Sie habe sich sehr über die Dankeskarten aus Brugg gefreut, hielt die Neuenhoferin vor wenigen Wochen gegenüber dieser Zeitung fest. Noch vor Weihnachten hatten einige Lehrkräfte und zwei Klassen der Bezirksschule der Seniorin je eine Karte geschickt. Denn ihrem Engagement sowie den Medienberichten darüber war es zu verdanken, dass sich der Brugger Stadtrat schon bald nach der Budgetdebatte im Einwohnerrat dazu entschieden hat, für Exkursionen, Reisen und Lager der Schule Brugg einen Nachtragskredit bis 60'000 Franken zu sprechen.

Zur Erinnerung: Laut einem Bundesgerichtsurteil dürfen den Eltern für obligatorische Schulanlässe nur noch maximal die Verpflegungskosten in Rechnung gestellt werden (die AZ berichtete).

Der Stadt Brugg entstehen dadurch jährliche Mehrkosten, die nicht ins Budget 2019 einflossen. Damit für die Kinder keine Abstriche gemacht werden müssen, wollte die Neuenhoferin der Schule Brugg 10'000 Franken spenden.

Der Stadtrat stoppte die Aktion und schlug der Frau vor, das Geld stattdessen für die Stiftung Hemberg, die das Brugger Ferienhaus Salomonstempel in Hemberg SG betreibt, zu spenden. Hier finden jedes Jahr Ferienlager für erholungsbedürftige Kinder statt. Laut dem zuständigen Stadtrat Willi Däpp hat die Neuenhoferin das Spendenangebot in der Zwischenzeit überdacht und sich dafür entschieden, «einen viel kleineren Betrag an die Hemberg-Stiftung als ursprünglich vorgesehen zu spenden», wofür sich die Stiftung gebührend bedanken werde. Aus Diskretionsgründen nennt Däpp den Betrag nicht.

Was nach dieser Geschichte bleibt, ist die Tatsache, dass die Schulausflüge nicht in einem kleineren Rayon durchgeführt und die Eltern nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden müssen. Laut Willi Däpp kann die Schule Brugg «unabhängig vom Bundesgerichtsentscheid ihre Lager und Exkursionen wie geplant durchführen». Über die Verwendung des Nachtragskredits werde der Brugger Stadtrat im Rahmen der Rechenschaftsablage informieren.