Antonia Stutz und Stefan Jaecklin sind überzeugt: Die Stadt Baden könnte auch mit einer deutlich schlankeren und somit kostengünstigeren Verwaltung alle bisherigen Aufgaben und Dienstleistungen erfüllen. Die beiden FDP-Einwohnerräte fordern den Stadtrat darum mit einem Postulat dazu auf, eine Reorganisation der Verwaltung zu prüfen. Die konkreten Vorschläge hätten einschneidende Folgen: Mittelfristig würden rund 40 Stellen bei der Verwaltung wegfallen.

Jaecklin und Stutz erklären: «Baden leistet sich im Vergleich zu anderen Städten einen grossen und komplexen Verwaltungsapparat.» Dies zeige sich in der hohen Anzahl an Stellen im Verhältnis zu den Einwohnern. In Baden seien 319 Vollzeitstellen bewilligt. Ziehe man die Aufgaben ab, die Baden für umliegende Gemeinden leiste – etwa bei der öffentlichen Sicherheit–, blieben für Baden insgesamt 266 Vollzeitäquivalente. «In Relation gesetzt zur Einwohnerzahl kommen auf 100 Einwohner der Stadt Baden 1,4 Verwaltungsangestellte.» Diese Zahl sei deutlich höher als in anderen Städten. Die Stadt Zug beispielsweise (30 200 Einwohner) leiste sich weniger als einen Angestellten pro Hundert Einwohner. Mittelfristig, so der Antrag, soll die Verwaltung der Stadt Baden maximal 1,2 Angestellte pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner aufweisen. Im Vergleich zu heute also «nur» noch rund 228 statt 266 Stellen.

Der zweite Antrag betrifft die Organisationsstruktur, die heute aus einem komplexen zweistufigen Unterbau besteht. Sie soll deutlich vereinfacht werden und nur noch sechs Ressorts beinhalten. «Komplexe Strukturen führen zu einer Vielzahl von Schnittstellen, welche die Abstimmung komplizieren und deutlich ineffizienter machen. Weniger Ressorts und Abteilungen hingegen führen zu einer Verbesserung der Prozessabläufe», sind die FDP-Einwohnerräte überzeugt. Der Stadtrat soll sich dank der neuen Verwaltungsstruktur auf seine strategische Tätigkeit fokussieren können; um das Tagesgeschäft und Detailfragen würden sich künftig die Leiter der Ressorts kümmern. Verändern würde sich auch die Aufgabe des Stadtammanns: Er hätte keine Ressortverantwortung mehr und könnte sich auf die Gesamtleitung fokussieren auf Detailfragen heraushalten.

Einer Reduktion von sieben auf fünf Stadträten (AZ vom 13. 9.) stehen die beiden Politiker kritisch gegenüber. «Dies würde zu einer höheren Arbeitsbelastung führen, und damit würden all jene Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr für den Stadtrat zur Verfügung stehen, die beruflich bereits stark eingespannt sind.»