagen – bei dem er den Erlös von knapp 8000 Euro erst ein Jahr nach dem Verkauf abgeliefert hatte – meinte der Beschuldigte: «Ich hatte einen Mitarbeiter mit dem Verkauf beauftragt. Ich mache mir heute ja auch Vorwürfe, dass ich das Auge nicht stärker darauf gehalten habe.»

Es sei ihm aber, lange nach dem Verkauf, gelungen, nicht bloss den Käufer – einen Autohändler aus Syrien – ausfindig zu machen, sondern auch den Erlös einzutreiben.

Auf den Einwand der Gerichtspräsidentin, dass die Geschichte «ziemlich abenteuerlich» anmute und ihre Frage, ob es nicht hätte sein können, dass er den Betrag bezahlt habe, nachdem es für ihn eng wurde, meinte er: «Dann hätte das in meinen privaten Geldflüssen erscheinen müssen.»

Auch im Fall des Verkaufs eines Pneukrans kam die Gerichtspräsidentin nach hartnäckigem Nachhaken zum Schluss: «Die Geldflüsse sind sehr intransparent. Dabei wäre es doch kein Problem gewesen, das klar darzustellen.»

Darauf erklärte der Beschuldigte: «Das war ein sehr komplexes Geschäft. Ich gebe zu, dass es etwas schräg herüberkommt. Die Firma muss mir aber heute Danke sagen. Ich habe mich absolut nicht bereichert.»

Er gestand aber ein, beim Verkauf eines Lastwagens 2500 Franken aus einer Provision für sich behalten zu haben. «Diesen Betrag bin ich der Firma schuldig», sagte er.

«Was der Beschuldigte auftischt, stimmt nicht», erklärte der Rechtsvertreter der Zivilpartei, des früheren Arbeitgebers des Beschuldigten.

Der Beschuldigte habe nichts zur Aufdeckung der Vorgänge beigetragen, sondern sei erst aktiv geworden, nachdem sich die Schlinge um seinen Hals zugezogen habe.

Arbeitgeber will Geld

Der Beschuldigte sei gesamthaft schuldig, allenfalls auch des Betruges und der Veruntreuung, betonte der Vertreter der Zivilpartei. Er machte eine Forderung von gut 18 000 Franken samt Zinsen sowie den Ersatz der Partei- und Verfahrenskosten geltend.

Der Verteidiger beantragte – bis auf den von seinem Mandanten eingestandenen Vorfall, für den er auf eine bedingte Geldstrafe von höchstens 20 Tagessätzen zu 100 Franken plädierte – Freispruch. «Mein Mandant hat stets versucht, bessere Erlöse zu erzielen», betonte der Verteidiger.

«Seine Verkaufserfolge waren aber mit Tücken verbunden.» Die späte Ablieferung der Erlöse sei auf Probleme im Rechnungswesen der Firma und auf ungenügende Überwachung zurückzuführen. Zudem sei dem Unternehmen kein Schaden entstanden.

Das Urteil wird schriftlich eröffnet. Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 100 Franken sowie eine Busse von 3000 Franken.

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