Niederrohrdorf

World Games-Athletin: «Mich im Wasser zu bewegen, hat mir schon immer gefallen»

Dreimal pro Woche trainiert Sophia Hütter mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Behindertensportgruppe Wohlen-Lenzburg im Hallenbad Mellingen.

Dreimal pro Woche trainiert Sophia Hütter mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Behindertensportgruppe Wohlen-Lenzburg im Hallenbad Mellingen.

Die Leidenschaft von Sophia Hütter ist das Schwimmen. Nun hat die 26-Jährige ein langersehntes Ziel erreicht: Mitte März nimmt sie mit weiteren 7000 Athleten an den World Games von Special Olympics in Abu Dhabi teil.

Dreimal pro Woche trainiert Sophia Hütter aus Niederrohrdorf im Hallenbad Mellingen für ihr grosses Ziel: die World Games von Special Olympics in Abu Dhabi, die vom 14. bis 21. März stattfinden. Dort treffen sich 7000 Athletinnen und Athleten mit einer geistigen oder mehrfachen Beeinträchtigung, um am grössten je in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgetragenen Sportevent teilzunehmen.

«Ich freue mich sehr auf die World Games. Zum einen bin ich gespannt auf die Wettkämpfe, zum anderen bin ich neugierig, wie es in Abu Dhabi sein wird», sagt die 26-jährige Sophia Hütter. Die Schwimmerin des Behindertensportclubs Wohlen-Lenzburg wird über 25 Meter Brust, über 50 Meter Freistil und in der 4x-25-Meter-Freistilstaffel an den Start gehen. Sie ist nicht die einzige Schwimmerin aus ihrem Verein: Auch die beiden Freiämterinnen Elome Elshani und Elke Lindig gehören zur 94-köpfigen Delegation des Schweizer Teams. Die drei Athletinnen werden von Guido Hufschmid aus Nesselnbach trainiert. «Um uns für die World Games vorzubereiten, haben wir im letzten Herbst das Training intensiviert. Nun absolvieren wir eine Schwimmeinheit mehr – zweimal in der Woche trainiert uns wie gehabt Guido, einmal trainieren wir zusätzlich alleine im Hallenbad», erklärt Hütter, die als Kind einen Hirntumor hatte und seither motorisch eingeschränkt ist.

Erster Wettkampf im Ausland

Die Weltspiele von Special Olympics finden nur alle vier Jahre statt und werden in zwölf Disziplinen ausgetragen: Basketball, Boccia, Fussball, Golf, Judo, Leichtathletik, Radfahren, Reiten, Schwimmen, Segeln, Tennis und Tischtennis. Die Wettkämpfe sind dabei so strukturiert, dass die Sportler nur gegen Athleten mit einem vergleichbaren Leistungsniveau antreten. Die Zusammenstellung der Leistungsgruppe, das sogenannte «Divisioning», erfolgt unter anderem anhand der gemeldeten Bestleistungen. Nach den Wettkämpfen werden für jede einzelne Leistungsgruppe Sieger und Platzierungen ermittelt.

«Es wird mein erster Wettkampf im Ausland sein. Ein bisschen nervös bin ich schon, aber wir sind gut vorbereitet», sagt Hütter und lächelt. So gab es im September 2018 ein erstes Treffen der Schweizer Delegation in Luzern, Ende Januar ein zweites Treffen in Tenero. Dort erhielten die Athletinnen und Athleten auch ihre Wettkampfbekleidung. «Sie gefällt mir sehr gut. Es macht mich stolz, sie bald tragen zu dürfen», sagt die Niederrohrdorferin.

Ihr Vater feuert sie vor Ort an

Wie kam Sophia Hütter zum Schwimmsport? Die Leidenschaft wurde ihr in die Wiege gelegt, ihr Vater spielt seit vielen Jahren Wasserball. «Schwimmen ist toll. Mich im Wasser zu bewegen, hat mir schon immer gefallen», sagt sie. Mit dem Wettkampfschwimmen begonnen hat Hütter nach der Ausbildung als Hauswirtschaftspraktikerin bei der Stiftung Hohenlinden in Solothurn. Heute arbeitet sie im Bistro Spule 1 im Trafo Baden, das von der Sozialfirma Trinamo AG betrieben wird. «Da ich in einem 70-Prozent-Pensum arbeite, kann ich Beruf und Training gut unter einen Hut bringen.»

Bald heisst es für Sophia Hütter Koffer packen: Am 7. März fliegt sie mit ihren zwei Schwimmkolleginnen, ihrem Trainer und den anderen Sportlerinnen und Sportlern des Schweizer Teams nach Abu Dhabi. Während ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder sie von zuhause aus anfeuern, wird ihr Vater als Fan vor Ort sein. «Ich freue mich, dass ein Teil meiner Familie mich unterstützen kommt», sagt Sophia Hütter.

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