Das gab die abtretende Co-Präsidentin Connie Fauver am Samstag an der 24. Frauentagung im Grossratssaal in Aarau bekannt. Die rund 130 anwesenden Frauen applaudierten lautstark, als Fauver die Neuigkeit verkündete.

Hätte keine Nachfolge gefunden werden können, wäre der Verein bei der ausserordentlichen Mitgliederversammlung am 4. Juli aufgelöst worden. «Ich will frauenaargau noch stärker und noch lauter machen», liess die neue Präsidentin über Fauver verlauten. Die 38-jährige Kohler konnte aufgrund einer lange im Voraus geplanten Weiterbildung selbst nicht an der Tagung teilnehmen. Offiziell gewählt wird sie am 4. Juli.

Nachfolge liess auf sich warten

«Es war ein Schock für uns, dass wir nicht mit Anfragen für diesen wundervollen Job überschwemmt wurden», sagte Connie Fauver. Sie und Sandra-Anne Göbelbecker leiteten den Verein die letzten sieben Jahre gemeinsam und hatten Mühe, eine Nachfolgerin für das Präsidium zu finden. Das Ziel von frauenaargau ist es, Frauen zu ermutigen, zu stärken, zu vernetzen und deren Zusammenarbeit zu fördern. Neben der jährlichen Tagung lädt der der Verein alle Aargauer Parteien, Frauenorganisationen und Fachstellen zweimal im Jahr an den runden Tisch.

Die «Hausherrin» – wie Connie Fauver Grossratspräsidentin Renata Siegrist nannte – sprach gleich zu Beginn der Frauentagung: «Das ist nicht das übliche Bild, das ich hier an meinem Arbeitsplatz sehe», kommentierte sie den ausschliesslich mit Frauen gefüllten Grossratssaal. Sie erzählte darüber, wie sie von ihrer starken, selbstsicheren Mutter geprägt wurde. Sie ermahnte aber auch, dass die Solidarität unter Frauen noch immer nicht gefestigt sei: «Helvetia, pass auf!», sagte sie im Hinblick auf die Wahlen. «Wir sollten die Frauen wählen, die sich in der Politik für unsere Anliegen einsetzen.»

Bei einem Podium diskutierte unter anderem Jolanda Spiess-Hegglin über den Umgang mit Hass gegen Frauen im Netz. Sie gründete nach der Affäre um die Zuger Landammannfeier 2014 den gemeinnützigen Verein «Netzcourage». Dieser unterstützt Menschen, die – wie sie selbst – Opfer von Internethass wurden. Sie sei vor den «traumatisierenden Ereignissen» keine Feministin gewesen, sagte sie, und betonte ebenfalls die Wichtigkeit von Solidarität.

«Der Anblick hier drin war selten so schön», sagte die Grüne Nationalrätin Irène Kälin bei ihrer Ansprache zum Frauenstreik. Auch sie gab eine Empfehlung im Hinblick auf die Wahlen: «Ich wünsche mir einfach mehr Frauen in Bern. Wählt sie!»

Am Nachmittag der Frauentagung konnten die Teilnehmerinnen dann an zahlreichen Workshops teilnehmen. Diese behandelten Themen, wie das selbstbewusste Auftreten oder auch die Neugestaltung der eigenen Erotik.